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Schmidts F1-Blog

Der wahre Grund für Verstappen-Wechsel

Max Verstappen - Red Bull - Milton Keynes Foto: Red Bull Content Pool 49 Bilder

Daniil Kvyat macht nach vier Rennen Platz für Max Verstappen und verschwindet im B-Team Toro Rosso. Der Unfall des Russen in Sochi war nicht der Grund für die Degradierung, sondern willkommener Anlass. Red Bull hat Angst, dass ihnen Verstappen davonläuft, meint Michael Schmidt.

06.05.2016 Michael Schmidt

Es ist schon komisch. Anfang der Woche haben wir uns unter Kollegen über das Thema unterhalten. Wann holt Red Bull Max Verstappen ins A-Team? Wir dachten, ehrlich gesagt, nicht daran, dass es so früh passiert. Doch wir waren überzeugt, dass es noch im Verlauf dieser Saison passiert wäre. Warum? Dazu später.

Vergessen Sie den Red Bull Pressetext zu dem Thema. Der erzählt uns, dass Max Verstappen ein außergewöhnliches Talent ist und man mit zwei Teams in der glücklichen Lage sei, die Fahrer untereinander auszutauschen. Kvyat bekäme jetzt bei Toro Rosso die Chance, seine Form wiederzufinden und sein Potenzial zu zeigen. Leute, das ist scheinheiliger Unsinn. Kvyat hat in Sochi Mist gebaut, doch er wurde ein Rennen zuvor Dritter beim GP China. So schlecht war er nun auch wieder nicht. Und wir dürfen nicht vergessen, dass Kvyat gegen Daniel Ricciardo fährt. Der Australier zählt für mich zu den Top 5 in der Formel 1. Wenn ich mich recht erinnere, hat er vor zwei Jahren Sebastian Vettel geschlagen.

Red Bull hält Verstappen-Clan bei Laune

Die Startkollision von Sochi war nicht der Grund, warum Kvyat jetzt eine Strafrunde bei Toro Rosso einlegen muss. Es war der Anlass. Nicht um Kvyat zu strafen, sondern den Verstappen-Clan bei Laune zu halten. Verstappen ist bis 2018 im Red Bull-Pool, aber nur, wenn er spätestens 2017 in das Hauptteam aufsteigt. Bei Red Bull kennt man die Begehrlichkeiten von Ferrari und Mercedes. Und das Verstappen-Management kennt sie auch. Ganz zufällig laufen Ende des Jahres die Verträge von Nico Rosberg und Kimi Räikkönen aus. Mit anderen Worten: Da ist Druck auf dem Kessel.

Druck, den auch Verstappens Management macht. Dort hat man längst gemerkt, dass mit dem Toro Rosso bestenfalls die gleichen Ergebnisse zu erzielen sind wie im letzten Jahr. Irgendetwas zwischen Platz 4 und 10. Um aufs Podium zu fahren, müssen von den drei Topteams schon mindestens vier Autos ausfallen. Oder außergewöhnliche Bedingungen herrschen.

Verstappen hat eine außergewöhnliche Begabung. Dazu ist er hungrig, aggressiv, fordernd, egoistisch, ungeduldig. Alles Eigenschaften, die einen Champion ausmachen. Er weiß, dass er bessere Ergebnisse braucht als 2015, um die Story des Wunderkindes fortzuschreiben. Sonst wird schnell vergessen, dass ein zukünftiger Superstar in ihm steckt. So brutal ist die Formel 1-Welt. Toro Rosso kann aus seiner Zwangsjacke nicht heraus. Man hat nicht das Budget der großen Teams. Man verfügt zwar über ein exzellentes Auto, aber auch einen alten Ferrari-Motor im Heck, der nicht mehr weiterentwickelt wird. Und man macht zu viele Fehler an der Boxenmauer. Jetzt kam auch noch der Motorschaden in Sochi dazu. Böse Erinnerungen an die pannenreiche Saison 2015 wurden wach.

Man musste sich schon fragen, warum Toro Rosso John Booth verpflichtet hat. Für mich purer Aktionismus, um Verstappen zu zeigen, dass sich bei Toro Rosso etwas bewegt. Nichts gegen John Booth als Person. Er ist ein Racer mit Erfahrung. Doch hat er sich jemals durch geniale Strategien oder den Aufbau eines erfolgreichen Formel 1-Teams hervorgetan? Für mich hat Red Bull Verstappen aus einem einzigen Grund ins A-Team befördert. Um dem Management des Holländers früh den Wind aus den Segeln zu nehmen, sich irgendwo anders umzuschauen. Für uns Zuschauer ist der Fahrertausch eine interessante Komponente. Mal schauen, wie sich Verstappen gegen Ricciardo schlägt. Wenn da mal der Schuss nicht nach hinten losgeht.

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