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Schmidts F1-Blog

Weg mit dem Nachwuchs-Wildwuchs

Max Verstappen - Showrun - Rotterdam 2014 Foto: Red Bull 49 Bilder

Die FIA verschärft die Superlizenz-Vergabe. Der Bewerber muss mindestens 18 Jahre alt und zuvor wenigstens zwei Jahre in kleineren Formel-Klassen gefahren sein. Und die Nachwuchsserien werden in einem Punktesystem unterschiedlich gewichtet. Der Verband hätte noch einen Schritt weitergehen können, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

19.01.2015 Michael Schmidt

Prinzipiell ist es ein Schritt in die richtige Richtung. In Zukunft wird die Vergabe der Superlizenz für die Teilnahme an Formel 1-Rennen erschwert. 17-Jährige haben in der Königsklasse nichts verloren, auch wenn sie ein Ausnahmetalent sind wie Max Verstappen. Wenn es möglich ist, nach nur einer Formel 3-Saison in die höchste Kategorie aufzusteigen, entwertet das die Nachwuchsklassen. Das gilt ab 2016. Verstappen hat noch einmal Glück gehabt.

Superlizenz-Punkte nur für FIA-Serien

Die FIA legt aber nicht nur das Mindestalter und die Anzahl der Lehrjahre in den Nachwuchsformeln fest. Künftig bekommt eine Superlizenz nur der Kandidat, der eine bestimmte Punktezahl erreicht, die sich an Erfolgen in den einzelnen Serien bemisst. Diese werden gewichtet: Die Formel 2-Serie, die es noch gar nicht gibt, ist dabei mehr wert als die Renault-Weltserie.

Prinzipiell auch richtig. Ich wäre sogar noch einen Schritt weitergegangen und hätte nur einen Weg nach oben honoriert. Den durch die FIA-Klassen Formel 4, Formel 3 und Formel 2. Dazu noch IndyCar und die Sportprototypen WM der LMP1, weil die dort eingesetzten Autos den Fahrleistungen der Formel 1 am nächsten kommen. Und weil man aus der IndyCar-Serie eher einen amerikanischen Fahrer rekrutiert als aus den europäischen Meisterschaften. Für privat veranstaltete Serien wie die Formel Renault, die GP2 oder die japanische Super Formula sollte es gar keine Punkte geben.

Ungerecht, sagen sie. Warum? Im Fußball können sich die Vereine ja auch nicht durch die Hintertür für die Bundesliga qualifizieren. Eines der größten Probleme im Motorsport ist der Wildwuchs an Serien. Kein Mensch kennt sich mehr aus. Statt die ohnehin knappen Sponsorgelder in die offiziellen Nachwuchsklassen zu kanalisieren, vagabundiert das Geld ohne großen Gegenwert in vielen Serien umher. Und die Sponsoren verlieren die Lust, weiter in den Sport zu investieren.

Nachwuchsfahrer gehen sich aus dem Weg

Die Talente gehen sich aus dem Weg, weil sie so leichter gewinnen können. Der eine fährt GP2, der andere Renault-Weltserie. Gleiches Spiel eine Kategorie darunter in der Formel 3 und GP3. Am Ende weiß man nie, wer wirklich der beste Nachwuchspilot ist. Carlos Sainz junior, der die Renault-Weltserie vor Pierre Gasly und Roberto Merhi gewonnen hat oder die GP2-Stars Jolyon Palmer, Stoffel Vandoorne und Raffaele Marciello? Da die FIA Rennserien nicht einfach verbieten kann, bleibt nur der Weg über ein eindeutiges Leitersystem. Das trocknet den Sumpf Schritt für Schritt aus.

In der Vergangenheit hatten wir es besser. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre nahmen noch Formel 1-Fahrer an den Läufen zur Formel 2-Europameisterschaft teil. Da konnten sich die Talente im direkten Duell gegen Jim Clark, Jackie Stewart oder Jochen Rindt messen. So wusste man ganz genau, wer das Zeug zum Formel 1-Piloten hat.

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