Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Schumi gibt auf

Foto: dpa 31 Bilder

Rekordweltmeister Michael Schumacher hat nach dem Flop von Silverstone die Titelverteidigung abgehakt. Der Ferrari-Star ist zum Opfer der in dieser Saison nur noch mittelmäßigen Scuderia geworden.

11.07.2005

"Die WM ist sicherlich momentan in weite Ferne gerückt", räumte Schumacher nach seinem ernüchternden sechsten Platz beim Großen Preis von Großbritannien erstmals ein. Doch nicht die 34 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Fernando Alonso beunruhigen den 36-Jährigen. Viel mehr gibt Schumacher zu denken, dass im Rennen die Distanz der Roten zu Renault und McLaren-Mercedes trotz aller Anstrengungen gewachsen ist: "Wir sind nicht auf dem Niveau unserer Konkurrenten. Die anderen haben scheinbar besser entwickelt als wir."

Wenn man sich Indianapolis, Magny-Cours und Silverstone anschaue, müsse man ganz klar sagen, "dass wir eher rückwärts als vorwärts gegangen sind", sagte der siebemalige Champion. Wie zuletzt in Frankreich auf Alonso wies Schumacher auch in England weit über eine Minute Rückstand auf Sieger Juan Pablo Montoya im McLaren-Mercedes auf.

Trost in kleinen Dingen

Über die Gründe für den Klassenunterschied rätselt Schumacher: "Wenn das so einfach wäre, das unmittelbar nach dem Aussteigen zu wissen, dann würde ich meinen Ingenieuren das sofort erklären." Ferrari-Direktor Jean Todt suchte Trost in den kleinen Dingen. "Der einzig zufrieden stellende Punkt ist unsere Zuverlässigkeit", sagte der Franzose. "Die schlechte Nachricht ist, sie waren zuverlässig langsam", spottete die britische "Times".

Schumacher erlebt nach seiner Dominanz mit fünf WM-Titeln in Serie die schwierigste Zeit, seit er 1996 zu Ferrari kam. "Das ist eine Phase, die man durchlebt. Wir haben schon viel schlimmere Phasen durchleben müssen. Das ist zwar nicht so schön wie die letzten Jahre, aber ich kann damit ganz gut leben", behauptete er. "Eine magere Saison löscht nicht die großen Triumphe aus", tröstete die "Gazzetta dello Sport", warnte jedoch auch: "Ein weggeworfenes Jahr verzeiht man, zwei schon schwerer."


Warum das Ferrari-Pferd in diesem Jahr lahmt, ist schwer zu erklären. Die Scuderia und ihr Reifenlieferant Bridgestone hatten in der vergangenen Saison nach den frühen Gewinnen des Konstrukteurs- und des Fahrertitels genug Zeit, sich auf 2005 vorzubereiten. Diese nutzen sie nicht. Vor allem Bridgestone schaffte es in dieser Saison nicht, konkurrenzfähige Pneus zu liefern.

Einziger Sieg beim Skandalrennen in Indy

Vom ersten Rennen an fahren Schumacher und Barrichello erst im modifizierten F2004, dann im F2005 mal mehr, mal weniger deutlich hinterher. Darüber täuschen auch die jeweils vier Podiumsplätze der beiden Piloten nicht hinweg. Der einzige Sieg kam zu Stande, weil beim Skandalrennen in Indianapolis die vom Reifenhersteller Michelin belieferten sieben Teams aus Sicherheitsgründen nicht starteten.

Millionen Euro hat Ferrari bei den Tests für die Suche nach der verlorenen Zeit verpulvert. "Wir sind eigentlich permanent am Testen", berichtete Schumacher. "Wir arbeiten schon gewissermaßen bis an die Grenzen und müssen uns eingestehen, dass wir einfach nicht gut genug sind im Verhältnis zur Konkurrenz."

In den WM-Kampf kann Schumacher bei acht ausstehenden Rennen nicht mehr eingreifen, obwohl er mit 43 Punkten noch Dritter der Fahrerwertung ist. Alonso (77) baute seine Führung mit seinem zweiten Platz in Silverstone vor seinem Rivalen Kimi Räikkönen (51) aus, der Dritter wurde, obwohl dieser zum zweiten Mal hintereinander nach einem Motorschaden im Training von weit hinten gestartet war. Im Duell zwischen dem Spanier und dem Finnen Alonso geht es um mehr als den Titel. Sie kämpfen um Schumachers Erbe.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden