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Schmidts F1-Blog

Red Bull interviewt sich selbst

Red Bull F1-Test 2011 Foto: Daniel Reinhard 28 Bilder

Red Bull stellt den neuen RB8 nur im Internet vor. Ein Unding findet Formel 1-Experte Michael Schmidt. Er fordert mehr Offenheit von dem ehemals so sympathischen Rennstall.

19.01.2012 Michael Schmidt

Sind Red Bull die zwei WM-Titel in Folge zu Kopf gestiegen? Ist es die Arroganz der Erfolgreichen in der Formel 1, die einen auf solch absurde Ideen kommen lässt? Red Bull stellt das neue Auto ausschließlich im Internet vor. Obwohl man damit vom 7. bis 9. Februar in Jerez fahren will. Viele rätseln bereits: Wird Red Bull dort seine Box in einem Bunker beziehen und das Auto nur mit einer Abdeckplane darüber fahren lassen?

Keine kritischen Fragen bitte!

Die Öffentlichkeit bekommt die Red Bull-Welt so serviert, wie sie Red Bull gerne hätte. Das Auto nur aus der Ansicht, die dem Team genehm ist. Mit einem Minimum an Daten und Fakten. Die Stimmen von Fahrern, Teamchef und Ingenieuren werden gestellt. Keine Möglichkeit kritische Fragen zu stellen. Red Bull interviewt sich selbst. Schöne neue Medienwelt.

Soviel Kontrollwut hat es bei Ferrari und McLaren zu den schlimmsten Zeiten nicht gegeben. Es ist ja schon ein Witz, dass Ferrari bei den eigenen Präsentationen fremde Fotografen ausgesperrt hat. Die Fans sehen nur das, was Ferrari den Fans gerne zeigen möchte. Und das ist herzlich wenig. Ferrari-Fahrer dürfen ohne Aufpasser nicht mehr sprechen.

Red Bull-Kommunikation eine Bankrotterklärung

Aber Red Bulls neuer Weg der Kommunikation ist die komplette Bankrotterklärung. Ob die in Salzburg und Milton Keynes überhaupt noch wissen, für wen sie diesen Sport betreiben? Warum fährt man nicht gleich unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

Red Bull ist 2005 in die Formel 1 eingestiegen mit dem Ziel, offener, ehrlicher und lockerer zu sein als die etablierten Teams. Ein paar Jahre durfte man die Truppe von Österreichs Getränkezar Dietrich Mateschitz beim Wort nehmen. Red Bull brachte wirklich frischen Wind in die Szene und setzte die Apparatschiks der Werksteam unter Druck. Auch sie mussten ihre Geheimdienstmethoden teilweise aufgeben.

Red Bull verspielt Sympathien

Heute ist von der einstigen Red Bull-Freiheit wenig bis nichts geblieben. Die Geheimhaltung trägt fast schon paranoide Züge. Seit der Erfolg da ist, hat die einst so lustige Truppe viele Sympathien verspielt. Das beginnt damit, dass man weiterhin den Kostenreduzierungsplan behindert oder ihn nach eigenen Vorstellungen gestalten möchte. Das geht weiter über Pressemitteilungen, die an Belanglosigkeiten nicht zu überbieten sind.

Und es scheint jetzt dahin zu führen, dass man die Pressearbeit am liebsten auch gleich noch selbst machen würde. Das ist ein schlechter Dienst am Fan. Man kann Herrn Mateschitz nur zurufen, das schleunigst abzustellen. Siege verkaufen sich nicht, wenn das Bild in der Öffentlichkeit einen ins Abseits stellt.

Mit Bilder der Testfahrten 2011 zeigen wir in unserer Fotoshow, wie Paranoid die Formel 1 geworden ist.

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