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Sebastian Vettel

"Das erste Gefühl passt"

Formel 1-Test, Jerez, 9.2.2012, Sebastian Vettel, Red Bull Foto: Red Bull 62 Bilder

Am dritten Testtag von Jerez griff der Weltmeister erstmals ins Geschehen ein. Für Sebastian Vettel war es eine Fahrt ins Ungewisse. Wie würde das Auto ohne den angeblasenen Diffusor reagieren? Nach 96 Runden hatte er die Antwort.

09.02.2012 Tobias Grüner

Zwei Tage durfte Mark Webber dem neuen Red Bull RB8 die Kinderkrankheiten austreiben. Dann übernahm der Champion das Ruder. 18 Sekunden nachdem das grüne Licht auf der Boxenampel aufleuchtete, begann für den Heppenheimer die Saison 2012.

Auf den ersten Kilometer in Jerez war allerdings Vorsicht angesagt. "Heute morgen war es extrem kalt und extrem rutschig", so Vettel über den Start bei null Grad in Andalusien. "Aber es macht schon wieder Spaß, im Auto zu sitzen. Man fühlt sich auch direkt wieder zu Hause."

Vettel verliert Grip

96 Runden spulte der 24-Jährige beim Testdebüt ab. Zwischendurch wechselte er den Helm. Am Ende stand die drittbeste Zeit hinter Nico Rosberg im Vorjahres-Mercedes und Lotus-Pilot Romain Grosjean. Eine genaue Einschätzung der Leistung konnte und wollte Vettel noch nicht abgeben. "Am ersten Tag ist es immer schwer zu sagen, wie gut man ist. Das erste Gefühl passt."

Allerdings machte sein Red Bull plötzlich nicht mehr das, was er noch aus der vergangenen Saison gewohnt war. "Alle haben über den Winter viel verloren, weil sich die Regeln geändert haben. Das spürt man überall. Man hat einfach weniger Grip."

Red Bull scheint besonders von dem Verbot des angeblasenen Diffusors betroffen. "Wir hatten das Auto rund um den Auspuff konzipiert. Das fällt komplett weg", klagt Vettel. "Wir haben zwar noch einen Auspuff, aber der hat fast gar keine Funktion mehr. Das bekommt jeder zu spüren. Beim Bremsen, beim Einlenken, beim Gasgeben, Traktion - nur auf der Geraden ist kein Unterschied, aber da braucht auch keiner Abtrieb."

Red Bull im Fahrplan

Generell war der Eindruck aber positiv. Böse Überraschungen gab es keine: "Die Balance passt und das Auto macht einen ganz guten Eindruck. Wir sind da, wo wir es erwartet haben. Wir sind ganz gut im Fahrplan."

Am Donnerstag machte sich auch Teambesitzer Dietrich Mateschitz ein Bild, wie gut sein Rennstall aus den Startlöchern kommt. Alles dürfte dem Milliardär nicht gefallen haben. Vor allem bei der Zuverlässigkeit gab es noch kleinere Probleme. Der Hebel zur Bremsbalance-Verstellung im Cockpit war am Vormittag abgefallen. "Der ist nur angeklebt, weil wir die endgültige Position noch herausfinden müssen", erklärte Vettel.

Auch am Nachmittag gab es immer wieder Phasen, in denen der Red Bull in der Garage stand. "Beim Test gibt es so wenige Ersatzteile, dass man lieber auf Nummer sicher geht. Es gibt keinen Grund, loszulegen wie ein Stier."

Vettel-Lob an Lotus

Die Zeiten wollte Vettel nicht überbewerten. Die drittbeste Zeit ist noch ohne große Aussagekraft. "Wenn man zur richtigen Tageszeit rausgeht und ein bisschen abtankt, dann geht es richtig vorwärts", warnte Vettel vor falschen Interpretationen.

Ganz unwichtig war der Blick aufs Klassement aber auch nicht. "Die Teams, die hier viele Runden fahren und gut dastehen haben auch zu Saisonbeginn gute Voraussetzungen vorne dabei zu sein." Besonderen Eindruck hinterließ dabei das schwarz-goldene Auto von Romain Grosjean, das am Donnerstag acht Zehntel schneller war. "Man kann sagen, dass Lotus ganz gut dabei ist. Sie waren jetzt öfter schnell und konstant."

Zur Konkurrenz des Vorjahres wollte Vettel noch keine Aussage machen: "Bei McLaren und Ferrari gibt es - genau wie bei uns - noch ein paar Fragezeichen." Wenn sich der Red Bull-Pilot zwischen Speed und Zuverlässigkeit entscheiden müsste, würde er lieber ein schnelles Auto nehmen. "Man kann ein schnelles Auto zuverlässig machen. Aber ein zuverlässiges Auto schnell zu machen, ist nicht so einfach."

Einen Namen für sein neues Chassis hat der Doppelweltmeister übrigens noch nicht ausgesucht. "Da besteht keine Eile. Letztes Jahr haben wir das erst am Mittwoch vor dem Rennen entschieden. Dieses Jahr wird es wohl etwas früher."

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