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Schumi-Comeback

Nur noch ein möglicher Testtag

Michael Schumacher Foto: Ferrari

Michael Schumacher hat jetzt zwar noch 24 Tage Zeit, sich auf sein Formel-1-Comeback vorzubereiten. Doch das Reglement ist streng. Den ganzen August darf nicht getestet werden. Selbst Aero-Tests sind verboten.

30.07.2009

Michael Schumacher ist zum letzten Mal am 16. April 2008 in einem Formel 1-Ferrari gesessen. Damals testete der offiziell als Berater angestellte Deutsche für Ferrari in Barcelona. In der Zwischenzeit kamen bei Ferrari nur die Stammpiloten Felipe Massa, Kimi Räikkönen oder die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gené zum Einsatz. Am 23. August fährt Michael Schumacher sein Comebackrennen in Valencia.

Aerodynamik-Test in Vairano abgesagt

Pech für Schumacher: Am gestrigen Mittwoch hatte Ferrari die Bahn im italienischen Vairano gebucht. Doch an diesem Tag stand erst am Nachmittag fest, dass der siebenfache Weltmeister wieder ins Cockpit steigt. Heute belegt BMW-Sauber die Piste. Ferrari hatte für den morgigen Freitag die Strecke reserviert, den Termin dann aber wieder abgesagt. Nach eingehender Beratung beließ es Ferrari bei der Absage, weil das Team dieses Jahr nur noch zwei Aerodynamik-Tests offen hat und diese für das Rennen in Monza nutzen will. "Außerdem", sagte Ferrari-Sprecher Luca Colajannni, "kann er bei Aerodynamik-Testfahrten nicht seine Nackenmuskeln trainieren. Es wäre also ziemlich sinnlos, Michael für so einen Test ins Auto zu setzen." Bei einem Aerodynamiktest wird zwar nur mit gleichbleibenden Geschwindigkeiten gefahren, doch die Teams nutzen diese Termine immer wieder zu Startversuchen. Stattdessen verbrachte Schumacher den Donnerstag (30.7.) im Ferrari-Simulator.
 
Die Reflexe muss er nicht mehr aufpolieren. Der 91-fache GP-Sieger bewegt sich ständig am Limit, ob im Kart oder auf dem Motorrad. Wegen der Testpause im August stellt sich die Frage, ob es sonst noch Schlupflöcher gibt, die Schumacher eine Fahrt in einem Formel 1-Auto erlauben. Er könnte für die Ferrari clienti, also die wohlhabende Kundschaft, die eigene Formel 1-Autos besitzt, ein paar Testrunden drehen. Das dürfte er allerdings nur mit Autos, die nicht jünger als Jahrgang 2007 sind. Die hätten dann noch Rillenreifen, kein KERS, keinen verstellbaren Frontflügel. Denn das strenge Testreglement verbietet in einem solchen Fall die Verwendung von Komponenten, die in einem Auto der Jahrgänge 2008 bis 2010 vorkommen oder vorkommen könnten.

Bei einem PR-Tag dürfen nur 100 Kilometer gefahren werden

Ferrari dürfte auch einen PR-Tag veranstalten. Da ist der Einsatz des aktuellen Autos erlaubt, allerdings nur über eine Maximaldistanz von 100 Kilometern. Tricksen geht nicht. Ferrari müsste so eine Promotion-Veranstaltung sieben Tage zuvor bei allen anderen Teams anmelden, und die dürften dann einen Spion schicken, der aufpasst, dass die Werbetour nicht für einen echten Test missbraucht wird. Theoretisch könnte sich Schumacher bei einem GP2-Team einmieten, doch auch für GP2-Renner gelten strikte Testbeschränkungen. Getestet wird in aller Regel gemeinsam mit allen anderen Teams zu fixen Zeiten. Bliebe noch das Kart. Man kann darauf wetten, dass der Kerpener von jetzt an jede freie Minute auf den kleinen Flitzern sein Fahrgefühl schärft.
 
Die Fitness sollte bei Schumacher kein Problem sein. Der 40-jährige Ex-Champion wirkte bei seinen letzten GP-Besuchen fit wie eh und je. Schwieriger liegt der Fall bei den Nackenmuskeln. Die werden durch Kart- oder Motorradfahren kaum trainiert. Da echte Testfahrten ausgeschlossen sind, muss Schumacher ins Trockentraining. Fitness-Experte Erwin Göllner urteilt: "Die Muskulatur dafür ist bei Michael vorhanden. Muskeln haben ein Erinnerungsvermögen. Wenn sie wieder trainiert werden, bilden sie sich schneller zurück als der Aufbau bei einem Ungeübten dauern würde."

Fitness-Experte Göllner hätte das optimale Trainingsgerät für Schumacher

Mit Valencia als erstem Rennen hat Schumacher noch Glück. Es gibt nur vier schnelle Kurven, in denen die Fliehkräfte an den Nackenmuskeln zerren. Spa, eine Woche später, wird da schon härter. "Aber dann hat Michael ja das Training von Valencia schon intus", sagt Göllner. Der Österreicher, der früher Damon Hill und Jacques Villeneuve betreute, hätte das optimale Trainingsgerät für den Formel 1-Heimkehrer.

Eine Maschine, an der man die Nackenmuskulatur in allen Richtungen trainieren kann. Flieh-, Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte werden 1:1 simuliert, wenn nötig sogar in einer Klimakabine, in der jede Art von Temperatur und Luftfeuchtigkeit nachgestellt werden kann. Über einen Computer können sogar streckenspezifische Belastungen einprogrammiert werden. Ferrari hat eine Folteranlage nach Göllners Vorbild in Maranello stehen. Doch dabei handelt es sich bestenfalls um eine billige Kopie. Göllners Maschine ist technisch bereits um drei Entwicklungsschritte weiter.

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