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Schwachstelle Zuverlässigkeit

Mercedes nur Dritter in der Kilometerwertung

Nico Rosberg - GP England 2014 Foto: Wilhelm 42 Bilder

Mercedes hat in der Formel 1-Saison 2014 fast alle Wertungen gewonnen. Nur in der Zuverlässigkeit waren die Silberpfeile nicht sattelfest. Lewis Hamilton und Nico Rosberg schrieben je drei Nullrunden. Fünf Mal davon, weil die Technik streikte.

06.12.2014 Michael Schmidt

Es gibt auch eine Tabelle in der Formel 1-WM, in der Mercedes nicht führt. Es ist die Disziplin Standfestigkeit. Je nachdem welchen Maßstab man dabei anlegt, rangiert Mercedes auf Platz 3 oder 7.

In der Gesamtwertung stehen sowohl bei Weltmeister Lewis Hamilton als auch bei Nico Rosberg drei Nuller. Rosberg kam beim letzten Rennen zwar ins Ziel, aber mit einem waidwunden Auto auf Platz 14. Sein Renningenieur Tony Ross hatte ihm angeboten, das Rennen zu beenden: "Wir hatten zu viele Probleme auf einmal."

Nur ein Ausfall ist nicht auf einen Defekt zurückzuführen. Hamilton stieg in Spa vorzeitig aus, weil er aussichtslos zurücklag. Nach der Kollision mit Rosberg war der Unterboden seines Mercedes gebrochen. Hamilton verlor bis zu zwei Sekunden pro Runde auf die Konkurrenz.

In Melbourne stoppte ihn eine defekte Zündkerze, in Montreal überhitzte Bremsen nach einem Ausfall der MGU-K. Rosberg strandete in Silverstone mit einem Getriebeschaden und in Singapur mit einem Kurzschluss in einem Lenkrad-Kabel. In Abu Dhabi legten Stromschwankungen die Kühlpumpe für den Elektroantrieb lahm.

McLaren ist der Klassenprimus

Mercedes rutschte in der Rangliste der Zuverlässigkeit mit 10.605 Rennkilometern auf Platz 3 ab. Hinter Klassenprimus McLaren mit 11.237 Kilometern und Ferrari mit 10.704 Kilometern. Red Bull landete mit 10.561 Kilometern knapp hinter Mercedes auf Rang 4.

Nach Ausfällen gerechnet ist Mercedes ebenfalls Dritter. Gleichauf mit Williams. Besser waren wieder McLaren und Ferrari mit je drei Nullern. Zählt man nur die Defekte sieht es für die Weltmeister schlechter aus. Da führt Williams mit nur einem technisch bedingten Ausfall vor Ferrari und Marussia (je 2), Red Bull, McLaren und Force India (je 3) und Mercedes (5).

Mercedes hat auf der Suche nach besserer Qualität eine Achterbahnfahrt hinter sich. 2010 landete die Marke mit dem Stern hinter Ferrari und Red Bull auf dem dritten Platz. Dann begann eine Talfahrt ans andere Ende der Tabelle mit den Rängen 7 (2011) und 10 (2012). Im letzten Jahr zeigten Ross Brawns Anstrengungen Erfolg. Mercedes beendete die Saison 2013 mit insgesamt vier Nullrunden wieder auf Platz drei.

Bessere Qualitätskontrolle bei Mercedes

Doch in diesem Jahr wurde die Trendwende nicht fortgesetzt. Vermutlich liegt es daran, dass Mercedes ein Auto am absoluten Limit gebaut hat. Da passieren Fehler. Nach Rosbergs Ausfall in Singapur wurden die Laufzeiten sämtlicher Komponenten um 15 Prozent gekürzt. Trotzdem schmuggelte sich beim Finale wieder ein Schaden durch das System.

Technikchef Paddy Lowe bittet um Geduld: "Ich habe vor zwölf Monaten damit begonnen, die Qualitätskontrolle zu verbessern. Das geht nicht über Nacht. Menschen machen Fehler. Es sind die Prozesse, die geändert werden müssen. Das Team hatte dafür in den vergangenen Jahren keine Zeit. Sie mussten das Auto schneller machen, um Rennen zu gewinnen. Wenn du das geschafft hast, kannst du dich um die Zuverlässigkeit kümmern. Ferrari hat diesen Schritt in der Schumacher-Ära getan. Und sie sind heute noch die Messlatte." Neben McLaren, dem Team, von dem Paddy Lowe zu Mercedes kam.

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