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Schmidts Formel-1-Blog

Warum entschuldigt sich Lotus?

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP Indien - 26. Oktober 2013 Foto: Lotus 93 Bilder

Kimi Räikkönen musste beim GP Indien Kritik vom eigenen Team einstecken.
Jetzt rudert Lotus zurück. Dafür gibt es keinen Grund, denn Chefingenieur Alan Permane hatte Recht mit seinem Funkspruch, meint Michael Schmidt.

30.10.2013 Michael Schmidt

Nach dem GP Indien gab es bei Lotus nicht viel zu feiern. Trotz des dritten Platzes von Romain Grosjean. Doch in der Stunde nach der Zieldurchfahrt wirkte eine Szene noch nach, die sich vier Runden vor Schluss abgespielt hatte.

Ingenieure enttäuscht von Räikkönen

Kimi Räikkönen verteidigte seinen Platz trotz rapide nachlassender Reifen mit der Sturheit eines tibetanischen Mönches. Und das auch noch gegen Teamkollege Grosjean. Was dazu führte, dass es um ein Haar zu einer Kollision gekommen wäre. Danach wurden am Funk unfreundliche Worte gewechselt. Chefingenieur Alan Permane herrschte Räikkönen an, er solle Grosjean sofort vorbeilassen. Räikkönen bellte zurück, dass man in dem Ton nicht mit ihm reden soll.

Nach dem Rennen ging der verbale Schlagabtausch weiter. Die Ingenieure zeigten sich enttäuscht von ihrem Starpiloten. Besonders Permane: "Wir haben Kimi zunächst nicht zum Platztausch aufgefordert, weil wir dachten, er sei intelligent genug, die Situation selbst zu begreifen. Du kannst einen Fahrer nicht aufhalten, der zwei Sekunden pro Runde schneller ist. Und Kimis Reifen wären ja immer noch schlechter geworden. Er weiß ganz genau, wie radikal diese Reifen einbrechen, wenn sie mal über den Berg sind."

Permane hatte mit seiner Kritik Recht

Permanes Worte lösten im Netz einen Shitstorm aus. Räikkönen-Fans beschimpften das Team und Kimis Kritiker. Inzwischen rudert Permane zurück. Wozu? Er hatte mit seiner Kritik Recht. Auch die Deutlichkeit der Worte geht in Ordnung. Räikkönen ist ja auch kein Kind von Traurigkeit. Er sagt, was er denkt. Das ist gut so.

Dann muss er aber auch einstecken können. Warum bitte, müssen wir uns heute für jedes Wort rechtfertigen? Nur weil ein paar bornierte Kimi-Fans nicht einsehen wollen, dass ihr Idol einen Fehler gemacht hat? Die meisten, die sich da jetzt künstlich aufregen, tun das noch nicht einmal mit offenem Visier, sondern unter Decknamen und ohne Foto.

Endlich offene Worte

Wir sollten froh sein, wenn in diesem klinisch gereinigten Formel 1-Zirkus einer mal den Mund aufmacht. Und wenn einem die Meinung dann nicht passt, sollte man wenigstens gute Argumente vorbringen können, statt nur pauschal zu schimpfen. Ich finde es schade, dass Permane seine Worte zurückgenommen hat. Oder es auf Geheiß des Teams tun musste. Lotus war bis jetzt der letzte Rennstall, der Fahrer und Teammitglieder an der langen Leine führte. Offenbar ist damit jetzt auch Schluss.

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