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Schmidts F1-Blog

Vettel muss sich Sorgen machen

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 Test - Abu Dhabi - 25. November 2014 Foto: xpb 54 Bilder

Bei Ferrari dreht sich das Personalkarussell mit Lichtgeschwindigkeit. Drei Rennleiter in einer Saison, dazu Unruhe im Technikbüro. Mit Maurizio Arrivabene als Nachfolger von Marco Mattiacci ist nicht viel gewonnen. Wenn Ferrari nicht Ross Brawn rekrutieren kann, muss sich Sebastian Vettel Sorgen machen, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

28.11.2014 Michael Schmidt

Ferrari hält in diesem Jahr nur einen Rekord. Kein Team verschliss so viele Schlüsselfiguren wie der Traditionsrennstall. Ferrari tauscht das Management schneller aus als der VfB Stuttgart seine Trainer. Auf Stefano Domenicali folgte Marco Mattiacci und auf den Maurizio Arrivabene. Auf Luca di Montezemolo Fiat-Boss Sergio Marchionne. Das erinnert an die schlechtesten Zeiten der Scuderia. Und immer dann, wenn sich in Maranello das Personalkarussell drehte, fuhren die roten Autos auch hinterher. Sebastian Vettel sollte sich Sorgen machen.

Marco Mattiacci stolpert über Alonso

Weil das Ziel WM-Titel schnell in weiter Ferne verschwand, schlich sich in Maranello Chaos ein. Drei Teamchefs, zwei Präsidenten, die Absagen von Adrian Newey, Andy Cowell und Ross Brawn, der Rausschmiss von Motorenchef Luca Marmorini, die Kündigung von Fernando Alonso. Auch der Posten von Chefdesigner Nicolas Tombazis ist in Gefahr. Kann irgendjemand darin einen Plan entdecken?

Nichts dokumentiert die Hilflosigkeit besser als die kurze Amtszeit von Rennleiter Marco Mattiacci. Im April angeheuert, im November gefeuert. Entgegen aller Vermutungen war der Rennleiter-Posten für den früheren Ferrari USA-Chef kein Durchlaufposten auf dem Weg zum Ferrari-Präsidenten.

Vermutlich stolperte Minutenbrenner Mattiacci über die Affäre Alonso. Der Spanier wollte weg, unterschrieb einen Auflösungsvertrag, der nichts wert war, klagte sich zurück und soll dafür von Ferrari eine Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe bekommen haben.

Mit Maurizio Arrivabene ist nichts gewonnen

Mattiacci ging mit dem Makel in das hohe Amt, dass er keine Motorsport-Vergangenheit hatte. Sein Nachfolger kennt die Formel 1 zwar seit 1997, aber nur aus der Sicht eines Sponsors. Er hat nie einen Rennstall geführt. Jetzt muss er das Tollhaus Ferrari in Ordnung bringen. Arrivabene wird genauso ins kalte Wasser geworfen wie Mattiacci. Damit ist nichts gewonnen.

Ferrari braucht einen Mann mit Erfahrung, einen der im Team Respekt genießt und das Geschäft von allen Seiten kennt. Und einen, der Druck auf die leise Art ausübt statt die Angestellten aufzufordern, noch härter zu arbeiten. Als ob sie das nicht schon getan hätten.

Ein Teil des Ferrari-Problems der jüngsten Zeit liegt darin, dass viele Angestellte aus Angst vor Konsequenzen sich und ihren Job schützen. Keiner traut sich mehr, etwas falsch zu machen. Daraus resultiert Mittelmaß.

Sergio Marchionne verhindert Brawn-Comeback

Ross Brawn wäre der Mann gewesen. Noch dazu einer mit Ferrari-Vergangenheit. Brawn bekam ein Angebot, aber er sagte ab. Weil eine seiner Bedingungen nicht erfüllt wurde. Der Architekt der WM-Titel von Benetton, Ferrari, Brawn GP und Mercedes akzeptiert nur einen Chef. Sich selbst.

Und er will nicht, dass ihm das Top-Management im Tagesgeschäft dazwischenfunkt. Das wollte Marchionne nicht akzeptieren. Was kein gutes Licht auf ihn wirft. Wie übrigens auch sein Auftritt bei der Strategiegruppe am Dienstag (25.11.2014) nach Abu Dhabi in Genf.

Wozu bitte will der Präsident von Fiat Zeit in die Formel 1 investieren, wenn er einen Mann wie Brawn an der Front hätte? Wenn das Superhirn den Tanker Ferrari nicht wieder flott kriegt, dann keiner. Marchionne soll Fiat verkaufen, nicht im Formel 1-Sandkasten spielen.

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