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Schmidts F1-Blog

Standardstrafen für Abkürzen

Lewis Hamilton - GP Mexiko 2016 - Start Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Strafen im Motorsport sind ärgerlich, aber ohne geht es nicht. Wie im Fußball. Auch da braucht es einen Schiedsrichter. Die Formel 1 sollte sich aber überlegen, ob man bestimmte Verfahren nicht standardisieren kann. Es ist müßig bei Abkürzen der Strecke zu diskutieren, meint Michael Schmidt.

08.11.2016 Michael Schmidt 10 Kommentare

Wenn die Kommentare der Fans alle ernst gemeint sind, dann hat die Formel 1 mit dem GP Mexiko wieder ein paar Fans verloren. Einige Zuschauer haben nach dem Hickhack um das Abkürzen von Lewis Hamilton und Max Verstappen und der Strafe für Sebastian Vettel im Duell gegen Daniel Ricciardo dem Sport die Freundschaft gekündigt und gedroht, sich nie wieder einen Grand Prix anzuschauen.

Rennergebnis mit Zielflagge

Grundsätzlich bin ich mit den Kritikern einer Meinung. Strafen sind ärgerlich. Vor allem, wenn sie 3 Stunden nach Rennende ausgesprochen werden. Ich will mit der Zielflagge die Gewissheit haben, dass die 3 Fahrer auf dem Podium auch die ersten 3 im Klassement sind. Einzige Ausnahme: Wenn bei der technischen Abnahme hinterher rauskommt, dass einer der Fahrer im Ziel mit einem illegalen Auto unterwegs war. Das ist wie Doping im Radsport. Der Teilnehmer gehört ausgeschlossen.

Strafen für Abkürzen oder unfaires Fahren sind eine Erfindung der Neuzeit. Ich kann mich bis Suzuka 1989 nur an 2 Vorfälle erinnern, die vergleichbar waren mit dem, was wir heute fast jedes Wochenende erleben. Clay Regazzoni wurde 1975 beim GP USA ausgeschlossen, weil er Emerson Fittipaldi mutwillig mehrere Runden am Überrunden gehindert hatte.

Ayrton Senna wurde beim 1989 beim GP Japan für das Abkürzen der Strecke disqualifiziert, weil er nach der Kollision mit Alain Prost seine Fahrt durch den Notausgang fortgesetzt hatte. Wir wissen natürlich alle, dass diese Strafe damals politisch gewollt war. Vorher gab es nur Wertungsausschlüsse für fremde Hilfe auf der Strecke, Frühstarts, Überholen unter gelber Flagge, Rückwärtsfahren in der Box oder unerlaubte Reparaturen außerhalb der Boxengasse. Alles nachvollziehbare Regelverstöße.

Jeder Zweikampf unter der Lupe

Heute wird praktisch jeder Zweikampf unter die Lupe genommen. Weil die TV-Kameras alles zeigen. Wird bestraft, regen sich die Leute auf. Lässt man alles durchgehen auch. Zur Beruhigung sei gesagt, dass es in jedem Sport, bei dem direkt gegeneinander gekämpft wird, Strafen gibt. Und oft liegt es wie im Fußball in der Hand eines Schiedsrichters. Im Motorsport sind es immerhin vier. Und bei uns gibt es Daten und den Videobeweis. Trotzdem erscheinen nicht alle Strafen berechtigt. Bei unfairer Fahrweise ist es unglaublich schwierig, das rechte Maß zu finden.

Vielleicht sollte man wirklich striktere und simple Standards einführen. Einfach, um Diskussionen zu vermeiden. Bei Abkürzen der Strecke ginge es ganz einfach. Man könnte es automatisch bestrafen, egal ob der Fahrer einen Vorteil hat oder nicht. Wer in Mexiko zwischen Kurve 1 und Kurve 3 eine Gerade fährt, legt einen kürzeren Weg zurück als die 4.304 Meter Streckenlänge. Also 5 Sekunden obendrauf. Ohne Debatten, ohne langes Warten. Das gleiche trifft auf den zu, der einen weiteren Weg fährt, durch den größeren Radius aber Zeit oder eine Position gewinnt. Dazu brauche ich keine Sportkommissare. Das kann der Renndirektor ad hoc entscheiden.

Und was sollen wir bei Zweikämpfen mit Feindkontakt tun, beim Spurwechsel auf der Bremse? Früher galten ungeschriebene Gesetze, weil jeder die Konsequenzen kannte. Heute sind Autos und Rennstrecken sicherer. Deshalb wird unfairer gefahren. Man wird bei extremen Fällen um Schiedsrichterentscheidungen nicht umhin kommen. Vielleicht sollte man aber für den Fall eines Unfalls einfach das Strafmaß erhöhen. Der Verursacher muss automatisch ein Rennen aussetzen. Dann werden sich die Fahrer Wahnsinnsmanöver vielleicht zwei Mal überlegen.

Was meinen Sie? Haben Sie eine Idee, wie man das Thema Strafen lösen kann, ohne dass unfair gefahren wird und ohne dass sich die Fahrer nicht mehr trauen, auf der Strecke hart zu kämpfen? Schreiben Sie uns.

Neuester Kommentar

Alle Bestrafungen die durch irgendwelche Menschen entschieden werden sind immer mehr oder weniger ungerecht und es wird immer irgendjemand dagagen protestieren.

Deshalb muss das Abkürzen direkt physikalisch bestraft werden, also Kiesbetten oder irgendeine Variante (Kiesbettstreifen oder so) die sofort mindestens den Zeitverlust bringt der durch Abkürzen gewonnen werden kann. Bei Kiesbetten kommt ja noch das Risiko der Fahrzeugbeschädigung dazu, also umso mehr ein Grund die Track Limits einzuhalten.

Mach5 10. November 2016, 16:14 Uhr
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