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Schumacher

"Ich habe das vermisst"

Foto: dpa

So schnell war ein Formel-1-Rentner noch nie: Auf Anhieb ist Rekordweltmeister Michael Schumacher beim großen Wintertest auf dem Grand-Prix-Kurs von Barcelona seinen früheren Rivalen davongefahren.

14.11.2007

"Das Schöne ist, dass der Spaß absolut im Vordergrund stand, das war von vornherein klar", sagte Schumacher am Mittwoch. "Es ging einfach darum, für mich selbst zu wissen, ob ich extrem eingerostet bin oder nicht. Das wollte ich auf der Strecke herausfinden", sagte er. 387 Tage nach seinem letzten Formel-1-Rennen testete der Kerpener erstmals wieder für sein Ferrari-Team und sorgte nicht nur mit seiner Bestzeit für großes Aufsehen. "Ich habe das vermisst, das reine Fahren", sagte er und gab zu, vor dem Arbeitsbeginn nervös gewesen zu sein.

Internationale Presse begeistert

"Schumacher kehrte im Stile eines Champions zurück", lobte die spanische Zeitung "El Periódico" am Tag nach dem Mini-Comeback. "Super-Schumacher! Obwohl er seit einem Jahr nicht mehr gefahren war, bewies er, dass er noch immer der Alte ist", meinte die spanische Tageszeitung "Sport". Die "La Gazzetta dello Sport" bejubelte das "Comeback eines Königs. Schumi ist wieder da. Und er ist wieder der Schnellste. Schumi wie eh und je!" Schumacher-Manager Willi Weber stellte klar: "Diese Testaufgaben sind Bestandteil des Vertrages, den wir abgeschlossen haben."

Seit seinem Rücktritt nach 250 Formel-1-Rennen mit 91 Siegen ist der mittlerweile 38 Jahre alte Rekord-Weltmeister Schumacher für sein Ferrari-Team als Berater tätig. Während der neue Titelträger Kimi Räikkönen in Barcelona noch pausieren durfte, übernahm Schumacher die Entwicklungsarbeit für den Finnen. "Im nächsten Jahr sind elektronische Hilfen in der Formel 1 verboten, daher kann meine Erfahrung nützlich und sinnvoll sein", sagte Schumacher. Er ist als einer der wenigen Piloten schon ohne Traktionskontrolle gefahren.

Keine dauerhafte Rückkehr

Trotz der starken Vorstellung - am Mittwoch war Schumacher bis zum Mittag 0,940 Sekunden schneller als der bis dahin zweitplatzierte Spanier Pedro de la Rosa im McLaren-Mercedes - ist eine neuerliche Rückkehr Schumachers ins Cockpit zu Testzwecken nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. "Wenn es dem Team hilft, dann wird es gemacht", sagte Weber. Die Konkurrenz wird es mit Schrecken vernehmen. "Der Formel-1-Rentner demütigte aktive Rennfahrer", schrieb "Marca". Und "El Mundo" lobte: "Schumacher rostet nicht. Wer einmal gut war, bleibt gut. Über ein Jahr nach seinem Abschied von den Rennstrecken bewies Schumacher, dass er noch immer der Beste ist."

Auch im Ferrari-Land Italien wurde Schumacher, der am 22. Oktober 2006 nach dem Rennen in Sao Paulo zurückgetreten war, überschwänglich gefeiert. "Schumi kommt zurück uns lässt sofort wieder alle hinter sich", lobte "Il Tirreno" den Renn-Rentner. Und "Il Tempo" stellte fest: "Schumi kann’s nicht lassen." Doch eine echte Rückkehr wird es nicht geben: "Meine Entscheidung für den Rücktritt ist unwiderruflich", stellte Schumacher noch einmal fest.

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