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Sebastian Vettel exklusiv

"Im Moment ist es gar nicht gut"

Sebastian Vettel - Red Bull - Bahrain - Formel 1 Test - 2014 Foto: xpb 39 Bilder

Nach seinem vorletzten Testtag in Bahrain nahm Sebastian Vettel gegenüber auto motor und sport exklusiv Stellung zu den Problemen des neuen Red Bulls. Für den Saisonstart in Melbourne will der Weltmeister die Hoffnung nicht aufgeben.

02.03.2014 Michael Schmidt
Wie ernst ist die Lage?

Vettel: Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Sonst würden wir noch einmal von vorne anfangen. Wir haben unheimlich viel gelernt. Es ist natürlich nicht so einfach, direkt zu reagieren. Über Nacht lässt sich leider nicht alles beheben. Außerdem sind wir in Bahrain. In England wäre es zwar schweinekalt, aber man könnte direkter reagieren. Das soll aber keine Entschuldigung sein. Ich denke, es war absolut die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Es liegt an uns, dass wir nicht genug fahren.

Auf einer Skala von 1 (perfekt) bis 10 (schlimm) – wo steht Red Bull gerade?

Vettel: Das ist nicht fair. Stell Dir vor, es fliegt Dir alle Stunde etwas um die Ohren und du versuchst immer nur temporär zu reparieren. Erst wenn wir mit neuen Teilen nach Australien kommen und damit etwas mehr gelernt haben, dann könnte es anders aussehen. Im Moment ist es schwer zu sagen. Momentan versucht man etwas zusammenzurödeln und weiß von vornherein, dass es nicht das Optimum ist. Man verlagert damit das Problem vielleicht nur, anstatt es zu beheben. So wie es im Moment ist, ist es natürlich gar nicht gut. Wenn ich es also auf der Skala einsortieren müsste, dann wäre es eine 10. Im Moment sind wir noch nicht in der Lage, Runden am Stück zu fahren.

Bedeutet das, dass es auch am letzten Testtag wieder Probleme geben wird?

Vettel: Ich denke, am letzten Testtag sollte es noch einmal einen Schritt geben, weil über Nacht ein paar neue Sachen kommen. Deswegen wünsche ich mir natürlich, dass wir mehr fahren. Aber es ist schwer zu sagen. Bis jetzt ist es nicht immer nur das gleiche Problem gewesen. Wenn man ein Loch stopft, kommt es woanders raus.

Geben Ihnen Highlights wie das von Daniel Ricciardo am zweiten Tag Mut?

Vettel: Absolut, auch dem ganzen Team. Bei mir ist es ja halb so wild. Ich ärgere mich natürlich, dass ich nicht fahren kann. Aber die Mechaniker kriechen den ganzen Tag auf dem Boden herum und zerlegen das Auto zum x-ten Mal. Die sind in dieser Hinsicht also viel ärmer dran als ich. Ich sehe aber niemanden in der Garage, der den Kopf hängen lässt oder der sich aufregt und sagt: So ein Mist! Im Gegenteil: Das ganze Team ist voll gewillt anzugreifen, auch wenn es im Moment natürlich schwer ist.

Von Mercedes hört man, dass der Red Bull laut GPS-Daten in den Kurven eine Bombe ist. Da fehlt ja eigentlich nur noch der Motor.

Vettel: Auf den paar Runden, die wir hatten, war das Gefühl ziemlich gut. Aber mehr kann man noch nicht sagen. Wir konnten das Auto ja noch nicht richtig ausfahren - mal mit mehr mal mit weniger Benzin unter verschiedenen Bedingungen oder bei einer Rennsimulation. Das haben wir alles noch gar nicht gemacht. Deshalb sind Vergleiche natürlich schwer. Das erste Gefühl war in Ordnung. Natürlich wünscht man sich, dass das Auto schnell ist, wenn es dann mal läuft. Wenn es noch obendrauf kommt, dass das Auto nicht schnell ist, dann ist es mit den Problemen natürlich noch schwieriger, das Auto schneller zu machen.

Wird Melbourne noch ein Test für Red Bull?

Vettel: Das würde ich nicht sagen. Wir nehmen an dem Rennen teil, wie man an einem normalen Rennen teilnimmt. Das wird eine Standortbestimmung - einerseits vom Speed, andererseits von der Zuverlässigkeit. Da sieht man genau, wie viel es noch zu tun gibt und wie schnell man reagieren konnte.

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