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Schumi, Vettel, Hamilton & Massa

Das Rennen der Strafen

Michael Schumacher GP Spanien 2012 Foto: xpb 60 Bilder

Der Trainingsschnellste Lewis Hamilton wurde ans Ende der Startaufstellung versetzt. Michael Schumacher bekommt für die Kollision fünf Startplätze in Monaco aufgebrummt. Sebastian Vettel und Felipe Massa kassieren Durchfahrtstrafen. Ist die Rennleitung zu streng?

15.05.2012 Michael Schmidt

Der Grand Prix von Spanien war auch der Grand Prix der Strafen. Lewis Hamilton, Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Felipe Massas kamen in Konflikt mit dem Sportgesetz. Und wurden von den Sportkommissaren dafür bestraft.

Lewis Hamilton verlor seine Pole Position, weil er nach seiner letzten Trainingsrunde auf der Strecke ausrollte und nur noch 1,3 Liter Benzin im Tank hatte. Wäre er aus eigener Kraft zurückgefahren, hätte es nicht mehr für die obligatorische Spritprobe gereicht.

Sebastian Vettel und Felipe Massa bekamen Durchfahrtstrafen aufgebrummt, weil sie unter gelber Flagge nicht verlangsamt haben. Michael Schumacher wurde vorgeworfen, er habe die Kollision mit Bruno Senna ausgelöst. Deshalb muss er in Monte Carlo fünf Startplätze zurück. Schumacher soll darüber nicht besonders erfreut gewesen sein.

Da stellt sich die Frage. Sind die Rennleitung und die Sportkommissare mit den Strafen zu schnell bei der Hand? FIA-Rennleiter Charlie Whiting meint nein. Er habe die Fahrer in der Besprechung am Freitag am Ende der Diskussion um die Aktionen von Nico Rosberg gegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso in Bahrain gewarnt, dass es ab sofort klare Entscheidungen geben werde. Eine Art Null-Toleranz-Politik.

Schumacher: erst Gnade, dann Strafe

Da kam Michael Schumacher nach dem dritten freien Training in Barcelona noch einmal mit einem blauen Auge davon. Er bekam für das Revanchefoul an Lewis Hamilton nach einer Behinderung nur eine Verwarnung.

Vielleicht waren die vier Sportkommissare Gerd Ennser, Radovan Novak, Silvia Bellot und Tom Kristensen deshalb nach der Kollision des Mercedes-Piloten mit Bruno Senna zu keinen Kompromissen mehr bereit. Schumacher wurde für das Auslösen einer Kollision gebüßt.

Sein Einwand, Senna habe zuerst nach links, dann in die Mitte gezogen, fand in der Rennleitung keine Anerkennung. Senna habe sowohl links, als auch rechts mindestens eine Wagenbreite Platz gelassen, wurde Schumacher belehrt. So steht es in den Regeln.

Rennleitung ohne Spielraum im Fall Hamilton

Keinen Pardon gab es auch für Lewis Hamilton im Training. "Da hatten wir null Spielraum", bedauerte Whiting die Strafversetzung von Platz eins auf 24. Obwohl der Regelverstoß erst im Q3 stattfand, wurde der McLaren-Pilot ganz aus dem Training gestrichen. Whiting erklärt die Logik dahinter.

"Wenn ein Regelverstoß vorliegt, gilt er für das ganze Training, und nicht nur einen Teil davon. Die Qualifikation beginnt mit Q1. Hätten wir Hamilton nur auf Platz zehn zurückgestuft, wäre in Zukunft vielleicht jemand das Risiko eingegangen und hätte das Auto mit weniger als einem Liter Benzin im Tank an die Boxen zurückgebracht, in der Hoffnung, er werde nicht kontrolliert."

Die FIA nimmt nicht zwingend von jedem Auto eine Spritprobe. In der Regel werden nach dem Zufallsprinzip ein oder zwei Teilnehmer ausgesucht. Man könnte also damit durchkommen und notfalls würde man ja nur neun Plätze verlieren. Wenn der Fahrer ans Ende des Feldes zurückversetzt wird, ist das Abschreckungspotenzial größer.

Whiting erinnert an einen ähnlichen Fall letztes Jahr beim GP Deutschland. Da wanderte Sebastien Buemi von Platz 16 auf 24 zurück, weil die Spritprobe in einem Punkt nicht mit dem hinterlegten Muster übereinstimmte. Der Verstoß war erst im Q2 bemerkt worden. Man konnte nicht nachweisen, dass Buemi auch in Q1 illegales Benzin verwendet hatte. Trotzdem gab es die Höchststrafe.

Vettel in Gelbphase mit schnellster Sektorzeit

Sebastian Vettel und Felipe Massa wurde die Durchsicht der Runden vor und nach der Schumacher/Senna-Kollision zum Verhängnis. Beide hatten am Ende der Zielgeraden unter gelber Flagge den Heckflügel flachgestellt. Vettels Gegenargument leuchtet zunächst ein: "Es kommt drauf an, wann man das letzte Mal DRS eingesetzt hat. Wenn man das letzte Mal fünf, sechs Runden vorher DRS aktivieren durfte und nun mit einem leichteren Auto wieder, wird man automatisch schneller in dem Sektor. Das heißt aber nicht automatisch, dass man die gelbe Flagge nicht gesehen hat."

Die Sportkommissare konnten anhand der Daten aber nachweisen, dass beide Fahrer auch in den Runden danach mit DRS fuhren und in diesem Sektor trotzdem nicht so schnell waren wie in dem beanstandeten Moment. Es zeigt: Ganz so einfach machen es sich die Herren im Turm der Rennleitung dann doch nicht.

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