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Schmidts F1-Blog

Kundenautos sind keine Lösung

Toro Rosso Formel 1 GP Spanien 2012 Foto: Red Bull

In der Formel 1 wird gerade wieder heftig über die Zulassung von Kundenautos diskutiert, falls finanzschwächere Teams aufgeben müssen. F1-Experte Michael Schmidt hält das für den falschen Weg, wie er in seinem Blog erklärt.

21.11.2012 Michael Schmidt

Die Einschläge rücken näher. Bei HRT gingen in der Fabrik schon die Lichter aus. Das Team steht zum Verkauf. Mit welchen Chancen? "Wir haben nichts, nicht mal Schulden. Das ist das einzige, was für uns spricht", sagt Pedro de la Rosa. An eine Rettung seines Teams will er nicht so recht glauben. "Es soll Interessenten geben, doch wie oft haben wir das schon gehört?"

Formel 1-Teams in Bankrott-Gefahr

HRT könnte das erste Team aus dem Zwölferclub sein, dass es erwischt. Die nächsten Patienten stehen schon bereit. Lotus und Marussia sind im Londoner Handelsregister mit enormen Schulden registriert. Bei Force India, Williams, Sauber und Caterham steht und fällt das Gerüst mit einem Geldgeber. McLaren-Chef Martin Whitmarsh fürchtet: "Fällt ein Stein, könnte es einen Dominoeffekt geben."

Die Formel 1-Strategen diskutieren deshalb bereits wieder heftig über Kundenautos. Ferrari und Red Bull kämpfen schon lange dafür. Aus purem Eigennutz. Sind Kundenautos die Lösung, wenn die Formel 1 krank ist. Langfristig sicher nicht. Denn es wird immer Teams geben, die am unteren Ende der Tabelle stehen.

Kundenauto-Lösung hat Schwächen

Auch mit Kundenautos braucht man ein Budget von mindestens 50 Millionen Euro. Das lohnt sich nur, wenn Punkte aufs Konto kommen. Mit der Zeit wird sich jeder bei den besten einkaufen wollen. Was macht es für einen Sinn, einen Force India zu bestellen, wenn ein Red Bull auf dem Markt ist?

Auch eine Regel, dass jeder Konstrukteur nur an ein Team verkaufen darf, bringt nicht viel. Einer der sechs Konstrukteure ist Sechster. Das Kundenautos ist logischerweise mindestens genauso schlecht. Da führt sich die Einschränkung, nur an ein Team liefern zu dürfen, schnell ad absurdum.

Irgendwann passiert dann das, was früher in der Formel 2 und später bei den Indy Cars passiert ist. Es bleiben nur noch zwei oder drei Konstrukteure übrig. Und am Ende haben wir einen Markenpokal.

Kundenautos nur mit Einschränkungen

Es gibt nur eine Lösung, wie man Kundenautos akzeptieren könnte. Nur Neueinsteiger dürfen Autos bei den Etablierten einkaufen. Und das maximal drei Jahre lang. Dann haben sie genug gelernt und müssen ihre Autos selbst konstruieren.

Man könnte sich auch einen Stufenplan vorstellen. Im ersten Jahr darf das Auto komplett gekauft werden. Im zweiten muss man die Aerodynamik selbst bestimmen, im dritten die Crashstrukturen und die Aufhängungen. Dann hätte man im vierten Jahr eine Infrastruktur aufgebaut, selbst Konstrukteur zu werden.

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