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Schmidts F1-Blog

Williams muss sich entscheiden

Frank Williams Foto: dpa

Es ist Mitte Januar, und Williams sucht noch immer einen zweiten Fahrer neben Pastor Maldonado. Wie tief ist dieses Team gesunken? Will der dritterfolgreichste Rennstall mit der Bekanntgabe seiner Fahrer für die Saison 2012 vielleicht bis zum Donnerstag vor dem Grand Prix von Australien warten?

11.01.2012 Michael Schmidt

Solche Hängepartien sind wir eigentlich nur von Teams gewohnt, die am Ende des Feldes fahren und noch den letzten Dollar Mitgift aus den Kandidaten für das offene Cockpit herausquetschen wollen. Aber doch bitte nicht Williams. Ein Team mit sieben Fahrer- und neun Konstrukteurstiteln, mit 113 GP-Siegen und 126 Pole Positions. Es ist unwürdig für einen Rennstall mit dieser Geschichte, die Fahrerfrage bis zur letzten Minute hinauszuzögern.

Nur zwei ernsthafte Bewerber

Experten werden einwerfen, dass Frank Williams schon zwei Mal erst am Tag der Teampräsentation die Entscheidung über die Piloten getroffen hat. 2000 ließ der Teamchef Jenson Button und Bruno Junqueira bis zuletzt zappeln, 2005 mussten Nick Heidfeld und Antonio Pizzonia ewig zittern.

Doch in beiden Fällen war vorher klar, wer zur Wahl steht. In einem Fall traten zwei Rookies gegeneinander an, im anderen zwei, die bereits Erfahrung gesammelt hatten, aber nicht ganz zur ersten Garnitur zählten. Beide Male wollten sich die Ingenieure in einer Art Shootout bei den Testfahrten darüber klar werden, wer von zwei vermeintlich gleichwertigen Kandidaten der bessere ist. Das ist legitim.

Diesmal geht es eher ums Geld. Oder um persönliche Eitelkeiten. Eigentlich dürften nur zwei ernsthafte Bewerber auf den zweiten Williams-Sitz in Frage kommen: Rubens Barrichello oder Adrian Sutil. An Bruno Senna oder Jaime Alguersuari sollte Teamchef Adam Parr nicht einmal einen Gedanken verschwenden. Selbst, wenn von dort viel Geld käme. Senna und Alguersuari fehlt die Erfahrung und wohl auch der Speed, um ein Team, das sich im freien Fall befindet, wieder aus der Krise zu fahren. Pastor Maldonado ist nach nur 19 Formel 1-Rennen noch nicht in der Lage, eine Führungsrolle zu übernehmen.

Williams braucht schnell Ergebnisse

Williams muss in der Saison 2012 Vertrauen zurückgewinnen. Sonst melden sich noch mehr Sponsoren ab. Wenn die Truppe aus Grove das Ruder herumdrehen will, muss sie 2012 um Platz fünf fahren und nicht um Platz zehn. Das geht aber nur mit einer Nummer eins im Cockpit, die das auch umsetzen kann.

Wenn man nun rie Entscheidung zwischen Barrichello und Sutil zu treffen hätte, dann müsste diese eigentlich längst gefallen sein. Beides sind bekannte Größen. Man weiß, was man an ihnen hat oder auch nicht. Da gibt es auch in den nächsten Wochen keine neuen Erkenntnisse mehr zu gewinnen. Beide bringen ungefähr fünf Millionen Euro mit. Beide wollen nur einen Einjahresvertrag, sind also nicht unbedingt eine Investition in die Zukunft. Aber darum geht es auch nicht. Williams braucht Ergebnisse, und zwar schnell.

Barrichello kann 323 Grand Prix Erfahrung, einen ungebrochenen Einsatz und immer noch genügend Speed aufbieten. Sutil hat 14 Jahre weniger Erfahrung, ist aber elf Jahre jünger. Und er hat in der zweiten Saisonhälfte 2011 bewiesen, dass er ganz vorne mitfahren kann. Vielleicht hat er ein bisschen zu lange mit der Lösung Ferrari gepokert. Vielleicht geht er lieber volles Risiko und setzt auf den Ersatzfahrerjob bei Ferrari oder Mercedes, um dann 2013 zum Stammfahrer aufzusteigen.

Aber auch das müsste Adam Parr bekannt sein. Wozu also warten? Wenn Williams weiter den Eindruck erweckt, dass man nicht weiß, was man will, dann ist das die erste Eintrittskarte auf dem Weg ins Niemandsland. Wir erinnern: So fing es auch bei Teams wie Lotus, Brabham, Ligier, Tyrrell oder Jordan an.     

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