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Martin Brundle zum Schumacher-Comeback

"Das wird kein Durchmarsch für Schumacher"

David Coulthard Foto: Daniel Reinhard 13 Bilder

Das Comeback von Michael Schumacher beschäftigt auch seine ehemaligen Weggefährten. In unserer fünfteiligen Serie fragen wir Experten nach ihren Erwartungen zum Comeback. Martin Brundle warnt vor Problemen zu Beginn: "Du rostest ein wenig ein", so die Erfahrung des Briten.

23.01.2010 Michael Schmidt

Martin Brundle kennt Michael Schumacher als Teamkollege. 1992 fuhren die beiden bei Benetton. Brundle denkt wie alle Rennfahrer. Warum sollte Schumacher nicht zurückkehren?

"Vielleicht wollte er 2006 gar nicht aufhören. Er hat Platz für Felipe Massa gemacht, und das damit erklärt, dass er zu müde war, sich den Stress weiter anzutun. Das kann ich nachvollziehen. Je länger du dabei bist, je mehr Geld du auf der Bank hast, umso mehr stören dich die routinemäßigen Abläufe des Rennfahrerdaseins. Umso wichtiger werden Familie und Freizeit. Und wenn du dann raus bist aus diesem Leben, kommt der Zeitpunkt, wo dir das alles wieder abgeht. In dieser Phase befindet sich Michael gerade. Du bist und bleibst ein Adrenalin getriebener Mensch. Das kannst du nicht einfach so abschalten."

Schumacher immer mit Entourage

Nicht nur der Fahrspaß und das Verlangen nach Wettbewerb spielen da eine Rolle. Auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. In seiner aktiven Zeit hätte Schumacher am liebsten darauf verzichtet. "Man konnte hören, wenn Michael im Fahrerlager eintraf", erinnert sich Brundle. "Er zog immer einen Rattenschwanz an Fotografen und Autogrammjägern hinter sich her. Irgendwann wird das lästig. Doch wenn du eine Zeit lang ganz weg bist von dem Geschäft, dann erinnerst du dich gerne daran zurück."

Die drei Jahre Pause werden auch an einem wie Schumacher nicht spurlos vorübergehen, glaubt BBC-Reporter Brundle. Daran können ein paar Rennen im Kart und auf dem Motorrad nichts ändern. "Du rostest ein wenig ein. Als ich vier Jahre nach meinem letzten Formel 1-Rennen wieder in Le Mans antrat, da fielen mir die großen Überholmanöver, der enge Rad-an-Rad-Kampf, schwer. Du bist einfach nicht mehr darauf geeicht."

Nico Rosberg muss schnell erwachsen werden

Deshalb muss Schumacher gerade in der ersten Phase des Comebacks auf Nico Rosberg aufpassen. "Das wird kein Durchmarsch. Ich schätze Nico extrem stark ein. Aber Nico muss sehr schnell erwachsen werden, wenn er Michael schlagen will."

Selbst wenn Schumacher gegen den 16 Jahre jüngeren Teamkollegen verlieren sollte, wird ihm das keinen Zacken aus der Krone brechen. "Michael wird nicht so langsam sein wie Luca Badoer. Er wird einen guten Job machen, die Leute werden respektieren, dass er schon 41 ist. Seine Lebensleistung ist so einmalig, dass er keinerlei Risiko eingeht."

Beerdigt Schumacher Rosberg?

Der heute 50-jährige Brundle sieht das Risiko eher auf der Seite von Rosberg: "Wäre Michael konstant schneller als Nico, würde er ihn beerdigen." Das neue Rennformat ohne Tankstopps spielt dem Rekordweltmeister noch einen Trumpf in die Hände. "Michael hat sich schon immer schnell auf neue Bedingungen eingestellt und seine Vorteile daraus gezogen."

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