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Schumacher-Rücktritt

Schumis Fünf-Minuten-Beichte

Michael Schumacher GP Japan 2012 Foto: Mercedes 153 Bilder

Einen Tag nach dem Rücktritt von Michael Schumacher sickern weitere Details durch. Der Rekordweltmeister informierte sein Team erst fünf Minuten vor der Bekanntgabe. Mercedes-Rennleister Norbert Haug gibt zu: "Wir hatten uns auf eine andere Art von Pressekonferenz vorbereitet."

05.10.2012 Michael Schmidt

Die Entscheidung für den Rücktritt fällte Michael Schumacher erst am frühen Dienstagmorgen vor dem GP Japan. Auf dem Flug ins Reich der aufgehenden Sonne. Die Beichte fand erst zwei Tage später ab. In der Zeit dazwischen wussten nur Michael Schumacher und seine Managerin Sabine Kehm Bescheid, was da am Donnerstagnachmittag um 16.45 Uhr japanischer Ortszeit verkündet werden sollte.

Schumacher informiert Team fünf Minuten vor Bekanntgabe

Das Team wurde erst fünf Minuten vorher eingeweiht. Da erfuhren Norbert Haug und Ross Brawn, dass der Rekordsieger seinen zweiten Rücktritt ankündigen würde. "Eigentlich war die Pressekonferenz anders geplant", gibt Mercedes-Rennleiter Norbert Haug zu. "Michael, Ross und ich wollten in Kombination auf die Fragen antworten, die sich nach dem Transfer von Lewis Hamilton ergaben."

Schumacher hatte sich bis zum letzten Augenblick bedeckt gehalten, damit nichts nach außen dringt. Er kennt das Geschäft und weiß besser als jeder andere, dass die Formel 1 eine geschwätzige Welt ist. Da kann keiner das Wasser halten. Der kleinste Hinweis auf einen Rücktritt hätte sich in Lichtgeschwindigkeit von einem Ende des Fahrerlagers bis ans andere verbreitet. Für einmal war Michael Schumacher ein guter Schauspieler.

Er ließ sich nicht in die Karten schauen. Als er am Donnerstagmorgen mit Timo Glock auf eine Radtour rund um die Rennstrecke ging, da wirkte Schumacher wie einer, der sich auf künftige Formel 1-Aufgaben vorbereitet. "Ehrlich, der Michael hat sich null anmerken lassen", staunte Glock nach Bekanntwerden der Nachricht. "Da gab es keinen Hinweis darauf, dass er zurücktreten würde."

Mercedes überrascht von früher Entscheidung

Für viele im Team kam der Rücktritt überraschend. Vor allem zu so einem frühen Zeitpunkt. Norbert Haug erzählt: "Ich habe mich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigt, ob er aufhört oder nicht, weil ich wusste: Der Michael wird seine Lage analysieren, alles genau durchdenken und dann machen, was er für richtig hält. Er ist keiner, der etwas überstürzt."

Deshalb rechnete Haug eher mit einer späteren Entscheidung. Doch Schumacher wollte das Thema nicht allzu lange mit sich herumschleppen. Er kannte die Optionen, deren Vor- und Nachteile, und es gab keinen Grund, sich darüber tagelang den Kopf zu zerbrechen. An der Situation würde sich ja nichts ändern. Besser gleich mit sich im Reinen sein, bevor wieder wild herumspekuliert wird.

Schumacher äußerte sich nicht über Pläne

Norbert Haug wäre Schumacher nicht böse gewesen, wenn er seine Karriere noch ein Jahr bei der Konkurrenz verlängert hätte: "Ich habe mit allem gerechnet. Was wäre daran falsch gewesen, bei einem anderen Team noch eine Saison dranzuhängen? Wir hätten es verstanden, wussten aber auch, dass es für ihn keine leichte Entscheidung gewesen wäre weiterzumachen. Er war sich ja auch uns gegenüber nicht schlüssig."

Bleibt die Frage, ob Schumacher früher im Jahr bereitgewesen wäre Mercedes eine Antwort zu geben, wenn man ihm einen Einjahresvertrag angeboten hätte statt ihm mitzuteilen, dass man langfristig planen müsse? "Das ist eine hypothetische Frage. Es hätte nichts gebracht, Michael mit diesem Angebot die Pistole auf die Brust zu setzen. Er konnte es sich leisten, ja oder nein zu sagen. Deshalb hätte er immer gemacht, was er machen will und nicht was er machen muss."

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