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Michael Schumacher

Was beim Boxenstopp wirklich schief ging

Michael Schumacher GP China 2012 Foto: xpb 153 Bilder

Nico Rosberg feierte beim GP China 2012 den ersten Mercedes-Sieg seit 57 Jahren. Michael Schumacher war der einzige der 23 Fahrer, der nicht die Zielflagge sah. Wir klären auf, was beim ersten Boxenstopp am Rad rechts wirklich vorne schiefgegangen ist.

19.04.2012 Michael Schmidt

Mercedes schwimmt auf der Welle des ersten Sieges. Teamchef Ross Brawn freut sich im Stillen. So wie das seine Art ist. Er hat bei Benetton, Ferrari und seinem eigenen Team Brawn GP genug Erfolgserlebnisse gehabt. Für ihn war Nico Rosbergs makellose Fahrt an der Spitze des Feldes eine Genugtuung: "Wir haben gezeigt, dass dieses Auto auch ohne DRS schnell sein kann. Nico hatte nur beim Überrunden Gelegenheit, das System zu benutzen. Jeder andere ist im Rennen öfter mit DRS gefahren."

Ampelanlage wird zum Verhängnis

Der ganz perfekte Tag wurde es nicht. Mercedes hätte vielleicht sogar einen Doppelsieg gelandet, wenn Michael Schumacher beim ersten Boxenstopp nicht ein Missgeschick unterlaufen wäre. Das Rad rechts vorne war nicht ordnungsgemäß festgezurrt. Die Radmutter hatte sich verklemmt. Kurz nach Verlassen der Boxengasse parkte Schumacher seinen Silberpfeil am Streckenrand.

Inzwischen weiß man bei Mercedes, was im Detail passiert ist. Mercedes benutzt wie fast alle Teams eine Ampelanlage. Weil Drehmomentsensoren seit dieser Saison verboten sind, muss die Information an die Ampel von den Hauptakteuren beim Boxenstopp kommen. Die Ampel schaltet auf grün, wenn sieben Knöpfe gedrückt worden sind. Die Männer an den Knöpfen sind die Mechaniker an den Wagenhebern hinten und vorne sowie die Monteure an den vier Schlagschraubern. Dazu der Spotter, der den Verkehr in der Boxengasse im Auge behält. Er kann mit seinem Knopf die Eingabe der anderen sechs überschreiben.

Knopfdruck nicht rückgängig zu machen

Ross Brawn erinnert sich: "Der Mechaniker rechts vorne hat beim Draufhämmern der Radmutter einen Widerstand gespürt und geglaubt, dass die Mutter festsitzt. Deshalb hat er beim Abziehen des Schlagschraubers den Ready-Knopf gedrückt. Als er auf das Rad schaute, sah er, dass die Mutter schräg auf der Radnabe saß. Leider haben wir keinen Knopf, der seine ursprüngliche Eingabe rückgängig machen kann. Deshalb hat er Handzeichen gegeben. Aber da war alles schon viel zu spät. Die anderen sechs hatten längst gedrückt."

Fehler passieren. Auch bei der schnellsten Boxenstoppcrew des Vorjahres. Wie nervenstark der Mann ist, der Michael Schumacher das Rennen gekostet hat, bewies er nur 30 Sekunden später. "Wir waren nach dem Zwischenfall alle nervös, als Nico reinkam", erzählt Teammanager Ron Meadows. "Und dann spulen die Jungs unseren besten Boxenstopp im ganzen Rennen ab."

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