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Schmidts F1-Blog

Patient nicht geheilt

Perez - Force India - Barcelona Test 2 - 2015 Foto: xpb 23 Bilder

Lotus, Force India und Sauber setzen Bernie Ecclestone die Pistole auf die Brust. Entweder es ändert sich etwas, oder wir müssen aufgeben. Das Problem wurde durch Vorschusszahlungen aus der Welt geschafft. Oder besser gesagt aufgeschoben. Der Patient ist nicht geheilt, meint Michael Schmidt.

02.03.2015 Michael Schmidt

Ein Formel 1-Feld mit 12 Autos in Melbourne? Die Königsklasse stand kurz davor. Lotus, Force India und Sauber haben Bernie Ecclestone drei Wochen vor dem Saisonstart erklärt, dass es nicht mehr weitergeht. Das war keine Boykottdrohung, sondern nackte Realität. Natürlich hätte das Geld in dem ein oder anderen Fall noch eine Zeitlang gereicht. Doch dann wäre es eben ein paar Rennen später zum Zusammenbruch gekommen.

Der Zeitpunkt war gut gewählt. So kurz vor der Saison konnte Ecclestone nicht mehr reagieren. Weder mit seinem Wahnsinnsplan, das Feld mit 2013er Red Bull mit V8-Motoren aufzufüllen, noch damit, dass die verbleibenden Teams drei Autos einsetzen.

Weckruf bleibt ohne Wirkung

Der Bittgang zum Formel 1-Boss war als letzter Weckruf gedacht. Weil bis jetzt weder das Geld gerechter verteilt wird, noch die Kosten sinken. Sparvorschläge der US-Unternehmensberatung McKinsey werden von den Top-Teams rundweg abgelehnt. Sie würden alle Teams um mindestens 30 Prozent entlasten.

Ecclestone hat das Problem mit Vorschüssen auf die März-Ausschüttung vorerst aus der Welt geschafft. Doch damit ist der Patient nicht geheilt. Was in Melbourne hätte passieren können, droht jetzt eben im dritten, sechsten oder zehnten Rennen. Irgendwann bestimmt.

Diese Zeit wollen sich Ecclestone und die großen Teams kaufen, um einen Ersatzplan auf die Beine zu stellen. Ohne die Hungerleider. Deshalb ist es wichtig, dass Lotus, Force India und Sauber den Druck aufrechterhalten. Vielleicht sollten sie wirklich mal einen Grand Prix auslassen, um die Ignoranten zur Besinnung zu bringen.

Formel 1 sucht Lösung ohne kränkelnde Teams

Bei den Top-Teams beginnt man sich schon wieder mit der Drei-Auto-Idee anzufreunden, obwohl sie jeden der Beteiligten zunächst einmal mindestens 20 Millionen Euro mehr kosten wird. Schlimmer noch: Mercedes würde zwei Motorkunden verlieren, Ferrari einen.

Mercedes, Ferrari, Red Bull und Co glauben tatsächlich, dass sie das dritte Auto an Sponsoren verkaufen und so refinanzieren können. Wie bitte, wenn McLaren-Honda bei Werbekunden nicht mal Geld für das erste und zweite Auto findet?

Eine Formel mit 3 Autos pro Team wäre schneller tot, als sich das die vorstellen können, die jetzt davon träumen. Ich wette, dass die Formel 1 zu Beginn der Europa-Saison in ihre nächste Krise schliddert. Und das hat nichts mit den Teams zu tun, die ums Überleben kämpfen.

Droht Formel 1-Saison mit Kollaps?

Mercedes, Ferrari, Red Bull und McLaren werden sich selbst zerfleischen. Warum? Weil Mercedes haushoch überlegen sein wird. Und weil Red Bull, Ferrari und McLaren es sich nicht leisten können zu verlieren. Dafür geben sie zu viel Geld aus. Ein drittes Auto multipliziert dieses Problem noch. Weil dann das ganze Podium mit Mercedes-Fahrern besetzt wäre.

Bei Red Bull ist die Stimmung jetzt schon im Keller. Die Angestellten in Milton Keynes stehen unter immensem Druck. Die Ehe mit Renault ist zerrüttet, weil der Motorenhersteller für alle Probleme verantwortlich gemacht wird. Ferrari hat noch ein paar Rennen Luft. Dann wird es den Tifosi nicht mehr genügen, dass man den Rückstand auf Mercedes verkürzt hat. Weil er immer noch so groß ist, dass man aus eigener Kraft nicht gewinnen kann. McLaren-Honda kann sich dann auch nicht mehr darauf hinausreden, dass das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt.

Dann werden die Gegner von Mercedes wieder nach neuen Regeln, neuen Autos und neuen Motoren rufen. Und irgendwann wird sich Mercedes nicht mehr dagegen wehren können. Weil bei einer weiteren Siegesserie der Silberpfeile der Druck der Öffentlichkeit zu groß wird.

Die Zuschauerzahlen sinken weiter in den Keller, und die TV-Anstalten werden SOS senden. Vielleicht sollten die notleidenden Teams einfach nur durchhalten, bis es so weit ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir den Kollaps noch in dieser Saison erleben.

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