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Schumi

Das falsche Jubiläum

Foto: dpa

Ein Teil der Formel 1-Gemeinde feiert am 9. Mai in Barcelona den 200. Grand Prix-Start von Michael Schumacher. Tatsächlich ist das Jubiläum des sechsmaligen Weltmeisters strittig.

04.05.2004

"Eigentlich bin ich eher verblüfft darüber, dass da nur eine zwei davor steht", sagt Michael Schumacher über sein bevorstehendes Grand Prix-Jubiläum. "Vom Gefühl her würde ich denken, ich sei schon viel mehr Rennen gefahren, denn ich bin doch jetzt so lange dabei."

Exakt seit dem Großen Preis von Belgien 1991 ist der Kerpener im Geschäft. In seinen 14 Formel 1-Jahren ist er bei 198 Grand Prix gestartet, von denen er 74 gewann. Umstritten in der Schumi-Statistik sind zwei Rennen: Zum einen der Große Preis von Frankreich 1996, bei dem Schumacher in der Einführungsrunde mit Motorschaden stehen blieb, zum anderen der GP England 1999, bei dem Schumacher durch einen Unfall einen Rennabbruch verursachte und zum Neustart wegen eines Beinbruchs nicht mehr antreten konnte.

Schumi: Nicht gestartet, aber Bein gebrochen?

Offiziell gezählt wird ein GP-Start, wenn der Fahrer beim Umschalten der Startampel auf grün in der Startaufstellung anwesend ist. So wird dem Italiener Riccardo Paletti auch der Grand Prix angerechnet, bei dem er noch während des Starts 1982 in Montreal von Didier Pironi mit tödlichen Folgen gerammt wurde.

Der besagte Silverstone-GP von Schumacher muss demnach gezählt werden. Auch wenn es einen Neustart gab, an dem er nicht teilnahm, ist er doch zum ersten Start angetreten. Abgesehen davon ist dem Weltmeister wohl nur schwer zu vermitteln, wie er sich ein Bein brechen und die WM verlieren konnte, obwohl er doch gar nicht am Start war.

Prost nicht Mitglied im 200er-Club

Anders liegt der Fall beim Frankreich-GP 1996. Da Schumacher in der Einführungsrunde liegen blieb, nahm er nicht am GP-Start teil und somit nicht am Rennen. Daher können die Fans die runde Zahl 200 streng genommen erst beim GP Monaco am 23. Mai feiern. Ein Opfer dieser Zählweise wurde auch der Franzose Alain Prost. Er gehört nicht zum bisher fünf Fahrer umfassenden 200er Club, denn 1991 drehte sich der viermalige Champion in der Einführungs-Runde zum San Marino-GP auf regennasser Strecke und würgte den Motor ab. Die Karriere Prosts endete bei 199 Formel 1-Rennen.

Die Bibel für Formel 1-Spezialisten ist der von Marlboro jährlich geführte Grand Prix-Guide. Demnach kommt Schumacher in Spanien auf den 199. GP. Da die Sportbehörde FIA keine ausdrücklichen Statuten zur Statistik verabschiedet hat, wird die Zählweise bei den Formel 1-Experten weiterhin ein Streitfall bleiben. Michael Schumacher wird es gelassen sehen. Er hat schon seit jeher betont, dass ihm Statistiken nicht besonders wichtig seien.

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