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Sebastian Vettel im Interview

"Was hätte ich davon zu jammern"

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 75 Bilder

Sebastian Vettel zerbricht sich nicht den Kopf darüber, dass ihn Patzer, Pleiten und Pannen bereits über 100 Punkte im WM-Rennen gekostet haben. "Was hätte ich davon zu jammern. Das lenkt einen nur vom Wesentlichen ab", sagte der Red-Bull-Pilot im Interview.

10.09.2010

Wie beurteilen Sie das Urteil des Motorsport-Weltrates, es bei der Strafe von 100.000 Dollar für Ferrari wegen der Überhol-Affäre von Hockenheim zu belassen?
Vettel: Die Entscheidung ist gefallen. Ich konzentriere mich jetzt voll auf die letzten sechs Rennen. Da will ich das Maximum herausholen.

2008 nach der Pole Position und Ihrem ersten Grand-Prix-Sieg im unterlegenen Toro Rosso das Märchen von Monza; im Vorjahr dann als Titelkandidat im Red Bull nach einer Lehrstunde und Rang acht ein Tritt in den Hintern für uns, wie sie selbst sagten. Was erwarten Sie an diesem Wochenende beim Großen Preis von Italien?
Vettel: Ich denke, wir werden es nicht leicht haben aufgrund der langen Geraden, aber wir werden versuchen, das Beste herauszuholen. Ich bin optimistisch - Überraschungen passierten bisher genug in dieser Saison.

Der Hochgeschwindigkeitskurs gilt nicht als Paradestrecke für Ihren Red Bull. Die McLaren und Ferrari dürften schneller sein. Rechnen Sie mit einem weiteren Rückschlag im WM-Rennen?
Vettel: Wie gesagt. Wir sind diesmal nicht die Favoriten, aber unser Auto ist trotzdem stark genug, um vorne rein zu fahren. Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Was die anderen machen, liegt sowieso nicht in unserer Macht.

Nach dem von Ihnen verursachten Unfall mit Jenson Button zuletzt in Spa-Francorchamps sind Sie teilweise sehr hart kritisiert worden. War diese Kritik berechtigt oder verletzt sie Sie?
Vettel: Was die Leute sagen oder denken, war mir schon immer wurscht. Ich bin selbstkritisch und ehrlich genug, um mit meinen Fehlern selbst umzugehen. Es wird nun mal viel geredet und geschrieben und manche Leute geben gern ihren Senf zu allem und jedem. Wichtig ist, dass man seinen Weg nicht aus den Augen verliert.

Spielt bei Ihrer großen Bereitschaft zum Risiko auch eine Rolle, dass Sie jüngster Weltmeister werden können und damit Grand-Prix-Geschichte schreiben würden?
Vettel: Nein, ich will Rennen gewinnen, wenn ich die Möglichkeit habe. An Statistiken denke ich nicht. Was das Alter angeht, es ist nur eine Zahl. Ich habe noch viel vor mir.

Ohne die Patzer, Pleiten und Pannen hätten Sie im Idealfall 137 Punkte mehr und wären damit praktisch schon Weltmeister. Wie sehr ärgert und beschäftigt Sie das?
Vettel: Wenn und Aber bringt mir nichts. Was hätte ich davon zu jammern. Das lenkt einen nur vom Wesentlichen ab.

Sie liegen als Gesamtdritter 31 Punkte hinter Lewis Hamilton und 28 hinter Ihrem Teamkollegen Mark Webber. Dieser hat bereits Ansprüche angemeldet, dass sich Red Bull auf ihn als Titelkandidaten konzentrieren sollte. In welcher Situation - wenn überhaupt - würden Sie Ihre eigenen Interessen hintenanstellen und für Webber fahren?
Vettel: Solange jeder noch die Möglichkeit hat, den Titel zu holen, gibt es dafür keinen Grund. Davon abgesehen: Stallorder ist verboten...

Sie sowie die in Belgien ebenfalls ohne Punkte gebliebenen Button und Fernando Alonso weisen nun einen beachtlichen Rückstand auf das Führungsduo Hamilton/Webber auf. Gehen Sie trotzdem weiterhin von einem Fünfkampf um die WM aus?
Vettel: Genau davon gehe ich aus.

Bis vor kurzem wurden Sie noch als Wunderkind der Formel 1 gefeiert, jetzt sehen Sie einige schon als Webbers Wasserträger. Wie stufen Sie sich selbst ein?
Vettel: An einem Tag ist man der Held, am nächsten der Depp. Vor allem die deutsche Presse springt den eigenen Leuten gerne in den Rücken. Man muss sich doch nur mal ansehen, was Michael Schumacher bisher in seiner Karriere durchleben musste und auch aktuell durchleben muss. Im Angesicht dessen ist es umso wichtiger, sich nicht beirren zu lassen und auf die Leute zu hören, die einem Kraft und Vertrauen schenken.

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