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Schmidts F1-Blog

Safety-Car-Eigentor verhindern!

Safety-Car - Formel 1 - GP Brasilien - 20. November 2013 Foto: ams 19 Bilder

2015 drohen uns stehende Starts nach den Safety-Car-Phasen. Wieder so ein Unsinn, der Quote machen soll. Es ist aber nichts weiter, als ein künstlicher Spannungsmacher, der mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt, meint Michael Schmidt in seinem aktuellen Blog.

02.07.2014 Michael Schmidt

Wer hat diese Schnapsideen? Doppelte Punkte zum Saisonende, Pflichtboxenstopps, ein Strafpunkte-Katalog für Rennfahrer, stehende Starts nach einer Safety-Car-Phase: Die Formel 1 wird überschwemmt mit Regeländerungen, die dem Sport seine Seele rauben und damit die Fans vertreiben. Bei eingehender Betrachtung sind all diese Schnellschüsse ein Eigentor. Keiner denkt vorher nach, was das in der Praxis für Auswirkungen hat. Den Schuh müssen sich all die Parteien anziehen, die in der Formel 1-Kommission dafür gestimmt haben.

Jedes künstliche Spannungsmoment ist Mist. Weil es einer Bankrotterklärung gleichkommt. Es entsteht der Eindruck, dass der Sport für sich selbst langweilig ist. In sich gefestigte Sportarten kommen ohne diesen Klamauk aus. Das wäre ja so, als ob beim Fußball beide Teams je einen Elfmeter bekommen, wenn es nach 75 Minuten noch 0:0 steht.

Neue Safety-Car-Regel riskant und kompliziert

In dem speziellen Fall mit den Safety-Car-Starts sind aber auch Ungerechtigkeiten und Risiken im Spiel. Bei einer Safety-Car-Phase ist ohnehin schon jeder bestraft, der sich einen Vorsprung verschafft hat. Ein fliegender Re-Start bringt Spannung genug. Ein stehender birgt die Gefahr eines Unfalls. Also auch höheren Kosten. Und von massivem Platzverlust für einige Piloten, weil bis zum Re-Start die Reifen völlig abgekühlt sind. Das wird im Feld für viel Bewegung sorgen.

Außerdem gerät der Zeitplan völlig aus den Fugen, weil vorher ja noch wie gehabt das Zurückrunden stattfindet. Viele Fahrer werden sofort in die Boxengasse abbiegen, um sich für den späteren Re-Start frische Reifen abzuholen. Es kann also durchaus sein, dass erst einmal vier bis fünf Runden hinter dem Safety-Car herumgebummelt wird, bis das Feld für die Startaufstellung anhalten muss. Mit der Gefahr, bei der sich der ein oder andere Fahrer falsch einordnen wird, was wieder Strafen und noch mehr Verwirrung nach sich zieht. Das alles geht den Zuschauern von der Rennzeit ab.

Regel muss rückgängig gemacht werden

Dann gibt es da tausend Ausnahmeregelungen für die ersten zwei und die letzten fünf Runden und für jede Safety-Car-Phase, die direkt einer anderen folgt. Man stelle sich vor, es kommt nach einem Re-Start zu einer Kollision, was eine erneute Safety-Car-Phase nötig macht. Nach der müsste laut Regelbuch fliegend gestartet werden. Doch was tun, wenn die Strecke durch Wracks und Trümmer blockiert ist? Da kann man abbrechen und komplett neu starten. Wer blickt dann noch durch? Jede Regel, die man erklären muss, ist eine schlechte Regel.

Es gibt nur eine Lösung, das Eigentor zu verhindern. Die Regel muss wieder rückgängig gemacht werden. Es wäre an der Zeit, dass die Teams, die FIA und die FOM über ihren eigenen Schatten springen. Zum Wohl der Formel 1.

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