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Schmidts Formel 1 Blog

Show im Rennen wichtiger als im Quali

McLaren - Formel 1 - GP China - 13. April 2013 Foto: McLaren 26 Bilder

Darf man in einer Qualifikation den Fans so wenig Action bieten wie in China? Eigentlich nicht. Dafür bekommen die Zuschauer ihre Show im Rennen, meint Formel-1-Experte Michael Schmidt.

13.04.2013 Michael Schmidt

Das Abschlusstraining zum GP China war keine Werbung für den Motorsport. Als es ins Top Ten-Finale ging, da zeigte sich zunächst nur Sebastian Vettel auf der Straße. Er bog nach einer Runde sofort wieder in die Boxengasse ab. Dann sechs Minuten Ruhe. 2.44 Minuten vor der schwarz-weiß karierten Flagge rückten die zehn Fahrer endlich aus. Vettel und Button wollten auf ihren harten Reifen nur ihre Pflicht erfüllen und eine fliegende Runde mit moderatem Tempo drehen. Nico Hülkenberg zeigte nur für eine Runde Streckenpräsenz. Richtig Gas haben nur sieben der zehn Fahrer gegeben.

Reifensparen ist absurd

Das warf die Frage auf: Darf man den Zuschauern an der Strecke und daheim vor den Fernsehschirmen so wenig Action bieten? Führt das Reifensparen nicht zu absurden Strategien, wo es besser ist in den Boxen zu warten als draußen auf die Jagd nach der Bestzeit zu gehen? Wer die Qualifikation isoliert betrachtet, muss zu dem Schluss kommen, dass die Besucher für ihr Geld einen schlechten Gegenwert bekamen.

Dafür verspricht die Startaufstellung und die unterschiedliche Bereifung der Autos beim Start ein mega-spannendes Rennen. Was ist jetzt wichtiger: Eine gute Show am Samstag oder am Sonntag? McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh beantwortet sie: "Das Highlight sollte das Rennen sein."

Die Wahrheit ist, dass Spannung im Training und im Rennen eben nicht jedes Mal möglich ist. Manchmal muss man einen Tod sterben. Würde man den Fahrern in der Qualifikation beliebig viele Reifen mit auf den Weg geben, die alle auch noch eine Ewigkeit halten, dann fährt der Schnellste vor dem Zweitschnellsten los. Und so kommen sie in der Regel auch ins Ziel. Da würden die Kritiker spätestens nach der Zielflagge am Sonntag fragen: Muss das so sein?

Neuer Qualifikationsmodus?

Zwischen 1995 und 2003 wurde ständig an den Qualifikationsformaten herumgedoktert. Von zwölf Runden mit vier Reifensätzen pro Fahrer bis zum Einzelzeitfahren. Es wurde nicht besser, sondern schlechter. Die K.O.-Runden haben sich bewährt. Hin und wieder mit dem Nachteil, dass Fahrer lieber auf gute Startplätze verzichten um die Reifen fürs Rennen zu schonen.

Es gibt zum bestehenden System eigentlich nur eine Steigerung. Quasi eine Verschärfung des aktuellen Modus. Alle zwei Minuten scheidet der Letzte in der Rangliste aus. Dann wären alle gezwungen, von Beginn des Trainings an zu fahren. Jeder Reifenwechsel wäre mit dem Risiko verbunden, dass man vier Minuten lang nicht an der Zeitenjagd teilnehmen kann und unter Umständen aus der Wertung fällt. Und wer für sich entscheidet, dass er Reifen sparen will, kann jederzeit aussteigen. Doch bis dahin ist er bereits ein anständiges Stück gefahren.

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