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Schmidts F1-Blog

Der Reifen-Wahnsinn

Pirelli-Reifen - GP Mexiko 2015 Foto: Pirelli 7 Bilder

Pirelli bietet 2016 drei Mischungen pro Grand Prix an. Hört sich einfach an, ist aber furchtbar kompliziert. Das neue Reifen-Reglement nimmt 4 Seiten und 30 Paragrafen ein. Der Irrsinn kam nur zustande, weil wieder mal zu viele mitreden durften, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

19.01.2016 Michael Schmidt

Versuchen Sie nicht, das neue Reifenreglement zu verstehen. Sie werden sich nur ärgern. Über die Unfähigkeit der Formel 1 vernünftige Regeln zu schreiben. Selbst das Formel 1-Urgestein Pat Symonds gibt zu: "Ich habe versucht, die Reifenregel mit 250 Wörtern zu erklären. Es ist nicht möglich. Da wurde aus einer guten Idee eine schlechte Regel gemacht."

Gute Idee, schlechte Ausführung

Was ist passiert? Force India hatte 2014 den Vorschlag gemacht, dass jedes Team individuell für jeden Grand Prix seine 2 Reifenmischungen bei Pirelli anmeldet. Das würde Risikospieler belohnen oder bestrafen, das Feld etwas durcheinanderwirbeln, Training und Rennen zu zwei unterschiedlichen Disziplinen machen und auf jeden Fall für mehr Gesprächsstoff sorgen.

Das war die gute Idee. Sie wurde natürlich sofort abgelehnt. Die Top-Teams hatten Angst, dass einer aus dem Mittelfeld davon profitieren könnte. Alles, was sie nicht kontrollieren können, ist ihnen suspekt. Und Pirelli fürchtete um seinen guten Ruf, wenn einer der Hasardeure schon nach 3 Runden zum ersten Reifenwechsel an der Box steht. Eine völlig unbegründete Sorge. Das Team hätte den Schaden, das zu weiche Reifen ausgewählt hat.

Reifen-Reglement 2016Foto: ams
Das Reifenreglement wurde für die Saison 2016 komplett überarbeitet.

Pirelli macht Reifen-Reglement kompliziert

Um die Gemüter zu beruhigen, bot Pirelli den Teams an, 3 von insgesamt 5 Mischungen im Angebot pro Rennen bereitzustellen. Sie dürfen jetzt aber nicht glauben, dass die Teams die Mischungen frei wählen dürfen. Pirelli sortiert vor. Und dann gibt es ganz bestimmte Regeln, wann man welche Mischung einsetzen darf.

Das Ganze ist so kompliziert, dass die 4 Reifenparagraphen unter Artikel 24 mit den Untertiteln Versorgung, Menge, Kontrolle und Einsatz sich über 4 Seiten und insgesamt 30 Einzelpunkte erstrecken. Wer soll da durchblicken? Wollten wir den Sport nicht einfacher machen?

Werden Rennen sogar langweiliger?

Symonds fürchtet sogar, dass die Regel die Rennen langweiliger macht. Weil die Spitzenteams möglicherweise mit der zweitweichsten Mischung ins Q3 vorstoßen können und mit dieser dann auch das Rennen beginnen dürfen. Damit stirbt die Hoffnung, dass sie früher zum ersten Reifenwechsel an die Box kommen.

Der ganze Wahnsinn ist wieder einmal das Resultat von zu viel Mitsprache der Teams und in diesem Fall auch Pirelli. Jeder gute Vorschlag wird von Bedenkenträgern kaputt diskutiert.

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