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Crazy Stats GP USA 2013

Kannibale Vettel ist unersättlich

Sebastian Vettel - GP USA 2013 Foto: Wilhelm 20 Bilder

Sebastian Vettel hat wieder einen Rekord von Michael Schumacher getilgt. Acht Siege in Folge schaffte keiner vor ihm. Auch mit den anderen Zahlen liegt Vettel gut auf Kurs: 38 Siege, 44 Pole Positions, 22 schnellste Runden. Der Kannibale klettert in allen Ranglisten nach oben.

19.11.2013 Michael Schmidt

Den ersten Rekord verlor Michael Schumacher in Suzuka. Fernando Alonso überholte ihn in der ewigen Punkte-Bestliste. Jetzt hat ihm Vettel den Rekord von sieben Siegen in Folge abgejagt. Kommendes Wochenende in Brasilien kann er mit 13 Siegen in einer Saison mit Schumachers Wert aus dem Jahr 2004 gleichziehen.

Aber auch die anderen Bestwerte von Deutschlands erstem Weltmeister sind in Gefahr, wenn Vettel so weitermacht. Der hat vor der Red Bull-Siegesserie einmal gesagt: "Michaels Rekorde sind deshalb uneinholbar, weil es unwahrscheinlich ist, dass ein Team noch einmal so dominiert wie damals Ferrari." Jetzt erlebt er mit Red Bull das gleiche. Er ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und er hat dieses Glück in die Hand genommen und das beste daraus gemacht.

Pole Position-Rekord die leichteste Aufgabe

Vier WM-Titel in einem Alter von erst 26 Jahren sind eine gute Basis, irgendwann einmal die sieben Titel seines Landsmannes einzuholen. Mit 44 Pole Positions fehlen Vettel noch 24 auf Schumachers Bestmarke. Bei den Siegen hat der Rekord-Champion noch Luft. Es steht 91:38 für Schumacher. Aber die Marke von Ayrton Senna kann Vettel bereits vor sich sehen. Der Brasilianer ist mit 41 Siegen die Nummer drei der ewigen Bestenliste.

Bei den Führungskilometern muss Vettel ebenfalls noch strampeln. Mit aktuell 12.581 hat er gerademal etwas mehr als die Hälfte von seinem virtuellen Gegner geschafft. Schumacher brachte es auf 24.084 Kilometer an der Spitze. Am schwierigsten wird es bei den schnellsten Rennrunden, auch wenn Vettel in Austin Nummer 22 eingefahren hat. Da hat Michael Schumacher 77 vorgelegt.

Stoppt die Regel-Reform Red Bull?

Die Konkurrenz schaut fassungslos auf die Vettel-Festspiele. Sie sehnt die nächste Saison herbei, in der Hoffnung, dass die große Regelreform die Siegesserie von Red Bull unterbricht. "Zur Zeit fährt er in einer anderen Liga", schüttelt Alsonso den Kopf. "Egal welches Setup, welche Reifen, welcher Motor. Vettel gewinnt mit diesem Red Bull mit der linken Hand."

Da schwingt jede Menge Frust mit. Vettel warnt seine Leute im Team: "Lasst uns diese einmalige Zeit genießen. Sie ist keine Selbstverständlichkeit. Keiner weiß, was uns im nächsten Jahr blüht. Die Top-Teams werden wieder vorne liegen, aber in welcher Reihenfolge und mit welchen Abständen? Sicher wird es auch nicht mehr diese Konstanz geben. Wir rechnen mit mehr Ausfällen im nächsten Jahr."

Vettels Stärke ist seine geringe Fehlerquote

Vettels Erfolge allein auf den Red Bull zu reduzieren, wäre falsch. Das hat das Beispiel Austin wieder gezeigt. Der Weltmeister fuhr auf die Pole Position, obwohl er sein Auto mehr als Mark Webber auf das Rennen hin getrimmt hatte. "Dann kannst du von den Einstellungen her die Reifen nicht so aggressiv in ihr Fenster bringen, als wenn du dich allein auf eine schnelle Runde konzentrierst. Das kostet Rundenzeit"

Trotz des Handikaps schlug Vettel seinen Teamkollegen. Nicht, weil er schneller war. Er machte einfach zwei Fehler weniger. Nach zwei Sektoren lag Webber in der entscheidenden Runde um 0,216 Sekunden vor Vettel. Dann verlor er in den letzten beiden Kurven 0,319 Sekunden auf den Champion. "Es reicht eben nicht, wenn du zweieinhalb Sektoren lang besser bist", meinte der Australier genervt.

Auch im Rennen fuhr Vettel praktisch fehlerlos. Auf die Frage, ob er irgendwo etwas falsch gemacht habe, musste er lange nachdenken. "Ein oder zwei Mal bin ich in Kurve 12 auf der Bremse ein bisschen zu weit rausgerutscht." Schön, wer solche Probleme hat.

Charme-Offensive von Red Bull

Doch gerade das ist auch das Problem von Vettel und Red Bull. Die Perfektion erweckt den Eindruck, hier sind nicht Menschen, sondern Maschinen am Werk. Das macht suspekt und kostet Sympathiewerte. Deshalb versucht die Weltmeistertruppe gerade mit einer Charme-Offensive Bonus-Punkte zu sammeln.

Es wirkt allerdings alles ein bisschen aufgesetzt. Die Donuts nach dem Rennen gehören mittlerweile genauso dazu wie die ausgelassenen Feierstunden mit Hochprozentigem nach dem Rennen. In Austin wurde beim Teamfoto die Jägermeisterflasche herumgereicht. Gemixt mit Red Bull natürlich. In der Startaufstellung stehen die Red Bull-Mechaniker plötzlich nicht mehr wie eine Wand vor dem Auto, um neugierige Blicke abzuwehren.

Bis vor kurzem hatte Teamchef Christian Horner diese reichlich kindische Maßnahme noch verteidigt: "Wir haben das beste Auto im Feld, also haben wir auch das meiste zu verlieren." Er sollte wissen, dass die Konkurrenz auch so Tausende von Detailfotos des Red Bull RB9 in ihren Archiven hortet. Genauso wie Adrian Newey Fotos von anderen Autos sammelt.

In unserer Bildergalerie haben wir die Crazy Stats gesammelt - die verrücktesten Zahlenspiele vom GP USA - nicht nur mit Sebastian Vettel!

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