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Schmidts F1 Blog

Kritik um der Kritik willen

Lewis Hamilton - GP England 2015 Foto: Wilhelm 63 Bilder

Da haben wir endlich mal ein gutes Autorennen, und dann hagelt es doch wieder Kritik. Die Boulevardpresse beklagt, dass immer die drei gleichen Fahrer auf dem Podium stehen. Im Fall von Silverstone hatte das aber nichts mit Langeweile zu tun. Höchstens mit Fehlern der anderen.

07.07.2015 Michael Schmidt

Hat die Formel 1 ein Problem? Etwa, dass fast immer Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Sebastian Vettel auf dem Podium stehen? Wenn das ein Problem ist, dann dürfte keiner mehr die Spiele der deutschen Bundesliga anschauen. Da gewinnt seit drei Jahren Bayern München.

Das einzige Fragezeichen dabei ist: Wie viele Spiele vor Saisonende holen die Bayern die Schale. Und auch auf den Ehrenplätzen landen immer die gleichen Namen. Seit 2013 drei Mal Bayer Leverkusen und jeweils zwei Mal Borussia Dortmund und Schalke 04. Wo bitte ist da denn die Spannung?

Formel 1 liefert gute Unterhaltung

Der GP England war ein richtig gutes Autorennen. Er hatte alles drin, was man braucht. Einen überraschenden Start, Zweikämpfe, Unfälle, Dreher, taktische Fehler, Wetterwechsel. Wer da noch etwas zu kritisieren hat, der tut es der Kritik willen.

Wäre der zweite Regenguss nicht gekommen, hätten wir ein Superfinale erlebt. Hamilton fuhr mit seinen abgenutzten Vorderreifen mit dem Rücken zur Wand. Der Boxenstopp rettete den Weltmeister. Dass die letzten acht Runden alles klar war, muss man verschmerzen. Es gibt im Fußball auch nicht jeden Tag ein Elfmeterschießen.

Wenn diesmal am Ende die üblichen Verdächtigen die Pokale überreicht bekamen, hat das nichts mit den augenblicklichen Problemen der Formel 1 zu tun. Williams hat einfach verzockt. Bei einer Doppelführung vor zwei Mercedes muss man den Undercut der Silberpfeile antizipieren, zumindest einen der zwei Fahrer früh an die Boxen holen, den anderen als Straßensperre benutzen, und so die Führung halten. Egal, ob am Ende die Reifen einbrechen.

Das andere Auto hätte ja die konservative Strategie fahren können. Gleiches Spiel zum Schluss beim zweiten Regen. Da muss man sich fragen, warum nicht auch Force India zweigleisig gefahren ist. Einer rein, der andere draußen bleiben.

Wenig Überhol-Action auf trockener Strecke

Wenn es bei diesem Rennen überhaupt etwas zu bemängeln gab, dann die Problematik des Überholens. Dass nicht einmal Mercedes mit seinen Superautos den Hauch einer Chance gegen die Williams hatte, zeigt ganz klar, wo der Fehler liegt. Die Aerodynamik ist zu extrem, zu stark auf den Frontflügel und die dort absichtlich generierten Luftwirbel zugeschnitten. Wenn die gestört werden, ist reduziert sich selbst der Mercedes auf ein ganz normales Rennauto. Doch daran wird gearbeitet. Die Red Bull-Studie für 2017 wird in den nächsten drei Wochen nachgebessert. Weniger Abtrieb über den Flügel, mehr über den Unterboden.

Wie fanden Sie den GP England? Auch enttäuschend wegen des Resultats oder unterhaltsam? Schreiben Sie uns.

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