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Sebastian Vettel exklusiv

"Motoren-Regel ist komplett bescheuert"

Sebastian Vettel - GP Russland 2014 Foto: Red Bull 65 Bilder

Sebastian Vettel fuhr aus Sochi mit nur vier WM-Punkten nach Hause. Der seit dem GP Japan entthronte Weltmeister sprach mit auto motor und sport über die misslungene Taktik, sein Duell mit Ricciardo und den bevorstehenden Motorwechsel in Austin.

13.10.2014 Michael Schmidt
Warum war der GP Russland so langweilig?

Vettel: Die Reifen haben gehalten, und dadurch nicht das normale Chaos produziert. Sprit sparen mussten alle, der eine etwas mehr, der andere weniger. Das Streckenlayout macht das Überholen trotz zweier DRS-Zonen nicht ganz einfach. Die letzte Kurve in die Zielgerade ist ja noch schön langsam, aber die davor ist ziemlich zügig. Da ist es schwer, dicht am Vordermann dranzubleiben. Die zweite DRS-Zone würde sich eigentlich besser eignen, aber da macht die Gerade vor dem Bremspunkt einen Linksknick. Dort hat es der Vordermann leicht, seine Linie zu verteidigen. Wenn du nicht vor dem Bremspunkt auf der inneren Seite bist, kommst du nicht vorbei. Auf der Geraden gab es nicht so große Unterschiede. Die Autos waren mehr oder weniger gleich schnell.

In den ersten Runden ging es hoch her.

Vettel: Der Start war super. In der ersten Ecke haben sich ein paar Kollegen dafür entschieden, geradeaus zu fahren. Ich habe gedacht, bleib besser auf der Strecke. Das hat auch funktioniert. Ich habe mich dann mit Daniel (Ricciardo) durch die Kurve 3 durch gekämpft, und weil er versucht hat sich zu verteidigen, haben wir beide viel verloren. Da haben wir zwei Plätze an Magnussen und Kvyat verschossen. So hatte ich die ersten Runden wenigstens etwas Abwechslung. Sonst wäre es wirklich fad gewesen. Danach lagen wir ein bisschen im Niemandsland. Unsere Strategie länger draußen zu bleiben hat nicht funktioniert. Wir hätten früher reinkommen müssen.

Ricciardo hat es mit seinem frühen Stopp wegen der Blase auf dem Vorderreifen besser erwischt. War der Renngott wieder gegen Sie?

Vettel: Die Wirklichkeit ist nicht so schlecht, wie es die Ergebnisse manchmal aussehen lassen. Das Glück wurde uns in diesem Jahr nicht in die Wiege gelegt. Im Nachhinein sind das so Sachen, die nach außen schwer zu erklären sind. Man muss schon genau hinschauen, um die Hintergründe zu verstehen.

Ricciardo hat einmal am Funk gesagt, dass er schneller als Sie fahren könne. Kam daraufhin ein Funkspruch auch an Sie?

Vettel: Nein. Ich war ein Mal neben der Strecke, habe mich aber gleich wieder gefangen und bin ihm dann davongezogen.

War der Rückstand nach dem Boxenstopp auf den harten Reifen nicht mehr aufzuholen?

Vettel: Ich habe den Rückstand von siebeneinhalb auf vier Sekunden verkürzt. Mal da ein Zehntel, dort drei Zehntel abgeknabbert und zwischen durch auch mal wieder ein Zehntel verloren. Um Daniel zu bekommen, hätte ich eine halbe Sekunde pro Runde aufholen müssen. Das lag heute nicht drin.

Red Bull hat in den letzten beiden Rennen mit dem Setup gehadert. Was ist da los?

Vettel: Wir wissen, dass wir auf den Geraden nicht die Helden sind. Aber in Suzuka und hier haben wir uns auch in den Kurven schwer getan. Und wir hatten keine Chance die Zeit gutzumachen, die uns auf der Geraden abgeht. Selbst die Williams, die eigentlich weniger Abtrieb haben, kamen in Sochi schneller durch die Kurven als wir.

Teamberater Marko kritisierte, dass die Techniker zu Simulator verliebt sind und manchmal Teile zuhause lassen, die man vor Ort brauchen könnte?

Vettel: Ich verstehe wie der Helmut denkt, und sein Ansatz ist vielleicht auch nicht verkehrt. Aber in Sochi hätten uns Flügel mit weniger Anpressdruck gar nichts gebracht. Das wäre Monza-Niveau gewesen. Da hätten wir auch ziemlich doof ausgesehen.

Sie werden in Austin in der Qualifikation zuschauen, Ihren sechsten Motor einbauen und aus der Boxengasse starten. Wie frustrierend ist das?

Vettel: Vorausgesetzt, wir haben die nötigen Teile dafür dabei. In Austin sollte es so weit sein. Die Regel ist natürlich komplett bescheuert. Da schalten die Leute den Fernseher ein und sehen einen Fahrer, der nur rumsteht und nichts zu tun hat. Was soll denn das? Es macht auf der anderen Seite auch keinen Sinn im Qualifying zu fahren, wenn man sowieso aus der Boxengasse starten muss. Habt Ihr vielleicht ein paar Vorschläge, wie ich den Samstagnachmittag in Austin verbringen könnte?

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