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Sebastian Vettel

Probleme mit Red Bull-Upgrade?

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1-Test Barcelona - 4. März 2012 Foto: xpb 22 Bilder

Am dritten Testtag von Barcelona hat Mark Webber mit dem modifizierten Red Bull RB8 insgesamt 70 Runden zurückgelegt. An den Rundenzeiten ließ sich nicht viel ablesen. Streckenbeobachter meinten, das Auto liege unruhiger. Nachdem Sebastian Vettel beim Testfinale am Sonntag (4.3.) den Vormittag mit Arero-Messungen verbracht hat, geht der Verdacht um, dass der erhoffte Fortschritt noch nicht eingetreten ist.

04.03.2012 Michael Schmidt

Zuerst kamen die Regenschirme als Abschirmmaßnahme. Dann Sebastian Vettel im Red Bull RB8, Aerodynamikonfiguration Nummer zwei. Bei der ersten Ausfahrt fiel eine periskopartige Messsonde auf der linken Heckflügelendplatte auf. Damit wird die Luftgeschwindigkeit gemessen, die nicht durch die Turbulenzen des Autos beeinträchtigt ist.

Beim zweiten Versuch war am linken Diffusorrand eine rechteckige Apparatur angebracht. Hierbei handelte es sich um Temperaturfühler. Offenbar wollte Red Bull messen, wie heiß die Auspuffgase da hinten noch ankommen. Für die Aerodynamiker spielt die Temperatur der Luft eine große Rolle. Je wärmer, umso besser.

Ausrutscher und Getriebeprobleme bremsen Red Bull

Insgesamt schaffte Vettel am Vormittag nur 15 Runden. Über eine Stunde ging verloren, weil er in einer Kurve zu weit hinausgetragen wurde. Der Frontflügel hing auf Halbmast. Weil kein Ersatz vorhanden war, musste laminiert werden. Neben dem Ausrutscher des Weltmeisters spinnte auch die Technik. Kurz vor der Mittagspause ging das Getriebe kaputt. Die Mechaniker mussten die Schaltbox wechseln. Damit gab es schon das dritte Mal während der Wintertests Probleme mit dem Getriebe.

"Wir hätten uns gewünscht, mehr zu fahren. So ist es leider. Manchmal ist der Hund drin", fügte sich Vettel in sein Schicksal. "Es ist ganz normal, dass ein neues Auto noch ein bisschen rumzickt. So lange es schnell ist, kann man das verzeihen. Ich freue mich schon, in Melbourne mit der "Zicke" an den Start zu gehen. Ich denke, wir sind gut dabei."

"Wir schätzen McLaren stark ein. Mercedes definitiv stärker als im Jahr zuvor. Ferrari scheint im Moment noch ein bisschen Schwierigkeiten zu haben. Lotus ist vielleicht ein Geheimtipp. Auch andere Teams darf man nicht vergessen - Sauber, Force India - die Zeiten muss man erst einmal fahren. Ich denke, es ist alles etwas enger zusammen."

Zu Beginn der Sitzung am Samstag hatte Vettel schon Zeit mit Datensammeln verloren. Jetzt fragt man sich, warum Red Bull erst am zweiten Tag mit dem Messen beginnt. Da schleicht sich der Verdacht ein, dass die Ergebnisse vom ersten Tag nicht so zufriedenstellend waren wie erhofft. "Wir wollten nur die Daten von gestern gegenchecken", wehrt Teamchef Christian Horner ab.

Probleme mit Red Bull-Update?

Der Einfluss der heißen Auspuffgase auf die Aerodynamik ist etwas, das sich auch in den besten Windkanälen nur schwer simulieren lässt. "Dazu musst du auf die Rennstrecke", erklärt Mercedes-Ingenieur Aldo Costa. In keinem anderen Gebiet ist die Korrelation zwischen Windkanal und Rennstrecke mit so großen Fehlern behaftet. Die Temperaturfühler im Heck des Red Bull könnten ein Indiz dafür sein, dass die Auspuffgase nicht mit der Intensität oder Temperatur im Heck ankommen, wie sich das die Erfinder gedacht haben.

Dazu könnten die Beobachtungen von Streckenspionen passen. Der frühere Jordan-Ingenieur Gary Anderson hatte den Eindruck, dass sich das Fahrverhalten des Red Bull mit den neuen Teilen am Auto verändert hätte. "Webber war nicht mehr in der Lage, so präzise einzulenken wie vorher. Die Linie schwankte von Runde zu Runde."

Doch was wollten die Red Bull-Mechaniker am Morgen mit ihren Regenschirmen verbergen? Sie hielten ihre Schirme im Bereich der Hinterräder über den Unterboden. Auf den ersten Blick ließ sich dort nichts Neues entdecken. Es ist aber möglich, dass Red Bull über Nacht die Position der Hitzeprotektoren geändert hat und nicht wollte, dass man davon Fotos macht. Die Hitzeschilde könnten der Konkurrenz verraten, wo der Auspuffstrahl am Unterboden auftritt.

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