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Schmidts F1-Blog

Scheinheiligkeit der Sicherheitsapostel

Daniel Ricciardo - GP Deutschland 2016 Foto: sutton-images.com 108 Bilder

Einige Fahrer wünschen sich, dass ein Überschreiten der Streckenbegrenzung nicht mehr bestraft wird. Gleichzeitig fordern sie den Halo. Weil er die Sicherheit verbessert. Mit weiteren Linien in den Kurven reduzieren sie die Auslaufzonen und nehmen ein größeres Risiko in Kauf. Das ist scheinheilig, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

29.07.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Angeblich haben alle Fahrer die Einführung des Heiligenscheins über dem Cockpit gefordert. Weil er gemäß einer Präsentation die Sicherheit der Piloten deutlich verbessert. Die Analysen der FIA-Experten beziehen sich aber nur auf Unfälle mit dramatischen Folgen. Es wurde kein Unfall-Szenario untersucht, bei dem der Halo ein zusätzliches Gefahrenmoment mit sich bringen könnte.

Weniger Sicherheit ohne Track-Limits

Aber nehmen wir mal an, der Halo bringe unter dem Strich etwas mehr Sicherheit. Wie können einige der jüngeren Fahrer dann dafür sein, dass die FIA das Überschreiten der Streckenbegrenzung nicht mehr bestraft? Wozu haben wir überhaupt eine Rennstrecke? Dann können wir ja gleich auf einem großen Parkplatz die Linien fahren, die uns in den Kram passen.

Stünde eine Mauer oder ein Kiesbett da, würde keiner einen weiteren Radius durch eine Kurve nehmen. Auch bei einem hohen Randstein nicht. Die Teams jammern, dass hohe Randsteine ihre Chassis zerstören. Na und. Soll der Fahrer nicht drüberfahren. Er fährt ja in Monte Carlo auch nicht freiwillig in die Mauer.

Auslaufzonen für normale Ideallinien konzipiert

Das eigentliche Problem einer nicht klar definierten Strecke ist aber ein anderes. Wenn es den Fahrern erlaubt ist, den Radius durch eine Kurve frei zu wählen und sie dabei herausfinden, dass ein größerer Radius Rundenzeit bringt, dann geben sie damit automatisch einen Teil der Auslaufzone auf.

Die Sturzräume, Reifenstapel, Tecpro-Blöcke und Safer Wall-Barrieren sind aber nicht nach Belieben eingerichtet worden, sondern richten sich nach genauen FIA-Richtlinien an der Geschwindigkeit und dem möglichen Einschlagwinkel eines Autos in den entsprechenden Kurven.

Ein weiterer Radius bedeutet eine höhere Geschwindigkeit, einen anderen Einschlagwinkel und einen kleineren Sturzraum. Wenn die FIA das zulässt, verstößt sie gegen ihre eigenen Sicherheitsvorschriften. Wenn die Fahrer das akzeptieren, sind sie scheinheilig und inkonsequent. Sie können nicht einerseits nach dem Halo schreien und anderswo freiwillig das Risiko erhöhen.

Neuester Kommentar

Ich wäre für eine volle Freigabe, aber mit einer Streckenbegrenzung die relativ einfach und billig machbar wäre!

Oben im Bild mit dem Red Bull sieht man ungefähr in der hälfte der blau - weisen Zone einen Strich, dort sollte die eigentliche Streckenbegrenzung enden und dahinter ein mindest Wagenbreites Kiesbett angelegt werden. Ich bin überzeugt das dies dem ganzen Spiel ein Ende setzen würde.

Beim Hallo habe ich meine bedenken, die Richtung mag stimmen aber ich kann mir viele Situationen vorstellen wo er auch ein Nachteil sein könnte.

bschenker 29. Juli 2016, 20:27 Uhr
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