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Schumachers Reifenkritik

Schumacher spricht mit Pirelli

Schumacher Pirelli Mugello Test Formel 1 2012 Foto: Grüner 29 Bilder

Michael Schumacher machte kurz vor seiner Abreise aus Mugello Halt bei Pirelli. Der Ex-Champion, der mit seiner Kritik an den Reifen für so viel Wirbel gesorgt hatte, traf sich mit  den Reifentechnikern zum Fachgespräch. Eine Aussprache mit Sportchef Paul Hembery gab es angeblich nicht. Eines wird Schumacher gerne hören. Pirelli bringt 2013 noch weichere Reifen in Umlauf.

03.05.2012 Michael Schmidt

Ohne die Vorgeschichte wäre es ein ganz normaler Vorgang gewesen. Doch so hatte es die Szene in sich. Eine Stunde nach dem Ende des zweiten Testtages fuhr Michael Schumacher mit seinem weißen Mercedes ML 350 aus dem Fahrerlager von Mugello. Doch plötzlich stoppte der siebenfache Weltmeister. Direkt vor dem Pirelli-Motorhome. Schumacher sprang raus und verschwand im schwarz lackierten Basislager des Reifenlieferanten. Eine halbe Stunde später kam er wieder raus und setzte seine Heimreise fort.

Neue Autos haben weniger Abtrieb

Timo Glock meinte lächelnd: "Ich kann mir schon vorstellen, worüber da gesprochen wurde." Nach dem GP Bahrain hatte Michael Schumacher geklagt, dass die Reifen eine zu dominante Rolle spielen, und dass er im Rennen weit unter seinem Limit fahren müsse, um die Gummis am Leben zu halten. Pirelli-Reifenchef Paul Hembery hielt ihm entgegen, dass die 23 anderen Fahrer zufrieden seien und schob die Kritik des Rekordsiegers auf eine gehörige Portion Frust über den bisherigen Saisonverlauf.

War da im Pirelli-Motorhome eine Aussprache fällig? Laut Hembery nicht: "Michael hat sich mit unseren Technikern und mit Mercedes-Ingenieuren unterhalten. Ich weiß nicht, was da gesprochen wurde." Auch andere Pirelli-Mitarbeiter bestätigen: "Keine besonderen Vorkommnisse." Dass Schumacher sich mit den Reifenspezialisten unterhält, sei Routinesache.

Für die Zukunft hat Pirelli gute Nachrichten für Schumacher. "2013 werden wir noch weichere Reifen mit einer neuen Konstruktion liefern", verrät Hembery. Weicher heißt mehr Grip, also schnellere Rundenzeiten. Hembery schränkt jedoch ein: "Auch diese Reifen werden einen Gripabbau haben. Wir halten an unserer Philosophie der spannenden Rennen fest, bis etwas anderes von uns verlangt wird."

Der Engländer betont noch einmal, dass im Augenblick der Fahrer die größte Rolle spielt. Er bestimmt mit seinem Fahrstil und dem gewählten Fahrzeug-Setup, wie lange der Reifen ausreichend Grip liefert. Er bestimmt mit seiner Startposition, ob er im Rennen im Verkehr fährt oder nicht. "Ganz klar, der Mann auf der Pole Position wird belohnt. Es ist ein unbestreitbarer Vorteil, vorne weg zu fahren."

Die Aufregung über die große Unbekannte Reifen werde sich schnell legen. "An den vielen Fragezeichen sind nicht die neuen Reifen schuld, sondern die neuen Autos. Sie haben viel weniger Abtrieb im Heck als die 2011er Fahrzeuge. Damit verschiebt sich die Bilanz. Ich bin aber überzeugt, dass die Teams bis Saisonmitte ihre Autos und unsere Reifen wieder besser kennen werden."

Dann erwartet Hembery auch mutigere Strategien. Er wundert sich, warum die Teams in der augenblicklichen Lage so sehr auf Nummer sicher gehen und praktisch das gleiche machen. "Mark Webber in China und Paul di Resta in Bahrain haben gezeigt, dass eine alternative Strategie zum Erfolg führen kann."

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