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Schumacher-Comeback

Die großen Comebacks der Formel 1

McLaren 1986 Foto: Wolfgang Wilhelm 22 Bilder

Michael Schumacher kehrt beim GP Europa in Valencia in die Formel 1 zurück. Es ist eines der spektakulärsten Comebacks des Sports und der Formel 1. Hier eine Übersicht über alle Formel 1-Piloten, die nach einer Pause zurückgekehrt sind.

30.07.2009 Michael Schmidt

Michael Schumacher kennt sich aus mit Comebacks. 1999 musste er nach seinem Unfall in Silverstone sechs Rennen pausieren. Als er nach 98 Tagen Rekonvaleszenz beim GP Malaysia wieder einstieg, meldete er sich mit der Pole Position, einem zweiten Platz und der schnellsten Runde zurück. Diesmal war die Pause freiwillig.

Historische Comebacks von Lauda, Prost und Mansell

Wenn er am 23. August In Valencia wieder in sein Ferrari-Cockpit steigt, dann sind 1.036 Tage und 45 Grand Prix seit seinem 249. Formel 1-Start vergangen. Doch Schumacher ist mit seiner spektakulären Rückkehr nicht allein. Vor ihm gab es schon historische Comebacks nach freiwilligen und erzwungenen Pausen.  

Niki Lauda ist der Klassiker. Der Österreicher kehrte zwei Mal zurück, und beide Male war es ein Medienereignis. Als er sich 1976 nur sechs Wochen nach seinem Feuerunfall vom Nürburgring in Monza in seinen Ferrari setzte, da war es wie die Wiederauferstehung eines Toten. Der vierte Platz des dreifachen Ex-Weltmeister zählte wie ein Sieg. Ende 1979 hatte Lauda genug von der Formel 1. Er verabschiedete sich nach dem ersten Training zum GP Kanada mit den Worten, dass er nicht mehr im Kreis fahren wolle. Drei Jahre später überredete ihn McLaren-Chef Ron Dennis zu einem Comeback. Lauda brauchte Geld, nachdem der Aufbau seiner eigenen Fluglinie mehr gekostet hatte als erwartet.

Der Zeitraum der Abwesenheit ist als durchaus vergleichbar mit dem Fall Schumacher. Wieder meldete sich Lauda mit einem vierten Platz zurück. Schon bei seinem dritten Einsatz in seiner dritten Karriere gewann er in Long Beach den GP USA-West. 1984 wurde er noch ein drittes Mal Weltmeister.

Alain Prost trennte sich Ende 1991 im Unfrieden von Ferrari. Ein Jahr lang pausierte der Professor, frustriert vom Misserfolg und der Kritik an seiner Person in den Medien. Doch Prost nutzte die freie Zeit, um sich bei Williams, dem damaligen Topteam ein Cockpit zu sichern und Erzrivale Ayrton Senna auszusperren. Prost bereitete sein Comeback mit gewohnter Akribie vor. 1993 sollte die Krönung seiner Karriere und zugleich seine letzte Saison werden. Der vierfache Weltmeister holte den Titel, gewann sieben Rennen und stand 13 Mal auf der Pole Position.

Nigel Mansell kehrte nach seinem WM-Titel 1992 der Formel 1 verbittert den Rücken zu. Er fühlte sich bei Williams schlecht behandelt, weil man ihm Alain Prost vor die Nase setzen wollte. Mansell ging in die IndyCar-Serie und wurde auch dort Meister. 1994 lief es jenseits des Atlantiks nicht mehr so gut für den erfolgsverwöhnten Engländer. Als bei Williams nach dem Tod von Ayrton Senna eine Vakanz entstand, wurde Mansell für vier Rennen zu je einer Million Dollar eingekauft. Immer wenn es sein US-Kalender zuließ, ersetzte Mansell den Ersatzmann David Coulthard. Die ersten beiden Einsätze 1994 verliefen unspektakulär. In Suzuka wurde er nach einem großartigen Duell mit Jean Alesi Vierter. Doch beim Finale in Adelaide schlug Mansell noch einmal zu. Im Alter von 41 Jahren und 97 Tagen gewann er den letzten grand Prix des Jahres. 

Mario Andrettis Karriere klang nach seinem WM-Titel ziemlich klanglos aus. In den folgenden drei Jahren holte der Italo-Amerikaner mangels konkurrenzfähiger Autos nur noch 18 WM-Punkte. Andretti zog sich daraufhin wieder in die IndyCar-Serie zurück. Als Ferrari wegen der Unfälle von Gilles Villeneuve und Didier Pironi seine Cockpits neu besetzen musste, erreichte den verlorenen Sohn, der bereits Anfang der 70er Jahre für Ferrari gefahren war, der Ruf aus Maranello. Ausgerechnet in Monza gab Andretti ein Comeback. Der damals 42-Jährige überraschte die Fachwelt mit der Pole Position. Im Rennen wurde der US-Boy Dritter.

Surtees brach sich fast alle Knochen - und kam zurück

Alan Jones trat 1981 nach verlorener Titelverteidigung ab. Der dickliche Australier hielt es aber nur zwei Jahre in seiner Heimat aus. 1983 gab er ein einmaliges Comeback im Arrows, das aber zur Pleite geriet. Ernsthafter waren seine Einsätze 1985 und 1986 für Haas-Lola. Der Champion von 1980 sollte mit dem von Ford unterstützten US-Team noch einmal an die alten Erfolge anknüpfen. Der Versuch misslang, weil Auto und Motor nur Durchschnitt waren. Jones schrieb sich mit vier WM-Punkten 1986 wenigstens noch einmal in die WM-Tabelle ein.  

John Surtees war bei einem Sportwagenrennen in Mosport im Herbst 1965 schwer verunglückt. Der Weltmeister von 1964 hatte sich beinahe alle Knochen im Leib gebrochen. Wie Niki Lauda hatte er von einem Priester bereits die letzte Ölung empfangen. Neun Monate später stand der zähe Engländer beim GP Monaco wieder am Start. Und wie! Surtees startete neben Jim Clark aus der erste Reihe. Enzo Ferrari hatte dem noch stark humpelnden Surtees angeboten, die Kupplung ans Lenkrad zu legen, sollte er mit seinem linken Bein Probleme haben. Surtees lehnte ab und biss sich durch. Schon seinen zweiten Grand Prix nach dem mörderischen Unfall von Mosport gewann Surtees. Er siegte bei der Regenschlacht von Spa und kündigte dann bei Ferrari, weil er sich mit Rennleiter Eugenio Dragoni zerstritten hatte.

Graham Hill hatte sich bei einem Überschlag in Watkins-Glen 1969 beide Beine gebrochen. Seine Karriere schien beendet. 153 Tage später humpelte der zweifache Weltmeister in Kyalami auf Krücken zu seinem Lotus. Hill beendete sein Comebackrennen mit einem sechsten Platz.

Der achtfache Motorradweltmeister Mike Hailwood war zwischen 1963 und 1965 ziemlich erfolglos Formel 1-Rennen gefahren. Einzige Ausbeute: ein sechster Platz beim GP Monaco 1964. Nach seinem Abschied 1965 pausierte er sechs Jahre, bevor er in Monza 1971 in einem Surtees ein sensationelles Comeback feierte. Beim knappsten Zieleinlauf aller Zeit belegte er Rang vier, nur 0,18 Sekunden hinter Sieger Peter Gethin.

Fangio nach Monaten im Gipskorsett mit furioser Rückkehr

Juan-Manuel Fangio ging als Weltmeister in die Saison 1952. Bei einem Rennen in Monza hatte er seinen einzigen ernsthaften Unfall. Der große Argentinier brach sich bei einem Überschlag in der Lesmo-Kurve mehrere Wirbel und musste monatelang ins Gipskorsett. Damit fiel die ganze WM-Saison 1952 für den fünffachen Weltmeister flach. 1953 meldete er sich auf Maserati zurück. Eindrucksvoll wie immer. Fangio wurde hinter Alberto Ascari im überlegenen Ferrari Vize-Weltmeister.

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