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Schumacher

"Ich bin wettbewerbsfähig"

Foto: dpa

Rekordweltmeister und Ferrari-Pilot Michael Schumacher über Titelchancen, Bridgestone, Bruder-Duell, den Saison-Auftakt mit dem alten Auto und das Karriere-Ende.

20.01.2004

Rubens Barrichello hat seinen Vertrag bis Ende 2006 verlängert. Was bedeutet das für das Team?
Schumacher: Es war eine logische Entscheidung. Wir hatten ja schon eine stabile Situation, was das Team-Management angeht. Jetzt gilt dies auch für die Fahrer. Es ist extrem wichtig, dass der Teamgeist stimmt. Das ist jetzt wieder gewährleistet. Rubens ist sehr schnell und in den letzten Jahren immer besser geworden. Ich glaube, dass wir noch einige sehr erfolgreiche gemeinsame Jahre vor uns haben.

Wie stehen die Chancen, dass Sie 2004 Ihren Titel erneut verteidigen können?
Schumacher: Es wird bestimmt wieder ein interessantes Jahr. Man hat ja letztes Jahr gesehen, dass es immer enger zugeht. Man kann jetzt noch nicht sagen, welches Team das bessere Ende für sich haben wird. Ich habe keine Sorge, dass Ferrari nicht auf dem Posten ist.

Wird der neue Ferrari schon beim Saisonauftakt eingesetzt?
Schumacher: Das streben wir an. Eine gewisse Unsicherheit ergibt sich nur aus der Frage, ob das Auto die hohen Temperaturen beim zweiten Rennen in Malaysia aushält. Weil wir diesbezüglich Zweifel hatten, haben wir in den letzten beiden Jahren die Saison mit dem erprobten Vorjahresauto begonnen.

"Bridgestone hat jede Menge Potenzial"

Die Michelin-Partner McLaren und Williams haben bei den letzten Tests starke Zeiten gefahren. Ist es ein Nachteil für Ferrari, dass Bridgestone nur ein Spitzenteam als Partner hat?
Schumacher: Als vor ein paar Jahren die Partnerschaft zwischen Michelin und Williams begann, haben viele Experten gesagt: Es ist ein großer Vorteil, wenn sich ein Reifenhersteller auf ein Topteam konzentriert. Die gleichen Leute behaupten jetzt das Gegenteil. Das kann man doch drehen und wenden wie man will. Ich glaube, dass Ferrari in einer gut gerüstet ist: Bridgestone hat eine Menge Potenzial. Die Resultate werden für sich sprechen.
Wie schaffen Sie es, sich nach sechs WM-Titeln immer wieder zu motivieren?
Schumacher: Seit drei oder vier Jahren beantworte ich nach der Winterpause immer wieder genau diese Frage: Ich kann nur sagen: Ich bin motiviert wie immer. Ich liebe es, Sport zu treiben. Meine Arbeit macht mir Spaß. Und der Umstand, dass wir 2003 am Ende der Saison so schwer kämpfen mussten und am Ende doch gewonnen haben, hat dem Team und mir eine Extraportion Motivation gegeben.

Ihr Manager Willi Weber hat prophezeit, dass 2004 für Ihren Bruder Ralf die große Stunde schlägt. Teilen Sie diese Auffassung?
Schumacher: Vielleicht hat er Recht, vielleicht nicht. Ich glaube an Ralf, genauso, wie er an mich glaubt. Wenn Ralf Weltmeister wird, bleibt der Titel wenigstens in der Familie Schumacher. Sollten weder ich noch Rubens den Titel holen, würde ich mir wünschen, dass Ralf es schafft.

Glauben Sie, dass es Renault gelingt, sich unter den Topteams zu etablieren?
Schumacher: Ja, die Möglichkeit dazu ist da. Aber der Technikchef (Mike Gascoyne; Anm. d. Red.) hat das Team verlassen. Der letzte Schritt, der fehlt, um zu den Top Drei aufzuschließen, ist sehr schwierig.

Haben Sie das Ende Ihrer Karriere im Blick?
Schumacher: Solange ich vier Räder um mich herum habe und ein Lenkrad dazu, bin ich glücklich. Solange ich wettbewerbsfähig bin und wenigstens gleich schnell bin wie mein Teamkollege, mache ich weiter. Wenn dies mal nicht mehr Fall ist, ist es Zeit zum Aufhören. Dann wird es nämlich auch gefährlich. In letzter Zeit bin ich viel Kart gefahren und ich habe gesehen: Ich bin wettbewerbsfähig.

Können Sie sich vorstellen, einmal mit dem neuen Maserati GT-Sportwagen beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans zu starten?
Schumacher: Solange ich in der Formel 1 bin, gibt es dazu keine Gelegenheit. Ich könnte mich nicht ordentlich dafür vorzubereiten. Aber was die Zeit nach 2006 angeht: Warum nicht? 1990 bin ich schon mal in Le Mans gefahren. Es hat viel Spaß gemacht und ich habe schon Lust, dort eines Tages wieder zu fahren. Vielleicht müsste man an der Strecke ein paar Änderungen vornehmen.

Ihr alter Rivale Jacques Villeneuve wird 2004 in der Formel 1 nur zuschauen. Werden Sie ihn vermissen?
Schumacher: Für mich persönlich macht es keinen Unterschied, ob er dabei ist oder nicht. Wir haben uns nicht viel zu sagen. Für den Sport ist es aber nicht gut, wenn er kein Cockpit findet. Villeneuve ist ein großer Name.

Wie beurteilen Sie die Einigung zwischen Bernie Ecclestone und den in der GPWC organisierten Herstellern, die damit drohten, ab 2008 eine eigene Meisterschaft zu organisieren?
Schumacher: Ich bin sehr glücklich darüber, dass es eine Einigung gab. Die Formel 1 bedeutet mir sehr viel und ich habe mir ziemlich Sorgen um die Zukunft gemacht. Die Einigung gibt der Formel 1 wieder gute Perspektiven für die Zukunft.

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