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Formel 1: Präsentation des Ferrari F10

Schumacher-Comeback dank Montezemolo

Scuderia Ferrari Launch Foto: XPB 32 Bilder

Michael Schumacher lässt Ferrari nicht los. Dabei fährt der Kerpener längst für die Konkurrenz. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hätte das Thema am liebsten verdrängt, doch was soll er machen, wenn ständig nach Schumacher gefragt wird?

28.01.2010 Michael Schmidt

Bei der offiziellen Präsentation fiel kein Wort über Michael Schumacher. Da führte Luca di Montezemolo Regie. Fragen waren erst später zugelassen, im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz. Und da kam sie auch schon aus dem Hinterhalt, die Frage, vor der sich der Präsident am liebsten gedrückt hätte. Die Anspielung auf den Fahrer, der mit der Scuderia fünf WM-Titel gewonnen hat.

"Schumacher", sagt Montezemolo und sein Blick geht nach unten, "fährt jetzt für ein anderes Team. Er ist einer von vielen Gegnern." Ferrari und Schumi, das war einmal. "Lasst uns den Blick auf die Zukunft richten". Es klang wie eine Bitte.

Montezemolo entfachte Feuer bei Schumacher

Doch so einfach kam der ranghöchste Ferrari-Mitarbeiter nicht davon. Da wollte Montezemolo wenigstens ein bisschen Lorbeer für sich selbst ernten. "Ich habe mit meinem Angebot an Schumacher, den verletzten Massa zu ersetzen, sein Feuer erst wieder entfacht." Mit anderen Worten: Ohne mich würde Schumacher heute nicht in einem Mercedes sitzen. Genau das ist der Punkt, der den Ferrari-Chef stört.

Man merkt es an kleinen Randbemerkungen wie diesen: "Hätte man uns den Einsatz eines dritten Autos erlaubt, dann würde Schumacher jetzt für uns fahren." Es kommt noch schlimmer. Der abtrünnige Ex-Champion macht auch schon Werbespots für seinen neuen Arbeitgeber, ganz ungeniert in einem roten Mercedes SLS, der für Ferrari durchaus ein Gegner auf der Straße ist, auch wenn das in Maranello natürlich keiner so sieht. "Wenn Michael unser drittes Auto fahren würde", ereifert sich Montezemolo über die Kampfansage aus Stuttgart, "dann wäre das rote Auto in dem Werbespot jetzt ein Ferrari und kein Mercedes."

Ferrari nicht mit Mercedes zu vergleichen

Das klingt nach verletztem Stolz. Mercedes ist nach dem Ausscheiden von Honda, BMW und Toyota und dem Teilrückzug von Renault zwar der letzte echte Hersteller, der sich mit Ferrari auf der Rennstrecke misst, aber seit Schumachers Frontenwechsel ist das Urteil von Emotionen getrübt. Man will sich eigentlich nicht mit den Schwaben auf eine Stufe stellen.

"Ich bin froh, dass Mercedes sich noch stärker zur Formel 1 bekennt", beteuert Montezemolo, "und es ist gut, dass es ein Team gibt, dass Mercedes heißt. Aber bei allem Respekt vor Mercedes kann man uns nicht miteinander vergleichen. Ferrari ist im 61. Jahr ohne Unterbrechung in der Formel 1 dabei. Wir haben unser Team mit eigenen Kräften aufgebaut und nicht ein anderes Team übernommen."

Massa hält zu Schumacher

Felipe Massa sieht die Geschichte entspannter als sein oberster Chef. Als einer das Thema Loyalität anschneidet, in der Hoffnung, der Brasilianer möge seinen früheren Kollegen für die Fahnenflucht kritisieren, ist er bei Massa an der falschen Adresse: "Michael ist ein Musterbeispiel an Loyalität. Er konnte den Ferrari nicht fahren, weil sein Nacken nicht mitgespielt hat, und jetzt, wo er wieder gesund ist, ist kein Platz bei uns frei. Deshalb fährt er anderswo."

Ganz offensichtlich ist da noch eine Rechnung offen. Ferrari wird sie auf der Rennstrecke begleichen müssen. Auch deshalb ist es für Ferrari so wichtig, wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren.

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