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Schumacher zieht Testbilanz

"Platz eins ist unwahrscheinlich“

Michael Schumacher - Mercedes - Formel 1-Test Barcelona - 4. März 2012 Foto: xpb 53 Bilder

Wie gut ist Mercedes wirklich? Die Stimmung im Team schwankt von vorsichtig optimistisch bis euphorisch. Michael Schumacher bleibt lieber auf der vorsichtigen Seite. Einen Sieg beim Auftaktrennen in Melbourne hält er für unwahrscheinlich.

05.03.2012 Michael Schmidt

Ein Sprücheklopfer war Michael Schumacher nie. Eher schon ein Zweckpessimist. Diesmal könnte man die Stimmung des siebenfachen Weltmeisters als vorsichtig optimistisch beschreiben. Aus seiner Prognose war ebenso wenig herauszulesen wie aus dem Studium der Rundenzeiten. Mercedes hat wie Red Bull und McLaren auf schnelle Runden mit wenig Sprit an Bord verzichtet. Das spricht für Selbstvertrauen. Die Dauerläufe waren Schwankungen unterworfen. Von sehr gut bis mittelmäßig. "Viel hängt da von der Fahrzeugbalance und der Reifenvorbereitung ab", erklärt Teamchef Ross Brawn die teils widersprüchlichen Ergebnisse.

Schumacher sieht Red Bull vorne

Michael Schumacher bilanziert die 4.250 Testkilometer mit dem neuen Mercedes AMG W03 so: "Die Zuverlässigkeit stimmt. Wir sind mit dem Auto aus der Box gefahren, und alles hat funktioniert. Der Speed ist vielversprechend. Ich hoffe, wir können ihn in Melbourne umsetzen." Wer aus der Antwort schlussfolgerte, dass Mercedes beim Saisonauftakt um einen Sieg mitfährt, wurde vom Rekordsieger belehrt: "Platz eins halte ich für unwahrscheinlich. Ich sehe Red Bull vorne. Dahinter wird es unheimlich eng." Das liege zum einen am restriktiveren Reglement, zum anderen daran, dass die Ingenieure aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Im Prinzip hängt aber auch Schumacher in der Luft: "Natürlich analysierst du deine Gegner. Schon allein deshalb, weil dir der Vergleich mit anderen Autos deine Schwachpunkte aufzeigt. Trotzdem gibt es kein eindeutiges Bild. Man kann nur sagen, dass die Abstände zwischen den einzelnen Teams nicht so groß ausfallen werden wie im letzten Jahr."

Ein dicht gestaffeltes Feld bietet Chancen und Risiken. Der Grat zwischen Erfolg und Blamage ist schmal. Er könnte sich innerhalb einer Sekunde bewegen. "Du kannst ziemlich gut und ziemlich doof aussehen", warnt Schumacher. Deshalb kommt der Vorbereitung auf Training und Rennen in diesem Jahr eine noch größere Bedeutung zu. "Die Optimierung des Autos auf die jeweilige Strecke wird ein noch wichtigerer Faktor." Optimierung heißt: Richtige Fahrzeugabstimmung, richtige Reifenwahl, richtige Rennstrategie.

Nicht WM-Titel, aber GP-Sieg im Visier

Auf Mercedes bezogen hat sich die Gefühlslage des 91-fachen GP-Siegers im Vergleich zu den Jahren 2010 und 2011 deutlich verbessert. "Ganz klar, wir gehen viel besser vorbereitet in die neue Saison als das in den letzten zwei Jahren der Fall gewesen ist. Wir müssen uns keine großen Sorgen in Bezug auf die Zuverlässigkeit machen, sondern können uns voll auf die Entwicklung des Autos konzentrieren." Auf die Frage, ob er es für möglich hält, wie Jack Brabham im Alter von 40 Jahren noch einmal Weltmeister zu werden, gibt der Mercedes-Pilot lächelnd zurück: "Das ist leider nicht mehr möglich." Michael Schumacher feierte am 3. Januar dieses Jahres seinen 43. Geburtstag. Wenn schon nicht Jack Brabham, dann könnte der allererste Weltmeister der Geschichte ein Vorbild sein. Nino Farina war am Tag seines Titelgewinns 1950 exakt 43 Jahre und 308 Tage alt.

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