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Schmidts Formel 1 Blog

600 Kilometer und nichts gelernt

Formel 1 GP England 2013 Sebastian Vettel Box Foto: Red Bull 91 Bilder

Wieso ist Red Bull im Training kaum gefahren? Im Mercedes-Prozess rechneten sie mit Ferrari noch vor, wie wichtig jeder Kilometer ist. Die Formel 1 macht sich lächerlich, meint Michael Schmidt.

29.06.2013 Michael Schmidt

80 000 Zuschauer, aber nur 102 Runden. Oder 600 Kilometer, verteilt auf 22 Teilnehmer. Die Formel 1-Teams nahmen an der ersten Trainingssitzung zum GP England kaum Teil. Dabei war es ein offizielles Training, kein verbotener Reifentest. Gut, es regnete, doch das war kein Grund in den Boxen zu bleiben. Keiner musste Regenreifen sparen. Für den Rest des Wochenendes ist schönes Wetter vorhergesagt.

Formel 1 macht sich lächerlich

Der Sport hat wieder einmal eine Gelegenheit wahrgenommen, sich lächerlich zu machen. Vor allem nach dem, was wir vergangene Woche bei der Gerichtsverhandlung in Paris alles gehört haben.

Was haben uns Red Bull und Ferrari da vorgerechnet? Jeder Kilometer zählt. Und wenn es nur darum geht, die Standfestigkeit des Autos zu verbessern. 1000 Kilometer Erfahrungsvorsprung entsprechen einer detaillierten Aufstellung zufolge einem Vorteil von 162 WM-Punkten. Komisch, dass die beiden Red Bull-Piloten am Freitagmorgen in Silverstone nur fünf Runden oder 30 Kilometer abspulten. Jetzt, wo man auf Mercedes einen Teil der 1000 Kilometer hätte aufholen können, die der Konkurrent verbotenerweise in Barcelona zurückgelegt hat.

Eine Falle für Mercedes?

Zumal sich auch Mercedes vornehm zurückhielt. Lewis Hamilton und Nico Rosberg zeigten sich nur acht Runden oder 47 Kilometer dem Publikum. Das wäre leicht zu toppen gewesen. Man muss Mercedes verstehen. Denen saß der Schreck von Paris noch so in den Gliedern, dass sie sich fälschlicherweise auf einem Reifentest wähnten. Es gab weder eine ausdrückliche Genehmigung durch FIA-Rennleiter Charlie Whiting, noch ein Testprogramm von Pirelli. Das roch nach einer Falle. Also besser in der Box bleiben und warten, was die Konkurrenz macht.

Als schließlich die ToroRosso ausrückten, war der Bann gebrochen. Wenn schon ein Fahrer aus dem Reich der Red Bull sich auf die Strecke traute, musste das Training legal sein. Hamilton und Rosberg konnten getrost ihre gelben Helme auspacken. Und Ferrari war auch mit seinem 2013er Auto auf der sicheren Seite.

Strafen für Passivität

Trotzdem wurde nur den Zuschauern nur Schonkost geboten. Irgendwie widerspricht sich dieser Zirkus laufend in seiner Argumentation. Das Schlimme ist, dass er es nicht einmal merkt. Die FIA sollte sich für Passivität im Training Strafen ausdenken. Zum Beispiel: Wer ohne nachvollziehbaren Grund weniger als 100 Kilometer in einer Trainingssitzung fährt, muss einen Testtag auslassen. Wäre doch sinnvoll.

Lotus-Teamchef Eric Boullier soll gesagt haben, dass in Wimbledon auch nicht bei Regen gespielt wird. Wie dumm ist das denn? Da wird über Reifen geschimpft, die keine 20 Runden halten, dann aber nimmt man den Regen dafür als Ausrede, gar nicht zu fahren. Angeblich, weil es bei so viel Wasser auf der Bahn zu gefährlich ist. Sollen sie mal andere Autos bauen, die auch bei Nässe brauchbar sind, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen. In diesem Jahr hat es an sechs von acht GP-Wochenenden mindestens einen Trainingstag lang geregnet. Der Lerneffekt aus einem Regentraining wäre also durchaus beträchtlich gewesen.

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