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Sebastian Vettel exklusiv

"Wir haben die Notbremse gezogen"

Sebastian Vettel GP Kanada 2012 Foto: xpb 25 Bilder

Sebastian Vettel beendete den GP Kanada auf Platz vier und rutschte damit auf Rang drei der WM-Wertung ab. Im Interview mit auto motor und sport erzählt der Red Bull-Pilot, warum es nach der Pole Position nicht zu einem Sieg reichte und wie er mit dem zweiten Stopp Schadensbegrenzung betrieb.

11.06.2012 Michael Schmidt
Zu Beginn sah alles nach einer Wiederholung Ihres Sieges von Bahrain aus. Was ist dann schief gelaufen?

Vettel: Ich hatte einen guten Start und habe zunächst das Tempo gut kontrolliert und Lewis und Fernando hinter mir in Schach gehalten. Aber so nach 15 Runden haben die Reifen stärker abgebaut als wir das erwartet haben. Deshalb musste ich früher an die Box als die beiden. Es macht da keinen Sinn, mit nachlassenden Reifen weiterzufahren. Nach dem Stopp hatten wir etwas Probleme, die neuen Reifen aufzuwärmen, deshalb war ich plötzlich nicht mehr Erster sondern Dritter. Ich glaube, dass ich das Tempo von Lewis hätte mitgehen können, hing aber hinter Fernando fest und kam nicht an ihm vorbei. Als Lewis dann zum zweiten Stopp abgebogen ist, haben wir uns wie Ferrari entschieden, es mit einem Stopp zu versuchen. Mir schienen meine Reifen noch gut in Schuss. Hat auch lange Zeit gut ausgeschaut, stellte sich aber dann doch als falsch heraus.

Der zweite Stopp war eine Art Schadensbegrenzung?

Vettel: Ja, wir haben die Notbremse gezogen. Ein bisschen riskant so kurz vor Schluss, aber gerade noch rechtzeitig. Zum Glück verliert man in Montreal nur etwa 15 Sekunden in der Boxengasse. Vor dem Stopp lagen wir vier Sekunden hinter Fernando, im Ziel sechs Sekunden vor ihm. Es war also die richtige Entscheidung. Fernando hatte auf ähnlich alten Reifen wie wir den kompletten Einbruch. Man muss davon ausgehen, dass mir das auch passiert wäre.

Wie waren die Erfahrungen mit den beiden unterschiedlichen Reifentypen?

Vettel: Wir hatten uns schon versprochen, dass der Supersoft ein bisschen länger hält. Von der härteren Mischung wussten wir, dass sie lange halten würde, und es hat ja auch lange genug gut ausgesehen.

Was passiert, wenn die Reifen nachlassen?

Vettel: Dann geht zuerst der Hinterreifen weg. Das äußert sich auf beiden Mischungen gleich. Man sieht aus dem Auto heraus, dass die Hinterreifen einen schwarzen Streifen bekommen. Das sind keine Blasen, eher so eine Art Verbrennungen, beziehungsweise Körnen. Der Hinterreifen diktiert dir in Montreal, wann es links rausgeht an die Box.

Top-Speed scheint für Sie ein echtes Problem zu sein. Hamilton fliegt an Alonso vorbei, Sie hängen hinter dem Ferrari fest.

Vettel: Das war noch nie eine Stärke von uns, und das trifft dich natürlich auf einer Strecke wie Montreal ganz besonders.

Hilft da nicht mal DRS?

Vettel: Ich kam nie entscheidend nah genug an Alonso ran, um DRS am Ende der Geraden ausnutzen zu können. Wir haben nicht den Top-Speed, um für das Rennen die Gänge so zu wählen, dass wir uns dann mit dem Überholen leichter tun würden.

Hatten Sie Grosjean und Perez nicht auf der Rechnung?

Vettel: Vor dem Rennen nicht. Das mit Grosjean kam schon überraschend. Er hatte einen ähnlich langen zweiten Stint wie Fernando und ich, und trotzdem sind seine Reifen nicht eingebrochen.

Die Weltmeisterschaft spielt weiter verrückt. Gibt es da eine Taktik?

Vettel: Ich schaue im Moment nicht auf die Punkte. Wichtig ist bei jedem Rennen das Beste rauszuholen. Wir hätten in Montreal vielleicht etwas mehr rausholen können, aber im Nachhinein bist du immer schlauer. Wir müssen daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

In der Endabrechnung kann ein vierter Platz vielleicht einmal Gold wert sein.

Vettel: Oder ein zehnter, je nachdem.

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