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Schmidts F1-Blog

Zwei Pflichtstopps sorgen nicht für Action

Jenson Button - Boxenstopp - Formel 1 - 2013 Foto: xpb 12 Bilder

Pirelli diskutiert mit den F1-Bossen über die Einführung von zwei Pflichtboxenstopps für die kommende Saison. Formel 1-Experte Michael Schmidt protestiert in seinem aktuellen Blog gegen den Plan. Er sieht die Gefahr, dass der Reiz unterschiedlicher Strategien verloren geht - wie in der DTM.

07.11.2013 Michael Schmidt

In Abu Dhabi trafen sich FIA-Präsident Jean Todt, Bernie Ecclestone und Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera. Dort wurde auch über die Idee gesprochen, zwei Pflichtboxenstopps einzuführen. Da fällt einem wirklich gar nichts mehr dazu ein.

Macht die Formel 1 denn wirklich alles falsch, was man falsch machen kann? Hat denn keiner aus der DTM gelernt, wo die Pflichtboxenstopps nur für Verwirrung sorgen, statt das Renngeschehen zu beleben? Die Formel 1 braucht keine Pflichtboxenstopps, weil sie dann noch berechenbarer wird, als sie es ohnehin schon ist.

Pflichtboxenstopps als Show-Element

Was bitte soll die Vorschrift bringen, dass jeder Teilnehmer mindestens zwei Mal die Reifen wechseln muss? Bei der Perfektion der Boxencrews ist es höchst unwahrscheinlich, dass sich dadurch etwas am Rennverlauf ändert. Über insgesamt 44 Boxenstopps gehen heute maximal zwei schief. Meistens bei den kleinen Teams. Der Rest liegt innerhalb von 1,5 Sekunden.

Da Pirelli 2014 aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich lang haltende Betonreifen anliefert, wäre der zweite Stopp ein reines Show-Element ohne technische Notwendigkeit. Dreistopprennen wird es dann gar nicht geben.

Die Zuschauer aber fallen auf künstliche Elemente nicht mehr rein. Das zeigt die DTM. Das Interesse an Deutschlands Vorzeige-Serie ist im Sinkflug. Weil man dort die Fehler schon macht, die die Formel 1 von ihr kopieren will.

Strategien sorgen für Spannung

Der Reiz liegt im Augenblick darin, dass es strategisch noch Unterschiede gibt. Force India hat sich in Abu Dhabi dank reifenschonender Abstimmung und Fahrweise neun Punkte geholt, die sie bei zwei Stopps für alle nie bekommen hätten. Es ist schön zu sehen, dass Mut zum Risiko belohnt wird.

Aber wahrscheinlich gefällt das den Top-Teams nicht. Die hätten am liebsten eine Gewinngarantie. Also gleiche Taktik für alle. Wer glaubt, zwei festgeschriebene Reifenwechsel bringen mehr Spannung, der irrt. Kaum brachte Pirelli langlebigere Reifen, glichen sich die Strategien an. Die meisten Rennen der zweiten Saisonhälfte wurden zur Schlaftablette.

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