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Sebastian Vettel

"Kein Grund zur Panik"

Sebastian Vettel - Red Bull - GP Australien - Melbourne - 17. März 2012 Foto: xpb 69 Bilder

Für Sebastian Vettel ist es ein ungewohnter Anblick. Beim Start zum GP Australien stehen fünf Autos vor seiner Nase. Der Weltmeister sieht aber noch keinen Grund zur Panik. Der neue Red Bull RB8 ist im Prinzip ein gutes Auto. Mangels Kilometer fanden die Fahrer aber nicht die richtige Balance.

17.03.2012 Michael Schmidt

Bei Red Bull rieb man sich verwundert die Augen. Startplatz fünf für Mark Webber, Rang sechs für Sebastian Vettel. Das gab es die ganze letzte Saison nicht. Zum ersten Mal seit Monza 2010 steht kein Red Bull in der ersten Startreihe. Der große Favorit strauchelte beim Auftakt in diese Saison. Alle Analysten hatten sich nach den Tests getäuscht.

Auch wenn es bei Red Bull optimal gelaufen wäre, lag die Pole Position außer Reichweite. "Ich habe in der ersten Kurve einen Fehler gemacht. Der hat mich zweieinhalb Zehntel gekostet. Wenn alles gepasst hätte, wäre vielleicht Platz drei möglich gewesen, aber McLaren war heute eindeutig zu stark für uns", rechnete Vettel nach.

Auch Mark Webber hatte keine Entschuldigung, die gewichtig genug gewesen wäre, um den Rückstand von 0,729 Sekunden auf die Trainingsbestzeit von Lewis Hamilton zu erklären. "Mir ist ab der zweiten Qualifikationsrunde KERS ausgefallen. Dann habe ich erst mal einen Versuch gebraucht, mich darauf einzustellen. Bei meinem letzten Versuch habe ich noch einen kleinen Fehler eingebaut. Ich will jetzt nicht groß herumrechnen, aber da ist vielleicht ein Zehntel liegengeblieben und weitere drei wegen KERS. Das hätte aber immer noch nicht gereicht."

Vettel fehlt das Vertrauen ins Auto

Blieb die Frage nach dem Warum. Vettel führte Probleme mit der Balance ins Feld. "Dann fehlt dir das Vertrauen, überall ans Limit zu gehen. Irgendwie haben bei uns die Front- und die Heckpartie nicht zusammengepasst. Dann bist du verwundbar für Fehler." Ein Grund dafür war der Mangel an Testkilometern. Red Bull hatte die wenigsten aller Top-Teams abgespult.

Das neue Aerodynamikpaket kam überhaupt nur zwei Tage zum Einsatz, wovon einer durch einen Getriebeschaden auf 23 Runden verkürzt wurde. "Wir hatten nicht die Zuverlässigkeit, die wir uns gewünscht haben. Uns fehlen Kilometer, und so etwas resultiert oft darin, dass man nicht das beste Setup trifft. Wir haben noch einige Hausaufgaben vor uns", erklärte Vettel.

Red Bull braucht Zeit

Der Verdacht, dass dieser Red Bull RB8 in seiner letzten Aerodynamikspezifikation vielleicht ein grundsätzliches Problem in sich birgt, wird von beiden Red Bull-Piloten bestritten. Vettel: "Ich kann kein globales Problem erkennen. Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir müssen nichts an der Philosophie des Autos verändern. Wir brauchen einfach mehr Zeit, um mehr über die Abstimmung zu lernen."

Webber pflichtet bei: "Es ist eigentlich nur Feintuning nötig. Aber wie das in der Formel 1 so ist, können kleine Probleme große Unterschiede ausmachen. In den letzten Jahren haben wir den Gegnern eine Lektion erteilt. Diesmal war es umgekehrt." Der Australier verteidigt den Einsatz des neuen Aerodynamikpakets, auch wenn man vorher kaum damit fahren konnte. "Wir mussten es einsetzen, weil es schneller ist, und weil es uns mehr Möglichkeiten eröffnet, mit dem Auto das zu machen, was wir wollen."

Red Bull stärker im Rennen als im Qualifying

Vettel ist guter Hoffnung, dass man im Rennen den Spieß umdrehen kann. "Unser Renntempo ist gut. Bei den Dauerläufen lagen wir auf dem Niveau von McLaren." McLaren ist nach Einschätzung des Titelverteidigers etwas besser als erwartet, Lotus die von vielen prognostizierte Überraschung und Mercedes näher an der Spitze dran.

Webber macht eine vielsagende Andeutung: "Die Qualifikation ist zur Zeit nicht unsere Stärke." Einziger Trost aus seiner Sicht. Er hat das erste Trainingsduell gegen Vettel gewonnen. Und er hat auch eine Erklärung dafür: "Ich fühle mich in diesem Auto viel wohler. Das liegt zum Teil an den neuen Reifen, aber auch daran, dass wir den Diffusor nicht mehr anblasen. Das hat die Balance des Autos derart verschoben, dass es sich für mich wie ein anderes Tier anfühlte. Jetzt sitze ich wieder in einem traditionellen Rennauto."

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