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Schumi schlägt zurück

Schumacher wieder in Normalform

Michael Schumacher Foto: xpb 23 Bilder

Michael Schumacher ist wieder in der Spur. Zum ersten Mal gewann der Heimkehrer ein Quali-Duell gegen Teamkollege Nico Rosberg. Auch den Vergleich der drei freien Trainingssitzungen gewann der Altmeister. Was nicht nur am umgebauten Mercedes liegt.

08.05.2010 Michael Schmidt

Michael Schumacher ist zurück in der Normalität. Zumindest beschreibt er das so. Normalität, das war die Formsteigerung zwischen Bahrain und Malaysia. Und der GP Spanien schließt nahtlos an diesen Prozess an. Die Pleite beim GP China ist als Einzelfall abgehakt. "Klar hat mir das Kopfschmerzen bereitet", gibt Schumacher zu. "Zum Teil gab es Erklärungen dafür, zum Teil nicht. Ich bin lange genug in dem Geschäft um zu wissen, dass es Wochenenden gibt, wo es einfach nicht läuft."

Mercedes nicht für Schumacher umgebaut

Abgesehen davon, dass der Ausreißer von Shanghai der Vergangenheit angehört, profitiert Schumacher von dem umgebauten Mercedes. Daraus zu schließen, dass der MGP W01 nur nach Schumachers Wünschen runderneuert wurde, ist laut Teamchef Ross Brawn falsch: "Die Entwicklungen am Auto bevorzugen weder den einen noch den anderen Fahrer. Sie wurden anhand der Ergebnisse von den Wintertests bereits vor Saisonbeginn verabschiedet und begründen sich auf den Aussagen von Michael und Nico. Ein Auto, das mehr Abtrieb hat, das mehr Freiheiten in Bezug auf die Gewichtsverteilung hat, das besser bremst, hilft jedem Fahrer."

Der Vorteil für Schumacher besteht darin, dass er dank der Radstandsverlängerung jetzt in der Lage ist, mehr Gewicht Richtung Heck zu platzieren als er das vorher konnte. Da waren ihm die Hände gebunden, weil bei seinem Körpergewicht praktisch kein Ballast irgendwo im Auto verstaut werden konnte. Rosberg hatte da den theoretischen Vorteil von vier Kilogramm. "Ich fühle mich wieder mehr in einem Rennauto als zuvor", ließ Schumacher wissen. Er warnt aber davor, Rosberg wegen der einen Niederlage abzuschreiben. "Andere Strecke, andere Begebenheiten. Das eine ist mit dem anderen schlecht zu vergleichen." Mit anderen Worten: Es kann auch sein, dass Rosberg in Barcelona etwas ähnliches widerfahren ist wie Schumacher in Shanghai. Es gibt Tage, da passt einem das Auto oder die Strecke oder beides nicht.

Schumacher kommt besser mit Untersteuern zurecht

Rosberg präzisiert die erste Trainingsniederlage der Saison aus seiner Sicht: "Das Auto hat untersteuert. Das mag ich so wenig wie Michael. Ich habe versucht, das Untersteuern wegzukriegen und mir dabei Übersteuern eingefangen. Michael hat es besser hingekriegt, mit diesem Untersteuern zu leben. Ich bin ihm im Verlauf der Trainingstage näher gekommen, aber es hat am Ende nicht gereicht." Rosberg versuchte alles, um den Spieß doch noch umzudrehen: Ich habe meinen Fahrstil umgestellt und am Setup gearbeitet. Aber irgendwann ist es nicht mehr dein natürlicher Fahrstil, und das macht dich nicht gerade schneller." Die Statistik zeigt: In Barcelona war Rosberg noch nie besonders stark. Hier verlor er 2008 sogar den Zweikampf mit Kazuki Nakajima.

Die Klagen über Untersteuern überraschen. Wollte man diese Unart dem Auto nicht austreiben, dadurch das man den Radstand verlängert und damit mehr Gewicht Richtung Heck transferiert hat? Schumacher klärt das Rätsel auf: "Barcelona ist eine Strecke, die wegen der lang gezogenen Kurven Untersteuern provoziert. Das gilt für alle Autos. Deshalb musst du damit leben, so gut es eben geht. Ich habe jetzt aber mit dem umgebauten Auto mehr Möglichkeiten, das Fahrzeug so abzustimmen, wie ich es mag."

Kein Grund für gute Laune bei Mercedes

Die Freude über den umbestrittenen Fortschritt dank der Modifikationen wurde durch den großen Abstand zu Red Bull getrübt. Und auch an McLaren und Ferrari kam man nicht wirklich vorbei. "Ich fühle mich wohler im Auto, aber es gibt keinen Grund über eine Sekunde Rückstand auf Red Bull happy zu sein", konstatierte Schumacher. Man werde weiter arbeiten und darauf hoffen, dass Barcelona die perfekte Spielwiese für die Red Bull ist, was sich anderswo vielleicht nicht so wiederholen lässt. "Ich bin mal auf Monte Carlo gespannt", meinte Schumacher.

Auch sein Chef Ross Brawn sieht in dem großen Rückstand zu Red Bull keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: "Wären alle Rennstrecken so gebaut wie Barcelona, hätten wir ein Problem. Auf anderen Streckentypen wird sich der Vorsprung von Red Bull relativieren." Insgesamt könne man mit den Fortschritten der Ausbaustufe zufrieden sein, auch wenn es in der Hackordnung kaum einen Unterschied ausmacht. "Hätten wir das Auto unverändert gelassen", hält Brawn den Kritikern vor, "hätten es Michael und Nico heute nicht mal ins Top Ten-Finale geschafft."

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