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Sebastian Vettel über seinen Abschied

Red Bull wäre der einfachere Weg

Sebastian Vettel - GP Japan 2014 Foto: Red Bull 93 Bilder

Der Wechsel von Sebastian Vettel von Red Bull zu Ferrari war am Samstag (4.10.2014) das große Thema im Fahrerlager. Nach dem Qualifying äußerte sich der Pilot erstmals selbst offiziell zu seinem Abschied, der kein leichter war.

04.10.2014 Tobias Grüner

Man hatte sich in den letzten Wochen schon fast daran gewöhnt, dass es bei den Presserunden von Sebastian Vettel etwas ruhiger zugeht als in früheren Weltmeisterjahren. Das Interesse ist etwas abgeflaut, seitdem der Heppemheimer nicht mehr regelmäßig um Siege kämpfte. Doch am Samstag in Suzuka änderte sich das schlagartig. Der angekündigte Abschied von Red Bull traf viele im Fahrerlager ohne Vorwarnung.

Vettel spielte allerdings schon länger mit dem Gedanken, sein Team zu verlassen. "So eine Entscheidung trifft man nicht über Nacht. Es ist ein großer Schritt, wenn so eine gute Partnerschaft beendet wird. Es gibt überhaupt keine negative Stimmung hier. Ich gehe also nicht, weil es mir hier nicht mehr gefällt. Deshalb war es auch eine sehr schwere Entscheidung. Wir haben zusammen eine sehr erfolgreiche Zeit hinter uns."

Führt Vettels Weg zu Ferrari?

Doch warum kam die Bekanntgabe ausgerechnet am Samstag in Suzuka? "Die Entscheidung hat sich über lange Zeit hingezogen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich die Möglichkeit habe, etwas anderes zu machen. Es gab schon vorher Angebote. Es hat sich jetzt für mich angefühlt, als sei es der richtige Zeitpunkt. Man könnte die Sache so sehen, dass wir dieses Jahr nicht erfolgreich waren, und es deshalb der richtige Zeitpunkt ist. Aber das ist hier nicht der Fall."

Der ehemalige Red Bull-Junior verlässt damit erstmals das gewohnte Umfeld: "Ich vergleiche das immer mit dem Moment des Erwachsenwerdens, wenn man aus dem Elternhaus auszieht. Nach 15 Jahren mit Red Bull, 6 Jahre davon beim Red Bull Racing Team, ist das ein großer Schritt. Aber der Wunsch und der Hunger ist da, etwas Neues zu machen und zu schaffen. Deshalb will ich jetzt eine Tür schließen und eine neue öffnen."

Alle Experten wissen Bescheid, dass der Weg Vettel zu Ferrari führen wird. Die Italiener warten allerdings noch mit der offiziellen Bekanntgabe. Deshalb darf auch der Neuzugang noch nichts verraten: "Ich kann leider momentan nicht offiziell sagen, was ich mache. Aber in Kürze wird sich das ändern", bittet der Fahrer um Geduld.

Dass der 27-Jährige solch einen Überraschungscoup ohne einen Manager gelandet hat, beeindruckte viele: "Ich bin ja nicht ganz alleine", so Vettel. "Ich habe Freunde und Berater. Und auch für den ganzen Papierkram habe ich Leute an meiner Seite. Aber ansonsten bin ich Mensch, ich habe einen Mund und ein Gehirn und versuche diese zu benutzen. Ich bin auch nicht schüchtern, mit den Leuten selbst zu sprechen."

Neues Abenteuer für Vettel

Auch mit den Red Bull-Bossen hat der Pilot geredet – aber erst, als die Entscheidung schon gefallen war. Große Versuche, den Weltmeister noch umzustimmen, habe es nicht gegeben: Nach so langer Zeit kennt man sich und man respektiert sich. Wir haben direkt miteinander geredet. Das war nicht leicht. Aber es hat nicht viele Worte gebraucht, um klarzumachen, was Sache ist."

Die positiven Aspekte an einem neuen Abenteuer haben überwogen. Dass Ferrari gerade auch nicht ein Weltmeister-Team ist, war da offenbar nur Nebensache: "Es gab eine Stimme in mir, die immer lauter wurde. Diese Entscheidung wird mich sehr glücklich machen. Ich habe die Entscheidung aktiv selbst getroffen. Niemand anderes hat sie für mich getroffen. Ich glaube fest daran, dass es richtig ist."

Nach 4 WM-Titeln will Vettel seine Karriere aber noch lange nicht ausklingen lassen. Der Wechsel hat das Feuer neu entfacht. "Es geht darum erfolgreich zu sein. Es geht nicht einfach nur darum, Geld zu verdienen. Ich bin hier um zu gewinnen."

Bei Ferrari steht eine ganz große Herausforderung bevor - so wie 1996 als Michael Schumacher nach Maranello wechselte. Die italienische Mentalität kennt Vettel schon von Toro Rosso. Nur mit den Sprachkenntnissen hapert es offenbar noch: "Mein französisch ist besser", grinst Vettel. Das wird sich wohl bald ändern.

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