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Sebastian Vettel im Interview

Vettel: "Ich bin der Letzte, der aufgibt"

Sebastian Vettel Foto: xpb 29 Bilder

Sebastian Vettel spricht nach dem katatstrophalen Ausgang des Rennens über seine nun verbliebenen WM-Chancen, den Grund für den Motorschaden, wie er das Feuer gelöscht hat und das Auf und Ab während der gesamten Saison.

24.10.2010 Michael Schmidt

Frage: Geben Sie jetzt auf?

Sebastian Vettel: Ich glaube ich bin der Letzte der aufgibt. Die Chance besteht. Zwei Rennen haben wir noch. Man hat ja gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann.

War es die richtige Entscheidung, das Rennen zu diesem Zeitpunkt freizugeben?

Vettel: Ich glaube schon. Ich denke, es war in etwa die richtige Zeit. Man hat auch im Cockpit gesehen, dass es rundherum aufgerissen hat. Ich glaube zum Schluss war es vielmehr die Frage, ob es zu dunkel wurde. Ich hatte keine gravierenden Schwierigkeiten. Ich konnte immer dort anhalten, wo ich wollte. Es wurde aber teilweise schon sehr sehr schwer, gerade in der ersten Kurve im ersten Sektor, den Bremspunkt zu sehen. Ich hatte ein leicht getöntes Visier drauf.  Es wurde nicht heller. Ich hatte keine Zweifel, dass ich die zehn Runden noch genau da bleiben kann und meinen Vorsprung nicht noch ausbauen kann. Ich habe es auch ein bisschen unglücklich getroffen mit den Überrundeten. Ich hatte wieder einen haarigen Moment mit den HRT. Beide Male habe ich rund eine Sekunde verloren. Ich war pro Runde zwei oder drei Zehntel schneller als Fernando und die wieder aufzubauen, war nicht so leicht.

Wie schwierig war es, die Intermediates in Schuss zu halten?

Vettel: Die zehn Runden hätten den Bock nicht mehr fett gemacht. Ich habe versucht, auf die Reifen zu achten, Wheelspin zu vermeiden und die Reifen nicht zu überfahren. Auch vielleicht ein bisschen zu kühlen. Das hat sehr gut funktioniert. Es wäre gelogen, dass meine Reifen noch wie neu waren. Natürlich leiden die unter den Bedingungen. Wir wissen, dass die Intermediates vielleicht nicht die standhaftesten Reifen sind, die wir zur Verfügung haben. Aber es war für alle gleich und ich glaube, ich konnte immer reagiern und von vorne das Feld kontrollieren.

Wie knapp war es bei dem letzten Safety Car für euch? Ihr hattet ja noch Glück, dass ihr vor dem letzten Safety Car rausgekommen seid.

Vettel: Es war beide Male Glück und Pech. Beim ersten Mal war ich gerade auf der Zielgeraden, als das Safety Car angezeigt wurde. Und beim zweiten Mal passierte fast das gleiche. Nur ein bisschen davor. Beide Male war es unmöglich zu reagieren. Sonst hätte man natürlich gleich den Anker geschmissen und wäre nach rechts gezogen. Für die anderen war es dann natürlich leichter. Ich war ja beide Male zwischen zweieinhalb und drei und fünf Sekunden voraus. Aber das ändert jetzt auch nichts mehr.

Es ist eine unglaubliche Achterbahn bei Ihnen, oder? Es ist ein Auf und Ab die ganze Zeit.

Vettel: Das Wichtigste ist, dass es für das Ab immer eine Erklärung gab und gibt,. Natürlich ist das ein harter Moment. Es trifft uns auch sehr hart als Team mit Marks Ausfall. Aber wenn ich auf mich schaue, dann weiß ich dieses Jahr genau, dass der letzte Grund in der Reihe die eigene Leistung, die Performance, der Speed war. Das hat immer gepasst. Hat es mal nicht gepasst, gab es immer einen Grund dafür. Und wenn es keinen Grund gab, hat es immer gepasst.

Wann haben Sie beim Motor das erste Geräusch gehört?

Vettel: Ich habe gar nichts gehört. Es gab kein Anzeichen für den Defekt. Mitte Kurve 14 habe ich dann urplötzlich eine Zylinderbankreihe verloren und hatte starke Vibrationen. Das kann man sich vorstellen, wenn nur noch die Hälfte des Motors intakt ist und die andere Seite klemmt. Dann war es eine Frage der Zeit, wann auch die andere kaputt geht. Ich bin kein Spezialist, aber ich schätze es war die rechte Seite, die zuerst flöten ging.

Bekommen Sie nun noch Probleme mit den Motoren?

Vettel: Nein, ich glaube das wäre sowieso das letzte Rennen für den Motor gewesen.

Sie haben selbst noch gelöscht, oder?

Vettel: Wenn nicht immer die erfahrensten Streckenposten vor Ort sind, dann ist es vielleicht besser wenn man den Feuerlöscher selbst in die Hand nimmt. Ich hätte mich beinahe noch flachgelegt, weil es unheimlich rutschig war, als ich dem koreanischen Streckenposten den Feuerlöscher aus der Hand gerissen habe. Als Fahrer weiß man vielleicht auch besser als ein Streckenposten, der das Auto nur einmal im Jahr sieht, wo man den Feuerlöscher reinhalten muss, damit das Feuer aufhört zu brennen.

Wenn Sie böswillig gewesen wären, hätten Sie Ihr Auto auf einer Stelle auf der Geraden parken können, damit es noch eine Safety Car Phase gibt.

Vettel: Was hätte das für mich geändert?

Dann hätten die anderen wieder auf Alonso und Massa aufschließen können.

Vettel: Das habe ich dem Moment sofort gedacht. Aber was bringt das. Da muss man auch Sportsmann sein und ehrlich sein. Andersherum wünscht man sich das auch nicht. Drecksau muss man sein, aber nicht so sehr.

Wie groß sehen Sie jetzt noch Ihre Chancen?

Vettel: Es wäre besser gewesen, wenn ich die zehn Runden noch hätte fertig fahren können. Aber jetzt ist es so wie es ist. Das macht es ein bisschen interessanter und schwieriger. Machbar ist es noch. Gekämpft wird bei uns und bei mir sowieso bis zum Schluss.

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