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Aufholjagd in der Wüste

Sebastian Vettel pflügt sich durchs Feld

GP Abu Dhabi Sebastian Vettel Jenson Button 2012 Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel machte im GP Abu Dhabi 21 Plätze gut. Der Red Bull-Pilot profitierte zum einen von einem chaotischen Rennen, lieferte aber auch selbst eine Glanzleistung ab. Kimi Räikkönens Sieg kam ihm entgegen.

04.11.2012

Es ist lange her, dass Sebastian Vettel sich am Start alle Autos von hinten anschauen konnte – zumal aus der Boxengasse. Zuletzt stand er 2008 in Kanada auf dem letzten Startplatz. Normalerweise nimmt Vettel einen Grand Prix ohne ein Auto vor sich in Angriff. Doch Vettel ermahnte die Pessimisten schon am Samstagabend, nachdem er die Strafe wegen zu wenig Benzin im Auto bekam, nicht zu früh den Kopf in den Sand zu stecken.

Frontflügel zerstört

Er sollte Recht behalten und verbesserte sich aus der Boxengasse um 21 Positionen auf den dritten Rang – wobei Pedro de la Rosa mit seinen Problemen am Start bereits leichte Beute war. Nach einer Runde lag der Doppelweltmeister auf dem 20. Rang. Er sollte an der eigenen Haut spüren, wie es sich anfühlt, wenn man im Getümmel startet.

Er hatte eine Berührung mit Bruno Senna und beschädigte sich dabei den Frontflügel. Doch damit nicht genug. In der ersten Safety Car-Phase hing er hinter Daniel Ricciardo und beerdigte den Frontflügel komplett. "Ich weiß nicht was er gemacht hat, er hat einfach gebremst", sagte Vettel. "Ich war etwas überrascht. Vielleicht hätte ich etwas aufmerksamer sein müssen. Dann bin ich nach rechts gefahren und durch das DRS-Schild gefahren und wusste, dass der Frontflügel dahin ist." Red Bull-Berater Dr. Helmut Marko hakte das Problem seiner Schützlinge unter der Kategorie Missverständnis ab.

Vettel nutzte die Safety Car-Phase zum Boxenstopp in Runde 14, ließ sich weiche Reifen aufziehen und holte einen neuen Frontflügel ab. Geht es nach ihm, war es der schlechteste Zeitpunkt, denn er musste sich am Ende des Feldes wieder einreihen. Auf der anderen Seite verlor er durch den Stopp während der Safety Car-Phase auch nicht so viel Zeit auf die Konkurrenz wie unter normalen Umständen. Beim Restart lag Vettel 12,8 Sekunden hinter dem Spitzenreiter.

Lücke für Vettel

Weil er früher als alle anderen stoppte, wurde er automatisch nach vorne gespült. In Runde 31 lag er bereits auf Platz zwei. Doch die Reifen bauten ab und ein zweiter Stopp in Runde 37 war nötig. Danach reihte er sich vor Pastor Maldonado und Romain Grosjean ein, die das ganze Feld mit ihren alten Soft-Reifen aufhielten und so die Lücke für Vettel öffneten. Die zweite Safety Car-Phase war der Joker. "Das hat uns sicherlich geholfen", meinte Vettel. In dem vor ihm liegenden Jenson Button fand er schließlich den Gegner des Rennens. "Jenson war schwierig zu überholen. Aber er war sehr fair. Das kann man nicht mit allen Fahrern machen. Am Ende blieben nicht genug Runden, um auf Fernando und Kimi aufzuholen."

"Schade, dass es mit Button so lange gedauert hat, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen", meint Marko. "Das war die richtige Antwort auf unqualifizierte Äußerungen, Sebastian wäre kein würdiger Weltmeister und könnte nicht überholen. Er hat es zwei Mal demonstriert, einmal aus der Boxengasse und einmal vom Ende des Feldes. Für die Nerven war es aber sicher hart. Kimi Räikkönen war der beste Sieger für uns."

Spritproblem keine Absicht

Ein Schlüssel zum Erfolg waren die Setup-Änderungen, die durch den Start aus der Boxengasse erlaubt waren. "Wir haben die Chance genutzt, die Übersetzung zu ändern. Das hat es leichter gemacht und auf der Geraden geholfen. In clean air war es nicht unbedingt das Optimum", sagte Vettel. Einige Einstellungen baute man auf die Freitags-Variante zurück, da sich die Änderungen auf Samstag nicht als hilfreich erwiesen hatten.

Besonders viel Wert legte der 25-Jährige darauf, dass sein Team in der Qualifikation nicht geschummelt hat. "Es war ein Fehler", sagte Vettel. "Es gab keine Absicht knapp ans Limit zu gehen, um dann quasi nichts zu gewinnen. Es ist nicht das gleiche wie bei Lewis Hamilton in Barcelona. Offensichtlich haben sie wissentlich zu wenig Sprit im Auto gehabt und sind in der Auslaufrunde stehen geblieben. Aber wir hatten genug Benzin, aber irgendwie hatten wir genug auf dem Papier, aber nicht im Auto. Wir mussten das Auto aus Sicherheitsgründen abstellen. Die Strafe war sehr hart, aber das muss man akzeptieren."

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