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Schumachers Helfer

Foto: dpa

Techniker, Betreuer, Teamchef, Strategen und nicht zuletzt die Ehefrau geben Michael Schumacher die Ünterstützung und den Rückhalt, die den Kerpener so überlegen machen.

30.08.2004

Mehr als 800 Ferrari-Angestellte haben ihren Teil zu Michael Schumachers siebtem Formel-1-Weltmeistertitel beigetragen - vom Teamchef Todt bis zur Putzfrau. Die Scuderia hat schätzungsweise 350 Millionen Dollar, davon rund 75 Prozent von Sponsoren, in das WM-Projekt 2004 investiert. Die dpa stellt die Schlüsselfiguren des italienischen Traditionsteams und Schumachers engstes Umfeld vor.

Teamchef Jean Todt:
Der als glänzender Organisator bekannte Franzose hat nach seinem Amtsantritt am 1. Juli 1993 innerhalb weniger Jahre das Chaos in der Scuderia beendet und Ordnung im "Grande Casino" geschaffen. Durch die gezielte Verpflichtung bester Ingenieure und Techniker, die er teilweise von der Konkurrenz weglockte, baute Todt das effektivste und erfolgreichste Team auf. Der 60-Jährige versteht es, die Mannschaft trotz der großen Erfolge mit sechs Konstrukteurs- und fünf Fahrertiteln in Serie immer wieder neu zu motivieren.

Der größte Schachzug des 1,60 m kleinen Strategen mit dem Spitznamen "Napoleon" war die Millionen teure Verpflichtung Schumachers nach dessem zweiten Titelgewinn mit Benetton 1995. Auf Drängen seines Star-Piloten holte er von diesem Rennstall ein Jahr später zwei Schlüsselfiguren: Technik-Direktor Ross Brawn und Aerodynamiker Rory Byrne. Todt und Schumacher sind sehr gute Freunde und haben so etwas wie eine Vater-Sohn-Beziehung aufgebaut. Der Rheinländer rettete den Rennleiter 1998 nach der im Finale verlorenen WM vor dem Rauswurf. Längst ist Todt bei Ferrari unantastbar und stieg in diesem Frühjahr zum Generaldirektor auf.

Technischer Direktor Ross Brawn:
Der behäbig wirkende Brillenträger mit Dreitagebart gilt als das "Superhirn" in der Grand-Prix-Szene. Der Brite hat mit seinen ausgeklügelten Boxenstrategien und je nach Rennverlauf schnellen taktischen Änderungen entscheidenden Anteil an den Triumphen. "Ross kommen selbst unter höchster Anspannung und enormem Zeitdruck geniale Ideen", lobte Schumacher das Taktik-Genie. Der passionierte Rosenzüchter begann als Ingenieur in der Kernkraftforschung. Die Benetton-Boliden, mit denen Schumacher 1994 und 1995 Weltmeister wurde, hat Brawn konstruiert.

Chefdesigner Rory Byrne:
Der Südafrikaner gilt als Aerodynamik-Guru und zeichnet die roten Renner. Der heute 60-Jährige wollte eigentlich 1996 schon in Frührente gehen, ließ sich aber von Todt zum Weitermachen und Wechsel zu Ferrari überreden. Er hat - wie auch die Vorgängermodelle - den F2004 gezeichnet, der als bislang bester Ferrari gilt.

Motoren-Direktor Paolo Martinelli:
Martinelli verkörpert die italienische Seele im Führungs-Trio hinter Todt. Unter dem 1988 gestorbenen Firmengründer Enzo Ferrari galt der Motor als das "Herz"; Power war für den Commendatore das Wichtigste. Das Ferrari-Urgestein Martinelli wechselte 1995 auf Todts Wunsch aus der Triebwerkentwicklung für Serienautos als Motoren-Direktor in die Formel-1-Abteilung. Er konstruierte den WM-Zehnzylinder vom Typ 053.

Renningenieur Chris Dyer:
Der Australier arbeitet seit vier Jahren für Schumacher. Erst als sein Fahrzeugingenieur, seit 2003 als Renningenieur. Dyer ist verantwortlich für Schumachers Rennwagen am Grand-Prix-Wochenende.

Chefmechaniker Francesco Barletta:
Der Italiener führt seit zwei Jahren die Mechanikergruppe, die Schumachers Auto repariert und in Schuss hält.

Manager Willi Weber:
"Mister 20 Prozent", wie der gewiefte und geschäftstüchtige Manager wegen seines Anteils an Schumachers Einnahmen genannt wird, verpflichtete den Kerpener schon 1989, als dieser noch ein unbekannter Rohdiamant war. Weber vermarktet die Siege und Titel seines Schützlings glänzend und holt bei den Vertragsverhandlungen immer das Maximale heraus. Der in Stuttgart lebende ehemalige Gastronom steigerte das Brutto-Einkommen des teuersten Fahrers der Formel-1-Geschichte auf etwa 50 Millionen Dollar jährlich. "Ich fahre, den Rest macht Willi", beschrieb Schumacher die Arbeitsteilung zwischen ihm und Weber.

Physiotherapeut Balbir Singh:
Der gebürtige Inder betreut Schumacher seit neun Jahren am Rennwochenende praktisch rund um die Uhr. Singh bekocht und massiert den Piloten nicht nur, sondern ist auch sein ständiger Ansprechpartner und beruhigender Geist im Hintergrund. Schumacher spöttelte über die innige Beziehung einmal: "Mit Balbir verbringe ich fast mehr Zeit als mit meiner Frau."

Medienberaterin Sabine Kehm:
Die ehemalige Sportjournalistin koordiniert seit 2000 sämtliche Pressetermine des viel gefragten Medien-Stars. Sie begleitet Schumacher bei allen Rennen, Testfahrten und öffentlichen Auftritten.

Ehefrau Corinna:
Schumacher und seine langjährige Freundin Corinna Betsch heirateten am 1. August 1995. Die beiden haben zwei Kinder: Gina Maria (7) und Mick (5). Corinna hält sich im Hintergrund und begleitet ihren Mann im Gegensatz zu früher nur noch selten zu den Rennen. Die Entscheidung, wie lange er noch fahren will, fällt der ausgeprägte Familienmensch in Abstimmung mit seiner Frau.

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