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Schmidts F1-Blog

So nicht, Herr Boullier

Eric Boullier Foto: xpb 19 Bilder

In seinem aktuellen Blog kritisiert Formel 1-Experte Michael Schmidt, wie Renault den Rauswurf von Nick Heidfeld begründet hat. Er wirft Teamchef Eric Boullier vor, dass er Medien und Fans für dumm verkaufen will.

08.09.2011 Michael Schmidt

Wir haben es schon lange geahnt, dass bei Renault etwas im Busch ist. Spätestens aber seit Bruno Senna in Budapest ein Freitagstraining gefahren ist. Ein Rennen später hatte der Brasilianer schon einen Stammplatz. Den musste Nick Heidfeld vorher räumen.

Über die Sinnhaftigkeit eines solchen Austauschs mitten in der Saison und in einer Phase, in der sich das Team auf Talfahrt befindet, mag man streiten. Nicht aber darüber, wie Teamchef Eric Boullier die Personalie kommentiert hat.

Vier neue Sponsoren nach Heidfeld-Rauswurf

In Spa behauptete Boullier allen Ernstes, dass der Fahrerwechsel rein sportlich begründet sei und nichts mit Geld zu tun habe. Dabei war bereits da bekannt, dass sich Genii Capital, der Eigentümer des Rennstalls, kurz zuvor mit der brasilianischen Investmentgruppe WWI zusammengeschlossen hatte. In der Hoffnung auf dem brasilianischen Markt Geld zu finden. Man weiß auch, dass der Rennstall dringend frisches Geld braucht. Man erzählt sich, dass Hauptsponsor Lotus die Rechnung für die Motoren an Renault bezahlt hat.

Kurz nach der außergerichtlichen offiziellen Trennung mit Heidfeld meldet Renault Vollzug. Zwei brasilianische Sponsoren und Sennas langjähriger Werbepartner Gilette kleben ihre Sticker bis zum Jahresende auf die schwarzen Autos. Die Logos von Embratel und OGX hatte das Team sogar schon stillschweigend am Spa-Wochenende angebracht.

Boulliers Märchenstunde

Für wie dumm müssen wir uns von Herrn Boullier verkaufen lassen? Glaubt er wirklich, dass er mit solchen Spielchen nach dem Vorbild der großen Politik durchkommt. Die Welt der Formel 1 ist zu klein, als dass man Herrn Boulliers Märchenstunde innerhalb von 14 Tagen vergisst.

Renaults Teamchef weiß auch sonst nicht so genau, wovon er spricht. Heidfeld hat er mit der Beurteilung "ein starker und entschlossener Fahrer" verabschiedet. Warum hat er ihn dann entlassen? Heidfeld habe nicht als Teamleader getaugt, warf Boullier ein. Ja glaubt er denn wirklich, dass Bruno Senna einer ist? Ein Fahrer, der bis dahin gerade mal 18 Grand Prix für Hispania gefahren war. Wie soll so einer, der von heute auf morgen ins kalte Wasser geworfen wird, das Ruder herumreißen können?

Teams verkaufen Fans für dumm

Die Akte Boullier ist leider kein Einzelfall. Immer mehr Mitglieder aus dem Formel 1-Zirkus glauben, dass man ungestraft jeden Blödsinn erzählen kann. Dass Plattitüden, Lügen und politisch korrekte Allgemeinplätze ausreichen, um damit bei den Fans durchzukommen. Die Presseabteilungen spielen fleißig mit. Sie passen ganz genau auf, dass nichts Substanzielles nach außen dringt. Schon mal gemerkt, dass kaum noch Interviews abgedruckt werden?

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