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Schwere Tage für Toro Rosso

Foto: Daniel Reinhard 70 Bilder

Kein leichtes Leben für Formel 1-Rückkehrer Gerhard Berger. Seine Fahrer gebährden sich als Rabauken, seine Motoren sind der Konkurrenz ein Dorn im Auge. Sie wünscht sich, dass die Scuderia Toro Rosso aus der Konstrukteurswertung ausgeschlossen wird.

04.04.2006 Markus Stier

Schon vor dem Rennen in Melbourne hatten die Teams MF1 und Super Aguri einen Brief an die FIA vorbereitet, in dem sie den Ausschluss von Toro Rosso aus dem Kontrukteurspokal forderten. Grund: die angeblich so überlegenen V10-Motoren. "Wir versuchen nur, unsere Investitionen zu schützen", sagt Super Aguri-Teammanager Daniele Audetto.

Es folgt das bereits von MF1-Chef Colin Kolles gebrauchte Argument, die Ausnahmeregel habe für den verarmten Vorgänger Minardi gegolten, nicht für den Nachfolger Toro Rosso. "Die haben nicht nur das Geld, sich einen V8 zu kaufen, die könnten Cosworth kaufen", sagt Audetto.

Mittlerweile regt sich auch in anderen Teams der Widerstand gegen die Ausnahmeregelung. Dass Vitantonio Liuzzi in Melbourne Michael Schumacher überholte, ist Wasser auf die Mühlen der Toro Rosso-Gegner. "Das sah schon ein bisschen seltsam aus", sagt BMW-Sportchef Mario Theissen. Ferrari-Teamchef Jean Todt spielt den Vorfall dagegen herunter. Schumacher habe lediglich Mühe gehabt, seine Reifen auf Temperatur zu bringen. "15 Runden später war Michael zwei Sekunden pro Runde schneller", sagt Todt.

Franz Tost: "Die anderen können Zehnzylinder bei und kaufen"

Während einige Teams bereits fürchten, das höhere Drehmoment und die angeblich deutlich höhere Leistung der betagten Cosworth-Zehnzylinder könnte einige Top-Teams auf Strecken wie in Monaco oder auf dem Hungaroring gegen die B-Mannschaft von Red Bull alt aussehen lassen, wiegelt Toro Rosso-Teamchef Franz Tost ab. Er spricht von 720 PS. Die Top-Riege der V8-Generation liegt zur Zeit bei etwa 740 PS.

Tost dreht den Spieß um: "Jammern tun nur die, die ihre Arbeit nicht ordentlich gemacht haben. Sie können einen V10 von uns kaufen, wenn sie glauben, dass dies der einzige Grund für unsere Steigerung ist. Die Leute müssen sich daran gewöhnen, dass wir uns nicht damit abfinden, immer in der letzten Reihe zu stehen. Die anderen Teams sollen froh sein, dass wir nicht mit einem Achtzylinder fahren, sonst lägen wir ganz sicher in den Top Ten."

Tatsächlich sind MF1 und Super Aguri gegenüber Toro Rosso im Nachteil, denn sowohl Toyota als auch Aguris Motorenpartner Honda erlauben ihren Kunden aus Sicherheitsgründen gegenüber dem Werksteam nur um 500/min reduzierte Motoren. Andererseits sei die Kühlung in den Kundenchassis problematisch, heißt es von den Herstellern.

Die Aufrührer machen sich indes wenig Hoffnung, dass der Brief an die FIA große Wirkung zeigt. Nachdem neun Formel 1-Teams Ende 2005 die Ausnahmeregel für Zehnzylinder einstimmig beschlossen hatten, wäre jetzt wieder ein einstimmiges Votum vonnöten, um eben diesen Beschluss wieder umzuwerfen. Toro Rosso und die große Schwester Red Bull Racing würden dem wohl kaum zustimmen

Scott Speed: "F.... You!"

Während die Teamleitung bei Toro Rosso in der Motorenfrage eher cool bleibt, überhitzen dagegen die Fahrer umso leichter. Als Scott Speed wegen Überholens unter gelber Flagge zur Rennleitung zitiert wurde, hatte er für Kontrahent David Coulthard nur ein "Fuck You" übrig. Speed vermutete, dass der Schotte ihn angeschwärzt habe. Bei Red Bull betont mann, es habe keinen Protest oder Tipp gegen das Schwesterteam gegeben, doch seltsamerweise kam der Hinweis auch nicht von den Streckenposten.

"Er war in seiner Wortwahl nicht diplomatisch. Scott ist ein sehr emotionaler Mensch", verteidigte Speed-Förderer Markoanschließend gegenüber dem österreichischen Sender ORF. "Die 5.000 Dollar Strafeschaden ihm gar nicht. Das soll zu seiner Erziehung beitragen."

Pädagogische Nachhilfe benötigt auch Teamkollege Vitantonio Liuzzi, der sich nach seinem Crash in die Mauer heftig beschwerte, Jacques Villeneuve hätte ihn von der Piste gedrängt. Dass an einer Anhörung vor den Rennkommissaren gar nicht teilnehmen wollte, weil der Ausgang der Diskussion ja ohnehin abzusehen sei, half dem Italiener nicht gerade. Tatsächlich wurde Jacques Villeneuve aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

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