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Sebastian Vettels Showrun in Heppenheim

Im Formel 1-Auto durch die Heimat

Sebastian Vettel 75 Bilder

Am Sonntag (18.7.) wird Sebastian Vettel den Fans in seiner Heimatstadt Heppenheim einen Besuch abstatten. Im Gepäck hat er auch ein Red Bull-Formel 1-Auto, mit dem er über die Bundesstraße düsen will. Im Interview spricht Vettel über seinen "Homerun".

14.07.2010

Wie viel bedeutete es hier in Deiner Heimat mit einem Formel-1-Auto zu fahren?
Vettel: Sehr viel. Wer bekommt schon die Gelegenheit mit so einem Wagen durch die Stadt zu fahren und dann noch durch die eigene! Es ist wirklich etwas Besonderes und ich hoffe, dass viele Leute kommen und es einfach ein schöner Tag wird.

Ist dieser "Homerun" eine Gelegenheit den Leuten in Deiner Heimat zu zeigen, was Du bisher erreicht hast? Oder ist es Dir wichtiger den Fans etwas zurückzugeben und ihnen die Möglichkeit zu bieten, näher an so einen Wagen dran zu sein?
Vettel: Ein bisschen von beiden. Es ist toll, den Fans die Formel 1 etwas näher zu bringen, da man ja bei den Rennen doch ein wenig weiter weg ist. Sie können das Auto wirklich anfassen und einfach bei allem hautnah dabei sein. Vor Freunden und Familie zu fahren, ist natürlich noch mal ein großer Anreiz, aber vor allem ist es eine Ehre hier zu fahren. Ich bin froh, dass die Stadt dabei so gut mitmacht und alles für uns absperrt: Denn es ist wirklich für alle etwas ganz Spezielles wenn ein Formel-1-Auto außerhalb der Strecke unterwegs ist.

Du machst immer einen sehr bodenständigen und zurückhaltenden Eindruck. Wird es Dir peinlich oder unangenehm sein, wenn so viele Leute kommen um Dich fahren zu sehen?
Vettel: Peinlich wird es auf keinen Fall, eher ungewohnt. Wenn man vor so vielen Leuten fährt, die man kennt, ist es etwas Außergewöhnliches. Aber es kommen ja keine großen Herausforderungen auf mich zu, ich werde ja nur ein wenig rumfahren und ein bisschen Show machen. Ich denke, jeder kennt das Gefühl, wenn man einen Vortrag halten muss: Da ist es ein bisschen aufregender, wenn Leute im Publikum sitzen, die man kennt, besonders wenn es die Eltern und Freunde sind, aber ich freu mich drauf.

Gab es in der Art schon mal etwas bei Kollegen?
Vettel: Also es gab schon öfters Showruns am Strand oder in abgesperrten Gebieten, aber dass jemand mal in seiner Heimatstadt gefahren ist, davon weiß ich nichts. Kann sein, aber mit Sicherheit nicht hier in Heppenheim.

Hast Du schon den schweizerischen Akzent oder kannst Du noch Hessisch?
Vettel: Ich glaube nicht, dass man das so schnell verlernen kann. Es ist ein bisschen schade, dass die Dialekte heutzutage schnell verloren gehen, auch weil man in der Schule sehr auf das Hochdeutsche bedacht ist. Das ist dann natürlich vor dem Mikro und der Kamera genauso. Aber wenn ich mit Kumpels unterwegs bin, wird schon ein bisschen gepellt und Mundart gesprochen.

Welche Erinnerungen hast Du wenn Du hier von der Autobahn runterkommst und zuhause bist?
Vettel: Weil ich viel unterwegs bin, freue ich mich jedes Mal nach Hause zu kommen. Es ist natürlich toll in der Welt herumzufliegen und dementsprechend viel zu sehen, aber sobald ich von der Autobahn abfahre und das Schild "Heppenheim" lese, ist das dann anders. Man weiß nämlich, man ist bald daheim. Man genießt die Zeit zu Hause einfach mehr, weil sie begrenzt ist und weiß die Zeit mit der Familie und Freunden viel mehr zu schätzen.

Wird eigentlich etwas Besonderes gekocht, wenn Du nach Hause kommst?
Vettel: Ab und zu schon. Es gibt einfach so ein paar Sachen, die nur meine Mutter richtig gut kann. Einige Spezialitäten, wie zum Beispiel Kartoffelgemüse, sind vielleicht nicht weltbekannt, schmecken mir aber unheimlich gut. Aber es ist einfach so: Alles was Mama kocht, schmeckt gut.

Du bekommst Besuch von Gästen, die noch nie in Heppenheim waren. Was zeigst Du Ihnen zuerst?
Vettel: Es geht natürlich vorrangig um den Showrun. Ich denke hier wird den Leuten schon sehr viel geboten. Andererseits haben die Leute die Möglichkeit die Stadt kennenzulernen. Heppenheim ist keine Großstadt, aber alles in allem ein sehr hübsches Städtchen mit einer schönen Fußgängerzone und einer tollen Altstadt. Ich glaube jeder entscheidet selbst wie er seine Zeit verbringen mag, Möglichkeiten hat es genug, da bin ich mir sicher.

Streber oder Klassenclown - wie war der Schüler Sebastian Vettel?
Vettel: Ich denke ich war ein normaler Schüler und hatte meinen Spaß, manchmal auch auf Kosten der Lehrer. Alles in allem habe meine Schulzeit sehr genossen.

Es heißt, dass Du Botschafter der Bergstraße bist. Wie kam es denn dazu und welche Aufgaben hast Du?
Vettel: Das stimmt, aber besondere Verpflichtungen habe ich dabei aber gar nicht. Es ist einfach eine große Ehre für mich und ich habe mich wirklich über diese Ernennung gefreut.

Heppenheim ist ja eigentlich keine große Motorsportregion. Glaubst Du, dass Du daran etwas ändern kannst?
Vettel: Es gibt hier mit Sicherheit auch Leute die Motorsport betreiben, sei es nun Kart oder Motorcross. Die Region ist vielleicht nicht besonders bekannt dafür, aber vielleicht ist es ganz förderlich für den Sport hier, wenn es einen gibt, der ganz vorne mitmischt. Mitte der 90er war das ja bei mir so. Da sind wirklich viele Kinder Kart gefahren, aus der Begeisterung zu Michael Schumacher heraus und sicher wäre es schön für den Nachwuchs, wenn sich auch heute mehr Kinder dafür interessieren würden. Aber im Endeffekt muss jeder für sich individuell das richtige finden, was einem Spaß macht.

Wirst du wenn Du nach Hause kommst immer freundlich empfangen oder gibt es auch Neider?
Vettel: Neid merke ich eigentlich überhaupt nicht. Natürlich gibt es in solchen Städten, die relativ überschaubar sind, immer Leute, denen man es nicht recht machen kann oder die einen nicht mögen, aber das ist ganz normal. Alles in allem ist das Verhältnis zu allen sehr positiv - da wird mir auf die Schulter geklopft oder nach einem schlechten Resultat bekomme ich Ratschläge, aber ich kann mich wirklich über nichts beklagen.

Bist Du im Herzen immer noch der hessische Junge oder eher ein Global Player, der überall zu Hause sein kann?
Vettel: Als Global Player sehe ich mich überhaupt nicht. Meine Heimat und meine Wurzeln sind hier und ich denke, dass es sehr wichtig ist, nicht zu vergessen woher man kommt. Und dank meines Elternhauses besteht in dem Bereich auch überhaupt keine Gefahr.

In der Formel 1 hast Du sicher viele Verpflichtungen. Ist Dir dieser Glamour auf die Dauer lästig oder nimmst Du das auch mal gerne mit?
Vettel: Naja, die Formel 1 an sich ist einfach eine glamouröse Welt, aber solange das in einem vernünftigen Rahmen bleibt, stört mich das nicht. Das, was mir am meisten Spaß macht ist sowieso das Fahren selbst. Natürlich weiß man, dass manches einfach zur Formel 1 dazugehört, und es kann auch Tage geben, an denen es etwas anstrengend ist, aber am Ende nimmt man es in Kauf, um mit so einem tollen Auto fahren zu dürfen.

Das Interview wurde uns von Sebastian Vettel zur Verfügung gestellt.

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