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Schumi wegen Betrugs nach ganz hinten

Foto: dpa

Michael Schumacher muss den Großen Preis von Monaco vom letzten Startplatz aus in Angriff nehmen. Die Rennkommissare bestraften das Parkmanöver des Rekord-Weltmeisters im Abschlusstraining unerbittlich. Sie werfen Schumacher Betrug vor.

27.05.2006 Markus Stier

Möglicherweise wusste Michael Schumacher schon, was ihm blühen würde, als er kurz nach 22 Uhr das Fahrerlager in Monte Carlo verließ. Um 15.35 Uhr hatte die Verhandlung des Falles Schumacher begonnen, um 22.22 Uhr war das Urteil gesprochen und wurde 22.42 an Ferrari-Chefstragege Stefano Domenicali übergeben.

Die Rennkommissare unter der Leitung von Chefkommissar Tony Scott Andrews hatten die Ferrari-Zeugen Michael Schumacher, Chris Dyer, Stefano Domenicali, Ross Brawn, Charlie Whiting (FIA) und Software-Experte Alan Prudom gehört sowie elektronische Datenauswertungen und Videosequenzen analysiert.

Die Jury kam zu dem Schluss, dass es sich bei dem Manöver von Michael Schumacher in der Rascasse-Kurve kurz vor Qualifying-Ende gemäß Artikel 116 des Sportgesetzes um ein "absichtliches Anhalten auf der Strecke" gehandelt habe. Dieses gilt als Unsportlichkeit und kann gemäß Artikel 112 mit der Streichung einer bestimmten Anzahl von Bestzeiten in der Qualifikation geahndet werden.

Letzte Startreihe in Rot

Die Stewards strichen Michael Schumacher gleich alle Zeiten des Abschlusstrainings und verbannten den fünfmaligen Monaco-Sieger damit ans Ende des Feldes, wo er neben Teamkollege Felipe Massa ohne jede Siegchance das Rennen aufnehmen wird. Die Pole Position geht damit an Weltmeister Fernando Alonso und Renault.

In der Urteilsbegründung ist festgehalten, dass es "keinen Grund für eine so starke Bremsung" des Ferrari mit der Nummer fünf in Kurve 18 gegeben habe. In den Augen der Rennkommissare war die Aktion von Michael Schumacher ein absichtliches Manöver, um die Konkurrenz zu behindern.

Kein Schuldbewusstsein

Der Verurteilte war sich kurz vor dem Verlassen der Strecke keiner Schuld bewusst: "Wenn man mir eine Schuld zusprechen möchte, dann nur für einen Fahrfehler."

Durch die Bestrafung von Schumacher steht Mark Webber im Williams erstmals in seiner Karriere in der ersten Startreihe. Da zuvor Giancarlo Fisichella wegen Behinderung von David Coulthard auf den zehnten Rang zurückgestuft wurde, stehen die beiden McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya in der zweiten Startreihe. Bestplatzierter Deutscher in der Startaufstellung ist Nico Rosberg im zweiten Williams als Achter.

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