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Sebastian Vettel exklusiv

"Wir haben eins auf die Mütze bekommen"

Sebastian Vettel GP Spanien 2012 Foto: xpb 60 Bilder

Sebastian Vettel spricht im Interview mit auto motor und sport über die Lehren aus dem Rennen in Barcelona. Warum es bei Red Bull nicht wie gewünscht geklappt hat, seine Durchfahrtsstrafe und das Problem mit dem Frontflügel.

14.05.2012 Michael Schmidt
Wie lief das Rennen aus Ihrer Sicht? Wie war der Start?

Vettel: Der Start war ganz gut. Wir sind ganz gut weggekommen. Mir hat dann aber ein wenig der Schwung gefehlt. Ich habe versucht, mich im Windschatten von einem Sauber heranzusaugen. Michael (Schumacher) hatte zu dem Zeitpunkt aber schon mehr Überschuss. Ich wusste, dass er links von mir vorbeikommt. Ich wollte auch nicht zu spät bremsen und musste den Platz aufgeben.

Und danach?

Vettel: Danach war es im Verkehr ziemlich schwer für uns. Wir sind festgehangen und konnten keinen Schritt nach vorne machen. Wir haben uns dann entschieden, etwas früher reinzukommen. Das hat bis dahin auch alles gut geklappt. Beim zweiten Stopp sind wir dann etwas länger als die anderen draußen geblieben. Das war glaube ich auch richtig. Und dann kam die Szene mit der gelben Flagge.

Haben Sie sich durch den Crash von Schumacher und die fliegenden Teile ablenken lassen?

Vettel: Ich wusste, dass dort gelbe Flaggen geschwenkt wurden. Ich habe alles gesehen. Es ist nicht so, dass ich in dem Moment nicht wusste, was passiert.

Haben Sie dann einfach vergessen das DRS zu schließen? Das war ja offenbar der Grund für die Strafe.

Vettel: Ja, soweit ich das mitbekommen habe war das so. Vielleicht habe ich bis zu diesem Rennen da was falsch verstanden, als wir darüber geredet haben. Als Fahrer kann man da nicht viel tun. Es kommt drauf an, wann man das letzte Mal DRS eingesetzt hat. Wenn man das letzte Mal fünf, sechs Runden vorher DRS aktivieren durfte und nun mit einem leichteren Auto wieder, wird man automatisch schneller in dem Sektor. Das heißt aber nicht automatisch, dass man die gelbe Flagge nicht gesehen hat.

Wie hat die Strafe ihr Rennen beeinflusst?

Vettel: Ich denke, das hat uns den fünften Platz gekostet. Danach sind wir wieder gut an die anderen herangekommen. Der letzte Stint war nicht so verkehrt. Wir haben uns die Reifen einteilen können und zum Schluss noch einige Leute überholen können.

Bei freier Fahrt schien die Pace des Red Bulls ganz gut, oder wie sehen Sie das?

Vettel: Die ersten Autos waren heute zu weit weg. Natürlich hilft es nicht, wenn man im Verkehr steckt. Zum Ende habe ich mich zwar etwas wohler gefühlt, aber insgesamt muss man sagen, dass wir an diesem Wochenende eins auf die Mütze bekommen haben. Wir müssen sehen, dass sich das schnellstmöglich wieder ändert.

Warum wurde zwischendurch die Nase gewechselt?

Vettel: Das war auch für mich unerklärlich. Ich war nicht neben der Strecke. Ich habe keinen Fehler gemacht, hatte keinen Ausritt, auch niemanden getroffen. Ich hatte urplötzlich weniger Grip auf der Vorderachse. Ich dachte zuerst, dass ein Knollen Gummi hängen geblieben ist, der die Aerodynamik beeinflusst. Ich habe das Team angefunkt, damit die sich das anschauen. Ich wollte erst gar nicht, dass man die Nase wechselt, weil das beim Boxenstopp länger dauert. Und aus dem Cockpit sieht man die Nase nicht und weiß nicht, was los ist. Wir haben uns dann aber doch für den Wechsel entschieden, was im Nachhinein wohl richtig war. Wir haben später gesehen, dass wir einen Schaden am Flügel hatten. Vorne links. Woher der kam? Keine Ahnung. (Teamchef Horner erklärte später, dass ein Trümmerteil des Schumacher-Crashs den Schaden verursachte. Anm. der Redaktion)

Wie riskant waren die Überholmanöver am Ende?

Vettel: Das Manöver gegen Jenson (Button) war schon eng. Auch mit Lewis (Hamilton) hat es gerade so gereicht. Beide waren extrem fair. Vor allem Jenson. Nico (Rosberg) hatte am Schluss im Prinzip keine Chance mehr. Den musste ich mir nur zurechtlegen. Ich wusste, dass wenn ich den zusätzlichen Grip, den ich im Vergleich zu ihm hatte, auf die Straße bringe, dann komme ich bis zur nächsten Kurve vorbei.

Wenn Ihnen vor dem Wochenende jemand gesagt hätte, dass Maldonado vor Alonso gewinnt?

Vettel: Dann hätte ich viel Geld auf Williams gesetzt. Die Quote war glaube ich nicht schlecht.

Es können momentan fünf oder sechs Autos gewinnen.

Vettel: Das ist wirklich etwas verrückt momentan.

Wie geht man als Fahrer mit dieser Ungewissheit um? Keiner scheint sich auszukennen im Moment.

Vettel: Was Ferrari und Williams angeht, die kann ich nicht beurteilen. Die habe ich an diesem Wochenende nie gesehen. Es ist für uns auch schwer zu erklären. Aber es bringt auch nichts, wenn wir uns mit den anderen befassen. Wir hätten gerne einen Schritt an diesem Wochenende gemacht. Der ist leider ausgeblieben. Jetzt müssen wir sehen, dass wir das nächste Mal zwei machen.

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