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Schumi-Absage

Was ist mit Schumachers Nacken los?

Schumacher Foto: dpa

Michael Schumacher hat sein Formel 1-Comeback wegen Nackenschmerzen abgesagt. Die Kehrtwende wirft viele Fragen auf. Hätten Schumacher und seine Ärzte diesen Befund nicht viel früher treffen können?

11.08.2009

13 Tage lang durfte die Formel 1 träumen. 13 Tage lang glaubte sie an ein Comeback von Michael Schumacher. Doch je näher der GP Europa rückte, umso mehr Anzeichen gab es, dass Schumacher vielleicht doch nicht fahren würde.

Offene Fragen zum geplatzten Schumacher-Comeback

Ferrari hatte gleich zu Beginn gewarnt: Wenn die Ärzte grünes Licht geben. Das wollte in der Euphorie um Schumachers Rückkehr keiner hören. Als dann im Fernsehen bereits erste Talkshows liefen mit der Frage, wie sich Michael Schumacher schlagen würde, als Bruder Ralf und Manager Willi Weber erste Kommentare abgaben, da meldete sich auch Schumachers Pressesprecherin mit dem Hinweis, dass alles von der Frage abhinge, wie der Nacken die Testfahrten in einem 2007er Ferrari überstehen würde.
 
Den letzten Hinweis auf eine mögliche Absage gab Schumacher selbst. Auf seiner Homepage berichtete er, dass der Nacken trotz aller Therapie zwicke. Das war immerhin schon eine Woche nach den 67 Runden von Mugello. Als dann am Montagabend die endgültige Absage kam, da stellte man sich doch ein paar Fragen. Wieso haben die Ärzte und Therapeuten nicht von Anfang an von einem Comeback abgeraten? Wieso haben sie so spät erkannt, dass die Nackenschmerzen als Folge seines Motorradunfalls keine Besserung zeigten? Wollte Schumacher ein Comeback unter allen Umständen erzwingen und hat er sich erst, nachdem nichts mehr ging, dem Rat seiner Ärzte gebeugt?
 
Geheimnisse um Motorradunfall
 
Um den Motorradunfall von Cartagena im Februar wurden von Anfang an viele Geheimnisse gemacht. Zunächst wurden die Verletzungen verharmlost. Wie man inzwischen von Schumachers Website offiziell weiß, war es dabei offenbar zu Wirbelbrüchen und Kopfverletzungen gekommen. Angeblich wurde bei dem Unfall auch die Halsschlagader erheblich beschädigt. Auch dass die Ärzte Schumacher davon abrieten, in diesem Sommer Motorradrennen zu bestreiten, wurde lange dementiert.
 
Als klar war, dass Felipe Massa für längere Zeit ausfällt, hätte ein ärztlicher Befund die Spätfolgen eigentlich diagnostizieren müssen. War es überhaupt notwendig, den Test im Ferrari F2007 in Mugello zu bestreiten, um dann die Antwort zu bekommen, die eine eingehende Diagnose vielleicht schon vorher prognostiziert hätte?
 
Ärzte schalteten die Ampel endgültig auf Rot
 
Schumacher ist ein Adrenalin-Junkie. Er war heiß auf diese Herausforderung, und er wollte alles tun, um einen Einsatz möglich zu machen. Vielleicht auch um das Risiko, es wenigstens einmal in einem alten Ferrari zu probieren. Er hat auch nach der Erkenntnis, dass der Nacken schmerzt, weiter an seiner Rückkehr gearbeitet. So als wolle er nicht wahrhaben, dass die Gesundheit einem manchmal Grenzen setzt. Er hat sich noch einmal einen Ferrari F2007 zum Testen organisieren lassen, doch dann stellten die Ärzte der Sportklinik Bad Nauheim die Ampel endgültig auf Rot. Möglicherweise mit dem Hinweis, dass er sein Leben riskiert, wenn er es trotzdem probiert.

Tatsache ist, dass Schumacher wegen dieser Verletzungen in Valencia kein Comeback geben wird. Und auch nicht in Spa, in Monza oder in Singapur. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie wieder. Wenn die Verletzungen nach einem halben Jahr noch nicht so weit abgeklungen sind, dass Formel 1-Fahren möglich ist, dann wird sich das Problem wahrscheinlich nie mehr lösen lassen.
 
Für die Formel 1 ist der Zickzackkurs ein herber Rückschlag. Schumachers Rückkehr auf Zeit schien alle schlechten Nachrichten auf einen Schlag weggewischt zu haben. Jetzt erwartet den Zirkus wieder der graue Alltag. Valencia, Spa und Monza werden viele Karten an Kunden verkauft haben, die jetzt vielleicht kein Interesse mehr haben, sich das Rennen anzuschauen. Pech für sie: Ein Rückkaufsrecht gibt es nicht. RTL kann seine Sondersendungen abblasen. Die Einschaltquoten werden sich am 23. August wieder auf dem Niveau bewegen, an das sich der Kölner Sender in diesem Jahr gewöhnt hat.

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