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Schnelle Dauerläufe

Sauber rückt auf das Radar der Top-Teams

Kamui Kobayashi - Sauber - F1-Test Jerez 2012 Foto: Sauber 20 Bilder

Der neue Sauber C31 war bis jetzt eine graue Maus. Doch plötzlich rücken die weiß-grauen Autos ins Rampenlicht. Nicht wegen der Bestzeit von Kamui Kobayashi letzte Woche. Sondern wegen der Dauerläufe von Sergio Perez am Donnerstag. Mercedes hat die Schweizer weit vorne in ihrer Analyse. Und Stardesigner Adrian Newey hält den C31 für ein gut gemachtes Auto.

02.03.2012 Michael Schmidt

Am Samstag (3.3.) geht es los. Dann packen die Teams ihre großen Geheimnisse aus. Mark Webber tut geheimnisvoll: "Passt auf, was da morgen kommt." Auch McLaren hat eine Technikoffensive angekündigt. Man raunt sich zu, dass auch McLaren einen F-Schacht im Frontflügel einsetzt. So wie Mercedes. "Bei uns tröpfeln jeden Tag neue Teile ein", verrät Sportchef Norbert Haug. Mercedes hat mit einem neuen Heckflügel bereits ein erstes Zeichen gesetzt. Und sind näher an die Spitze herangerückt. Doch dazu später.

Sauber beeindruckt Wettbewerber

Von Lotus als Geheimfavoriten haben wir schon berichtet. Auch dem Force India wird eine Überraschung zugetraut. Doch seit dem Donnerstag (1.3.) ist plötzlich auch Sauber auf den Radar der Top-Teams gerückt. Der Bestzeit von Kamui Kobayashi vergangene Woche von 1:22.312 Minuten wurde noch keine Bedeutung zugemessen. Man weiß nie, unter welchen Bedingungen solche Runden zustande kommen.

Die harte Währung sind die Dauerläufe. Und da hat Sergio Perez am Donnerstag die Analysten beeindruckt. "Wenn wir konservativ rechnen, dann fahren die sogar im Spitzenfeld mit", warnt Norbert Haug. Mark Webber erzählt. "Adrian Newey ist von dem Sauber beeindruckt. So wie vom Lotus. Wenn Adrian ein Auto gefällt, heißt das etwas. Er hat einen Blick dafür." Auch Nico Hülkenberg warnt vor Sauber: "Nach allem, was wir wissen, fahren die auf unserem Niveau. Williams ist auf eine Runde schnell, liegt aber im Dauerlauf hinter uns."

Mercedes führt Top-Speed-Wertung an

Offenbar stimmt beim Sauber C31 die aerodynamische Effizienz. Man ist schnell auf eine Runde und schnell auf der Geraden. Mercedes führte die Rangliste der Top-Speeds am Donnerstag mit 321,4 km/h an, gefolgt von McLaren mit 320,5 km/h. Dann kommen schon Force India und Sauber mit je 319,5 km/h.

Da man davon ausgehen darf, dass der Mercedes-Motor ein paar PS mehr mobilisiert als der Ferrari V8, spricht das für die Aerodynamik des Sauber. Im Vergleich dazu kam Felipe Massa im Ferrari nur auf 312,1 km/h. Langsamster auf der Geraden war übrigens Mark Webber. Dem Red Bull fehlten 11,1 km/h auf den Mercedes. Doch das ist man gewöhnt. Dafür das der Red Bull auch mehr Abtrieb als der Rest.

Die Teams stellen weiter ihre Hochrechnungen an. Ausgangspunkt sind Rennsimulationen. Da gibt es eine Bestcase- und Worstcase-Kalkulation. Bestcase aus Sicht der Konkurrenz heißt, dass am Beginn der Renndistanz 140 Kilogramm Sprit im Tank drin sind. Die Minimalmenge für 66 Runden. Worstcase bedeutet, dass der Gegner mit 160 Kilogramm Sprit an Bord sein wahres Potenzial zu verschleiern versucht.

Barcelona zählt zu den Strecken mit eher geringem Benzinverbrauch. Deshalb ist der Spielraum besonders groß. Ausgehend von dieser Annahme werden alle andere Rundenzeiten bewertet. Dadurch ergibt sich ein mehr oder weniger akkurates Bild. Im Konkurrenzvergleich sind deshalb immer drei Kurven zu sehen. Die für das eigene Team, die der besten und der schlechtesten Annahme für den jeweiligen Gegner.

Mercedes holt auf

Mercedes-Teamchef Ross Brawn hat anhand dieser Daten letzte Woche den Rückstand auf Red Bull mit einer halben bis dreiviertel Sekunde taxiert. Dieser Stand ist nicht mehr aktuell. Nicht nur die neuen Teile am Mercedes AMG W03 haben Fortschritte gebracht, auch die Setup-Arbeit von Nico Rosberg am Donnerstag.

Michael Schumacher setzte sie am Freitag fort. "Da haben wir richtig Zeit gefunden", freut sich Haug. Das ist der Unterschied zum Vorjahr. Wegen der Kinderkrankheiten mit der Kühlung, KERS, DRS und dem Auspuff kam Mercedes vor der Saison nie richtig dazu, das Auto optimal abzustimmen. Nicht nur die eigenen Hochrechnungen belegen, dass Mercedes näher an Red Bull herangerückt ist. Auch bei Red Bull geht man davon aus, dass der Vorsprung auf die Silberpfeile auf unter eine halbe Sekunde gefallen ist. Aber vielleicht packt Adrian Newey ja am Wochenende  noch eine Wunderwaffe aus, die den alten Stand wieder herstellt.

Lotus als große Unbekannte

Das ist auch nötig, denn Red Bull stuft McLaren auf Augenhöhe ein. "Auf gebrauchten Reifen sind wir noch dahinter", gab McLaren-Teamchef Martin Whimtmarsh letzte Woche preis. Lotus bleibt die große Unbekannte. Romain Grosjean erzählte gestern, dass er das gleich gute Gefühl mit dem Auto habe wie in Jerez: "Du kannst ans Limit gehen, ohne dir Sorgen zu machen. Dieses Auto ist in jeder Phase berechenbar. Du kannst ihm vertrauen, mit ihm spielen."

Doch Lotus ist noch nie mehr als zehn Runden am Stück gefahren. Da sind die Hochrechnungen mit einer hohen Streuung behaftet. Außerdem fehlen dem schwarzen Auto noch Runden. In der Wertung Kilometer pro Testtag liegt Mercedes mit 469 Kilometern vor Williams (447), McLaren (427), Sauber (411), Force India (405), Red Bull (387), Ferrari (367), Toro Rosso (367), Caterham (362) und Lotus mit nur 360 Kilometern pro Testtag. 

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